Interview: DivX will YouTube Konkurrenz machen
"In Frankreich ist es fast unmöglich einen DVD-Player zu kaufen, der nicht DivX-zertifiziert ist" , so Huntington. 95 Prozent der verkauften DVD-Player sollen mit DivX-Logo versehen sein. Deutschland kommt erst auf Platz 8, nach Polen, Russland, Spanien, Italien, Ungarn und Tschechien. Während immerhin etwas mehr als die Hälfte der in Deutschland verkauften DVD-Player DivX-zertifiziert sind, liegt der Anteil der verkauften DivX-DVD-Player in Großbritannien (13 Prozent) und den USA (10 Prozent) weit dahinter, sogar noch nach Chile (26 Prozent).
"Wenn etwas heruntergeladen werden soll, muss sich der Nutzer anmelden. Sobald man registriert ist, können die DivX-Geräte an den Account gebunden werden. Im Setup eines DivX-Geräts wird es eine DivX-Seriennummer geben, die alle DivX-zertifizierten Geräte haben. Sie geben einen Registrierungscode aus, der eine unverwechselbare Identifikationsnummer darstellt. Diese Nummer wird in den Account eingegeben und wenn eine [verschlüsselte] Datei heruntergeladen und gebrannt wird, wird sie an das Gerät gebunden" , erklärte Jérome Rôta gegenüber Golem.de.
Die Möglichkeit dem Kunden vor dem Kauf auch einen kurzen Einblick in kostenpflichtige Videos zu gewähren, will DivX Networks zum Start der finalen Version von Stage 6 bieten. Die Möglichkeit Filme zu mieten ("Pay per View") ist nicht geplant, derzeit dreht sich Stage 6 um den Kauf ("Download to Own") der Film-Downloads. DivX-Nutzer wollen die Inhalte besitzen, so Huntington. Urheberrechtsverletzungen wie sie auf YouTube häufig zu finden sind, kann auch DivX Networks nicht ausschließen, will aber sofort reagieren wenn Verstöße entdeckt bzw. gemeldet werden. Zudem sei es nicht möglich, Inhalte ohne Registrierung zu Stage 6 hochzuladen.
Vor allem die von Huntington angesprochene Möglichkeit, eigene – und von Nutzern per RSS-Feed abonnierbare – Stage-6-Kanäle mit hochauflösenden Videos anlegen zu können soll der Video-Community laut Jérome Rôta dabei helfen, sich von YouTube und Co. abzusetzen. Zudem erlaube das DivX-Plugin für Webbrowser das Video aus der Website herauszulösen oder im Vollbild auf dem PC anzuschauen. Oder auf einem DivX-zertifizierten stationären oder mobilen Abspielgerät.
"Das ist die Vision hinter Stage 6, die Werkzeuge für visuelle Technik einfacher zugänglich und sinnvoller nutzbar zu machen. [....] Wir wollen es einfacher für die Leute machen, Inhalte herunterzuladen, auf ihren Geräten abzuspielen und auch [Videos] hochzuladen." , so Huntington. Das Hochladen erfolgt per Mausklick über einen Menüpunkt im DivX-Player, um die Konvertierung in das DivX-Format kümmert sich die Software automatisch. Noch ist Stage 6 in einem frühen Entwicklungsstadium.
Auf die Frage danach, ob DivX im Zeitalter der HD DVD und Blu-ray Disc noch eine Chance hat, erklärte Thomas Huntington: "Unser Codec unterstützt seit Jahren hohe Auflösungen. Auf der Chipebene ist das auch auf relativ günstigen Geräten möglich. Ich denke wir haben im Vergleich zur Blu-ray oder HD DVD eine fundamental andere Herangehensweise an den High-Definition-Markt. Hohe Auflösungen sind nur ein Funktion, keine neue Kategorie. Und nur weil eine neue Art von Datenträger benötigt wird, wird es als neue Funktion gewertet. High Definition ist eine wundervolle Technik auf Hardware-Ebene, sie lässt sich bereits mit der günstigen DVD realisieren. Das ist es, auf was wir uns konzentrieren."
Jérome Rôta ergänzte: "Der nächste Schritt ist für uns nicht notwendigerweise der Aufbau eines neuen Marktes rund um High Definition – vielmehr dreht sich der neue Markt um Online-Distribution. Das ist es was wichtig ist." Es gehe darum, das jeder neue Inhalte generieren und diese für geringere Kosten verbreiten könne. Es gehe hingegen nicht notwendiger Weise darum, sich bereits auf DVD vorliegende Filme noch einmal für Blu-ray- oder HD-DVD-Player zu kaufen.
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