• IT-Karriere:
  • Services:

OpenBSD: Intel betrügt die Open-Source-Community

Projekt fordert Dokumentation für freie Wireless-Treiber

Auf der Mailingliste des OpenBSD-Projektes üben einige Entwickler harsche Kritik an Intels Open-Source-Strategie. Die Firma wolle nur Open-Source-freundlich erscheinen und die Community als Beta-Tester missbrauchen. Auslöser ist die Arbeit an einem freien Wireless-Treiber, die nur langsam vorwärts geht, da Intel den Entwicklern keine Hardware-Dokumentation gibt.

Artikel veröffentlicht am , Julius Stiebert

Der OpenBSD-Entwickler Damien Bergamini begann die Diskussion auf der OpenBSD-Mailingliste. Sein Vorwurf: Intel wollte Open-Source-freundlich erscheinen, indem die Firma ein Projekt bei Sourceforge starte und dann ein Minimum veröffentliche, um die Community als Beta-Tester zu benutzen. Allerdings sei die Situation noch schlimmer: Intel weise in Präsentationen darauf hin, dass der Open-Source-Community Dokumentationen zur Verfügung gestellt werden sollen, falls bestimmte Teile nicht geöffnet werden könnten. Selbst würde das Unternehmen dies aber nicht umsetzen.

Stellenmarkt
  1. Deutsche Bahn AG, Frankfurt (Main)
  2. BAM Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung, Berlin-Steglitz

Auslöser ist dabei die Arbeit an einem komplett freien Treiber für Intels WLAN-Chipsätze. Intel stellt zwar einen offenen Treiberteil zur Verfügung, dieser verlangt aber immer noch einen nur als Binary vorliegenden Teil - was das OpenBSD-Projekt als "Binary Blob" bezeichnet und nicht in die Distribution aufnimmt.

Schon in der Vergangenheit hatte Intel die Verbreitung der benötigten Firmware unter einer freien Lizenz abgelehnt. Auch OpenBSD-Gründer Theo de Raadt stimmte Bergaminis Vorwürfen zu. In der Vergangenheit habe sich gezeigt, dass man Hersteller überzeugen könne. Bevor das Projekt an eine Firma herantrete, habe es ohnehin schon verloren, da die entsprechende Hardware nicht laufe, man könne also nicht noch mehr verlieren, sondern nur gewinnen. Daher sollen die Entwickler nicht aufgeben, sondern sich so lange bemühen, bis sie wieder das Recht hätten, Software für die von ihnen gekaufte Hardware zu entwickeln.

In diesem konkreten Fall wolle man Dokumentationen von Intel, damit die letzten Fehler in den durch Reverse Engineering entstandenen freien Treibern bereinigt werden können. Ferner wolle das Projekt freie Distributionsrechte für die Firmware - derzeit verlangt Intel, dass Anbieter ein Abkommen unterzeichnen, indem die Rechte klar festgelegt werden. Dabei würden bereits eine Reihe anderer Hersteller vernünftige Distributionsrichtlinien für Firmware anbieten. Doch de Raadt wird noch deutlicher: Intel sei nicht in der Open-Source-Community und die Firmenpräsentationen auf Konferenzen würden nicht dem entsprechen, was die Firma selbst mache. Die entsprechenden Leute bei Intel seien "große, fette Lügner" und Intel selbst ein "Open-Source-Betrüger".

Auch in der Linux-Gemeinde gab es Zweifel an Intels Open-Source-Strategie, nachdem bekannt wurde, dass der freie Linux-3D-Treiber für ein proprietäres Modul vorbereitet ist.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


Anzeige
Top-Angebote
  1. (u. a. Tales of Vesperia: Definitive Edition für 16,99€, Dragon's Dogma: Dark Arisen für 5...
  2. 66€ (Bestpreis!)
  3. (u. a. Panzer Corps 2 - Field Marshal Edition für 44,99€, PSN Card 25 Euro für 21,99€, WoW...

Moo-Crumpus 05. Okt 2006

Naja, ich :) Weil Reverse Engineering, ja. Fällt dir selbst die Lösung ein, aus dem...

@ 03. Okt 2006

"Wenn Intel nicht *genau* das macht, was wir wollen, sind sie böse, böse OpenSource...

Dumpfbacke 02. Okt 2006

Jein, die Neulinge haben ihre Fragen sogar freundlich gestellt und zumindest...

Fusselbär 02. Okt 2006

Andere Betriebssysteme, als OpenBSD, schaffen es hingegen ständig mit...

Hohi 02. Okt 2006

Nope, das ist einfach dermassen schlechter Code, dass es ihnen peinlich ist. :)


Folgen Sie uns
       


Cirrus7 Incus A300 - Test

Wir testen den Incus A300 von Cirrus7, einen passiv gekühlten Mini-PC für AMDs Ryzen 2000G/3000G.

Cirrus7 Incus A300 - Test Video aufrufen
Elektromobilität: Ein Besuch im tschechischen Grünheide
Elektromobilität
Ein Besuch im tschechischen Grünheide

Der Autohersteller Hyundai fertigt einen Teil seiner Kona Elektros jetzt in der EU. Im tschechischen Nošovice rollen pro Jahr bis zu 35.000 Elektroautos vom Band - sollte es keine Corona-bedingten Unterbrechungen geben. Ein Werksbesuch.
Von Dirk Kunde

  1. Crossover-Elektroauto Model Y fährt effizienter als Model 3
  2. Wohnungseigentumsgesetz Regierung beschließt Anspruch auf private Ladestelle
  3. Plugin-Hybride BMW setzt Anreize für höhere Stromerquote

Next-Gen: Welche neue Konsole darf's denn sein?
Next-Gen
Welche neue Konsole darf's denn sein?

Playstation 5 oder Xbox Series X: Welche Konsole besser wird, wissen wir auch noch nicht. Grundüberlegungen zur Hardware und den Ökosystemen.
Ein IMHO von Peter Steinlechner

  1. Elektroschrott Kauft keine kleinen Konsolen!
  2. IMHO Porsche prescht beim Preis übers Ziel hinaus

IT-Chefs aus Indien: Mehr als nur ein Klischee
IT-Chefs aus Indien
Mehr als nur ein Klischee

In den Vorstandsetagen großer Tech-Unternehmen sind Inder allgegenwärtig. Der Stereotyp des IT-Experten aus Südasien prägt die US-Popkultur. Doch hinter dem Erfolg indischstämmiger Digitalunternehmer steckt viel mehr.
Ein Bericht von Jörg Wimalasena

  1. Jobporträt Softwaretester "Ein gesunder Pessimismus hilft"
  2. Frauen in der IT Software-Entwicklung ist nicht nur Männersache
  3. Virtuelle Zusammenarbeit Wie Online-Meetings nicht zur Zeitverschwendung werden

    •  /