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OpenBSD: Intel betrügt die Open-Source-Community

Projekt fordert Dokumentation für freie Wireless-Treiber. Auf der Mailingliste des OpenBSD-Projektes üben einige Entwickler harsche Kritik an Intels Open-Source-Strategie. Die Firma wolle nur Open-Source-freundlich erscheinen und die Community als Beta-Tester missbrauchen. Auslöser ist die Arbeit an einem freien Wireless-Treiber, die nur langsam vorwärts geht, da Intel den Entwicklern keine Hardware-Dokumentation gibt.
/ Julius Stiebert
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Der OpenBSD-Entwickler Damien Bergamini begann die Diskussion(öffnet im neuen Fenster) auf der OpenBSD-Mailingliste. Sein Vorwurf: Intel wollte Open-Source-freundlich erscheinen, indem die Firma ein Projekt bei Sourceforge starte und dann ein Minimum veröffentliche, um die Community als Beta-Tester zu benutzen. Allerdings sei die Situation noch schlimmer: Intel weise in Präsentationen darauf hin, dass der Open-Source-Community Dokumentationen zur Verfügung gestellt werden sollen, falls bestimmte Teile nicht geöffnet werden könnten. Selbst würde das Unternehmen dies aber nicht umsetzen.

Auslöser ist dabei die Arbeit an einem komplett freien Treiber für Intels WLAN-Chipsätze(öffnet im neuen Fenster). Intel stellt zwar einen offenen Treiberteil zur Verfügung, dieser verlangt aber immer noch einen nur als Binary vorliegenden Teil – was das OpenBSD-Projekt als "Binary Blob(öffnet im neuen Fenster)" bezeichnet und nicht in die Distribution aufnimmt.

Schon in der Vergangenheit hatte Intel die Verbreitung der benötigten Firmware unter einer freien Lizenz abgelehnt(öffnet im neuen Fenster). Auch OpenBSD-Gründer Theo de Raadt stimmte Bergaminis Vorwürfen zu. In der Vergangenheit habe sich gezeigt, dass man Hersteller überzeugen könne. Bevor das Projekt an eine Firma herantrete, habe es ohnehin schon verloren, da die entsprechende Hardware nicht laufe, man könne also nicht noch mehr verlieren, sondern nur gewinnen. Daher sollen die Entwickler nicht aufgeben, sondern sich so lange bemühen, bis sie wieder das Recht hätten, Software für die von ihnen gekaufte Hardware zu entwickeln.

In diesem konkreten Fall wolle man Dokumentationen von Intel, damit die letzten Fehler in den durch Reverse Engineering entstandenen freien Treibern bereinigt werden können. Ferner wolle das Projekt freie Distributionsrechte für die Firmware – derzeit verlangt Intel, dass Anbieter ein Abkommen unterzeichnen, indem die Rechte klar festgelegt werden. Dabei würden bereits eine Reihe anderer Hersteller vernünftige Distributionsrichtlinien für Firmware anbieten. Doch de Raadt wird noch deutlicher: Intel sei nicht in der Open-Source-Community und die Firmenpräsentationen auf Konferenzen würden nicht dem entsprechen, was die Firma selbst mache. Die entsprechenden Leute bei Intel seien "große, fette Lügner" und Intel selbst ein "Open-Source-Betrüger".

Auch in der Linux-Gemeinde gab es Zweifel an Intels Open-Source-Strategie, nachdem bekannt wurde, dass der freie Linux-3D-Treiber für ein proprietäres Modul vorbereitet ist.


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