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IDF: Neuer Befehlssatz SSE4 mit 50 neuen Instruktionen

Mehr Befehle für Multimedia-Verarbeitung ab 2007. In San Francisco hat Intel am Mittwoch einen ersten Einblick in die Befehlssatzerweiterung SSE4 gewährt. Rund 50 neue Befehle – die Anzahl steht noch nicht endgültig fest – sollen auch in Zukunft für einen Vorsprung bei der Verarbeitung von digitalen Medien und beim Spielen sorgen.
/ Nico Ernst
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Intels Erweiterungen des x86-Befehlssatzes haben seit dem "Pentium MMX" aus dem Jahr 1997 Tradition. Immer wieder hat der Prozessorhersteller seine Produkte an Trends in der Programmierung angepasst. Vor allem mit SSE2 konnte man Entwicklern so die Arbeit mit großen Datentypen und die immer wiederkehrende Manipulation von Daten, etwa beim Kodieren und Dekodieren von Medien, erleichtern. Erst mit dem Prescott-Kern für den Pentium 4 im Jahr 2004 mit seinen 13 neuen Befehlen namens SSE3 ließ die Begeisterung nach, offenbar war hier nicht mehr viel Leistung aus den Rechenwerken herauszukitzeln.

Schon seit längerem geistert deshalb das Kürzel "GNI" oder "Gesher New Instructions" durch die Branche. Gesher ist der Codename eines Prozessors, der mit 32 Nanometern Strukturbreite frühestens 2010 erscheinen soll. Die jetzt "SSE4" getauften Befehle soll aber schon die erste 45-Nanometer-Generation von Intel-CPUs, Codename Penryn, im Jahr 2007 beherrschen. Offenbar macht Intel hier Druck und stellt den Entwicklern die Befehle schon früh vor, um dem Trend zu immer aufwendigeren Spielen und komplexerer Medienverarbeitung auf Intel-Prozessoren am besten gerecht zu werden. Auf Grund eines Patentaustauschabkommens mit Intel kann zwar auch AMD solche Erweiterungen in seine CPUs einbauen, dies aber immer erst einige Monate – oder im Fall von SSE2 – Jahre später.

Unter den bereits bekannten Befehlen von SSE4 finden sich neben Multimedia-Instruktionen, die etwa zum Runden von Rechenergebnissen dienen, auch längst überfällige Befehle, z.B. zur Suche nach Minima und Maxima oder für einen CRC32-Check, der Übertragungsfehler bei Netzwerk- und Storage-Übertragungen verhindern hilft. Die neuen Befehle dienen auch einer besseren Parallelisierung des Codes schon im Compiler, was mit steigender Zahl von Prozessorkernen zunehmend von Bedeutung ist.

Die Zahl der neuen Instruktionen ist jedoch noch nicht endgültig festgelegt. Wie Stephen Pawlowski, ehemaliger CPU-Entwickler und als "Senior Fellow" einer von Intels Vordenkern, im Gespräch mit Golem.de erklärte, will Intel mit den Programmierern frühzeitig sprechen, um noch Änderungen vornehmen zu können. Man will aber auf jeden Fall um die 50 Instruktionen anbieten, um eine möglichst große Auswahl zu haben. Laut Pawlowski können sich schon zwei richtige Befehle auf den Entwicklungsalltag massiv auswirken, aber auch 30 Befehle könnten breite Akzeptanz finden. Es komme immer darauf an, so der Chipdesigner, was die Programierer haben wollten. Wofür sich Intel letztlich entscheidet, komme aber auch auf den Schaltungsaufwand an.


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