Mobility Radeon X1700: Mit gestrecktem Silizium gegen Nvidia
Der Mobility Radeon X1700 wird weiterhin in 90 nm gefertigt und bietet laut ATI etwas mehr Leistung als der Mobility Radeon X1600, ohne jedoch den Notebook-Akku merklich durch mehr Stromverbrauch zu belasten. Möglich wird dies durch "Strained Silicon", auch gestrecktes Silizium genannt, mit dem sich die Schaltgeschwindigkeit von Transistoren steigern lassen. Dabei wird der Gitterabstand des Siliziums erhöht, wodurch die Elektronen leichter fließen können.
AMD und Intel setzen dieses Verfahren seit ihren 90-Nanometer-Prozessen ein, nun folgt auch ATI. Nvidia setzt bisher noch kein gestrecktes Silizium ein, lässt allerdings wie auch ATI seine Chips vom taiwanischen Fabrikanten TSMC produzieren und hätte demnach die gleichen Möglichkeiten. Nvidias aktuelle Grafikchips im Notebook- und Desktop-Bereich sind bereits bei 80 nm angelangt. Zusätzliche Tricks wie Strained Silicon seien voraussichtlich erst für die kommende Chip-Generation der "G80"-Serie vonnöten, da dort wesentlich mehr Transistoren zum Einsatz kommen, die Chips größer ausfallen und auch der Stromverbrauch steigt.
Der Mobility Radeon X1700 verfügt wie der X1600er über 12 Pixel- (gesteuert durch 3 Shader-Kerne) und 5 Vertex-Shader-Prozessoren sowie 4 Textureinheiten. Dazu kommen die bekannten Funktionen der X1000er-Serie, wie Shader-Model-3-Unterstützung, eine Videobeschleunigung für WMV9 und MPEG-1/-2/-4 inkl. H.264, High-Dynamic-Range-Rendering inkl. Kantenglättung, eine bessere Videoskalierung und die Stromspartechnik PowerPlay 6.0. Letztere sorgt für eine Reduzierung der Leckströme im dynamisch taktbaren und mit Energie versorgbaren Chip sowie abschaltbare PCI-Express-Lanes.
Während ATI den Mobility Radeon X1700 vor allem Spielern anpreist, sollen auch die beiden weiteren Chips Radeon X1350 und X1450 im Bereich Spiele und Multimedia punkten – sie überholen ihre Vorgänger Mobility Radeon X1300/X1400 laut ATI ebenfalls bei der Grafikleistung, versprechen mehr Leistung pro Watt und werden in günstigen Notebooks ihr Zuhause finden. Zwar werden anspruchsvolle Spieler wohl auch mit ihnen nicht wirklich glücklich werden, doch immerhin liegt die Grafikleistung deutlich über der von integrierten Grafiklösungen etwa von Intel. Zudem propagiert ATI, dass die entsprechenden Notebooks damit besser auf das anspruchsvolle Windows Vista vorbereitet sind.
Das erste in Deutschland erhältliche Notebook mit Mobility Radeon X1700 ist das Asus A8Jp mit 14-Zoll-Breitbild-LCD mit WXGA+-Auflösung und Glanzoberfläche, Core-2-Duo-Prozessor T7200 (2 GHz, 667 MHz FSB, 4 MByte L2-Cache), 1 GByte RAM (2x 512 MByte), 256 MByte Grafikspeicher, 120-GByte-SATA-Festplatte, Double-Layer-DVD-Brenner, 0,3 Megapixel-Kamera, WLAN (Intel 3945ABG), Gigabit-LAN, Bluetooth 2.0, DVI-D, VGA, Fernsehausgang, 5x USB 2.0, Firewire, SPDIF und Express-Card-Steckplatz. Das Notebook wiegt 2,4 kg, misst 335 x 245 x 34,8 – 37,3 (vorne/hinten) mm und kommt vorbespielt mit Windows XP Professional. Ab Anfang Oktober 2006 soll das Gerät für unter 1.600,- Euro in den Handel kommen. Asus kündigte das A8Jp bereits einige Tage vor ATIs heutiger offizieller Mobility-Radeon-X1700-Vorstellung an.
ATI nannte im Rahmen der Ankündigung auch einige Asus-Notebooks mit Mobility Radeon X1700, darunter die beiden Core-2-Duo-bestückten ("Merom") High-End-Notebooks W2Pb und W2Pc. Beide sind mit 17-Zoll-LCD (WSXGA+ oder WUXGA+) bestückt, wobei zu Gunsten kräftigerer Farben leider auf eine Entspiegelung verzichtet und stattdessen auf Hochglanz mit Spiegelung gesetzt wird. Per HDMI lässt sich jeweils noch ein weiteres Display anschließen. Wann die W2P-Notebooks in welcher Ausstattung nach Europa kommen, konnte Asus noch nicht angeben. Geräte mit X1350 und X1450 wurden noch nicht angekündigt.
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