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Vista in der Praxis Teil 2 - Inkompatibilitäten und Rechte

RC1 mit Schwächen: Geisterordner-, Rechteverwaltungs- und Media-Center-Probleme. Microsoft gibt dem Betriebssystem Windows Vista selbst den Namen Release Candidate, doch ganz so nahe der Veröffentlichung ist Redmonds neuer Sprössling noch nicht. Probleme durchziehen das Betriebssystem vor allem im Bereich Multimedia. An den Problemen ist jedoch nicht immer Microsoft schuld, denn hausgemachte Fehler der Entwickler finden sich überall und Redmond zeigt Ansätze, auch den letzten Entwickler zu erziehen, wie denn unter Windows zu programmieren ist.
/ Andreas Sebayang
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Microsofts Windows Vista bietet mit dem ersten Release Candidate eine Vorabversion, die sich durchaus – wenn auch mit Problemen – in einem regulären Betrieb nutzen lässt. Im ersten Teil unseres Praxisberichts haben wir uns vor allem mit der Installation, den Treibern sowie 3D-Spielereien beschäftigt. In diesem zweiten geht es um die Themen Rechteverwaltung sowie User Account Control (UAC) und die damit verbundenen Programmprobleme, die Multimedia-Eigenschaften und den Ressourcenhunger des Release Candidates von Windows Vista.

Vista, alte Programme und User Account Control
Exemplarisch hat Golem.de mit einigen Programmen ausprobiert, was den Anwender bei der Migration zu erwarten hat. Dabei ging es nicht in erster Linie darum, eine Liste funktionierender Programme aufzustellen, sondern aufzuzeigen, welche Szenarien denn auftreten können. Hierbei wurde besonderes Augenmerk auf das User Account Control und das Rechtemanagement gelegt.

Endgültig Schluss machen wollen die Redmonder offenbar mit dem von vielen liebgewonnenem Lagern von Daten im Programme-Ordner. Zuweilen kommt einem sogar das Gefühl, dass der Anwender dort von nun an tunlichst gar nichts zu suchen hat. Denn ohne die erweiterten Administratorrechte darf der Nutzer nicht mal weitere Ordner unter Programme erstellen. Legt der Anwender etwa ein Verzeichnis an, will dieses umbenennen und anschließend verschieben, fragt Windows dreimal nach. Soll ein Programm dann noch in der Ordner kopiert werden, fragt das UAC erneut nach. Die einfache Installation von Programmen aus gepackten Archiven wird damit zu einer Tortur. Wer jetzt auf die Idee kommen mag, den Windows Explorer einfach als Administrator ausführen zu lassen, der wird auch hier nicht glücklich. Offenbar will Microsoft dies nicht und fragt auch in dem Administrator-Modus fleißig nach.

Nach dem Ablegen bzw. Installieren von Programmen kommen weitere Probleme auf den Nutzer zu, sofern die Programme ihre Einstellungen in ihrem eigenen Ordner ablegen wollen. Denn das geht meist nicht mehr und führt zu allerhand Kuriositäten, an die sich Nutzer wohl erst einmal gewöhnen müssen. Will ein Programm trotzdem in seinem eigenen Ordner Dateien speichern, wird dies von Windows abgefangen und die Dateien werden tief innerhalb des Nutzerverzeichnisses in einem Ordner namens "Virtual Store" abgelegt (User/(Nutzername)/AppData/Local/Virtual Store/Program Files/(Programm)). Als angenehmer Nebeneffekt werden so einige Programme gegen ihren Willen mehrbenutzerfähig. Leider erschließt sich das Verhalten dem Anwender nicht unbedingt. Dieser wundert sich zunächst, warum eine Konfigurationsdatei nicht im Ordner des Programms auftaucht, obwohl es dem Programm dennoch gelingt, seine Einstellungen zu speichern.

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Besonders interessant verhielt sich das Pack-Programm Filzip. Obwohl die Rechte fehlten, gelang es dem Packer, Dateien im Programme-Verzeichnis abzulegen. Über verschiedene Dateimanager waren diese jedoch nicht auszumachen. Über die Dialoge behauptet Filzip jedoch trotzdem felsenfest, die Dateien seien entpackt worden und mit dem Öffnen-Dialog lassen sich die Geisterdateien sogar ausführen sowie neu packen. Nur das mysteriöse Fehlen einer .exe-Datei lässt den Anwender verdutzt dreinblicken. Des Rätsels Lösung ist Vistas Versuch, die Virtual-Store-Ordner dynamisch in die Dialoge von Filzip einzublenden und damit dem Programm das Vorhandensein der Ordner vorzugaukeln. Offenbar denkt Vista, dass Filzip seine eigenen Dateien im Programmverzeichnis ablegen will. Tatsächlich wird die Festplatte an Stellen mit Dateien befüllt, die der Anwender eher nicht finden wird.

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Als weiteres Beispiel muss der E-Mail- und Newsserver Hamster herhalten. Der Server läuft auch im Programme-Ordner, der direkte Zugriff auf die Konfigurationsdateien bleibt dem Anwender jedoch über die Hamster-Dialoge verwehrt. Auch hier finden sich sämtliche Daten im Virtual-Store-Ordner, mit denen der Hamster nur bedingt etwas anfangen kann. Ähnliches ließ sich mit dem E-Mail-Programm Becky ausmachen, das mutwillig einen Ordner im Programme-Verzeichnis erstellen sollte. Das Anlegen selbst gelang, der Ordner befand sich jedoch diesmal tatsächlich dort, wo ihn Becky haben wollte. Nutzbar war der Ordner für die Software dennoch nicht.

Mit Firefox lief die Installation problemlos, aber das Flash-Plug-In ließ sich über den eigenen Plug-In-Manager nur installieren, sofern der Browser als Administrator ausgeführt wurde. Zur Mitarbeit mit dem Programme-Ordner kommt es bei iTunes 7 erst gar nicht, die Setup-Routine verweigert schlicht die Installation mit einer wenig aussagekräftigen Fehlermeldung. Das Java Runtime Environment bricht die Installation zu einem späteren Zeitpunkt ab, so dass eine Einbindung in den Browser fehlschlägt.

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Auf Grund solcher Rückschläge könnte einem nun in den Sinn kommen, einfach die Programme eines parallelen Betriebssystems zu nutzen. Dateien, Ordner und Programme, die etwa noch unter Windows XP erstellt wurden, sind jedoch nur eingeschränkt nutzbar, wenn sie auf einer NTFS-Partition liegen, da die Rechte beim Nutzer der Parallel-Installation liegen. Es ist jedoch ohne weiteres möglich, den Dateien oder ganzen Ordnern einen zusätzlichen Nutzer zuzuweisen. Wird dies jedoch nicht getan, häufen sich die Probleme: Einige Programme lassen sich etwa starten – sobald diese jedoch schreibend auf ihr Verzeichnis zugreifen wollen, kann es zu den ersten Problemen kommen. Einige Anwendungen verweigern dann selbst das Beenden des Programms, so dass einem nichts anderes übrig bleibt, als das Programm über den Task Manager zu beenden, da selbst das Kontextmenü auf der Taskleiste nicht aufrufbar ist.

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Derartige Experimente führen gelegentlich auch zu Problemen, die Vista bemerkt und in einer Problemliste als Report speichert. Auf Wunsch lassen sich die Probleme an Microsoft schicken. In Zukunft soll das Tool auch eine Lösung für das Problem zurückliefern – sofern es denn eine gibt. Während des Tests haben sich einige Einträge im Problem-Report angesammelt, die sich hochladen ließen. Lösungen gab es jedoch keine, zumindest nicht von Microsoft und die Datensammelwut wird den ein oder anderen Anwender sicher aufhorchen lassen. Es sammeln sich doch schnell Daten im zweistelligen MByte-Bereich an, die gesammelt hochgeladen werden wollen. Bei bekannten Problemen warnt Vista den Anwender zudem. So etwa bei dem E-Mail-Client The Bat, der bis auf die Warnung in einem kurzen Test jedoch keine Auffälligkeiten zeigte.

Abhilfe gibt es auf mehrere Arten, sofern der Anwender überhaupt durch die Kombination von Rechten, UAC und Virtual Store blickt. Wenig empfehlenswert: Programme werden als Administrator gestartet, hebeln jedweden Schutz aus und erstellen unter anderem eine zweite Konfiguration. Als Alternative lassen sich Vista-inkompatible Programme schlichtweg in einem anderen Ordner installieren, den Vista nicht überwacht. Um die kompletten Rechte der erstellten Ordner einzusehen, braucht es im Übrigen ganze vier Fenster, die jedoch bereits aus früheren Windows-Versionen bekannt sind. Als letzte Möglichkeit lässt sich UAC auch gleich ganz abschalten, was die Sicherheitsbemühungen von Microsoft aber ad absurdum führen würde. Von daher erscheint es unverständlich, warum Microsoft das Abschalten überhaupt anbietet. Möglicherweise ist die Funktion mit der Endversion nicht mehr deaktivierbar.

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Da Programmdaten tunlichst nichts mehr im Programme-Ordner zu suchen haben, sondern stattdessen korrekt im Nutzerverzeichnis gelagert werden sollen, wird es umso wichtiger, die Daten auch zu finden. Schon Windows XP versteckt jedoch wichtige Ordner wie etwa (Nutzername)/Lokale Einstellungen/Anwendungsdaten bzw. (Nutzername)/Anwendungsdaten, wo viele Programme die Nutzerdaten hinterlegen. Wer etwa seine Daten sichern wollte, musste diese Ordner erst einmal finden. Unter Windows Vista RC1 hat sich diesbezüglich nicht viel geändert. Allerdings befinden sich einige Systemlinks im Nutzerverzeichnis, welche wohl aus Kompatibilitätsgründen dort liegen. Der Ordner Anwendungsdaten ist jetzt ein Link, der auf (Nutzername)/AppData/Roaming zeigt. Das Ziel dieser Links ist mit dem normalen Kontextmenü nicht ersichtlich. Mit Mark Russinovichs Junction-Tool(öffnet im neuen Fenster) lassen sich die Ziele derartiger symbolischer Links herausfinden. Nutzen lassen sich die vorhandenen Links nur nach Anpassung der Rechte. Zusammen mit Virtual Store landen benutzerabhängige Daten für ein Programm jetzt bereits in bis zu drei verschiedenen Ordnern.

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Die meisten Unannehmlichkeiten mit dem Rechtesystem lassen sich mit einem alternativen Dateimanager umschiffen. Startet man etwa den Total Commander im Administratormodus, wird für die manuelle Installation eines Programms nicht viermal nachfragt. So lässt sich UAC zumindest temporär gekonnt aushebeln. Gerade beim Hantieren mit mehr als nur einem Verzeichnis spart man sich einige lästige Aufforderungen des Systems, auch wenn dies nicht ganz im Sinne des Erfinders ist. Ohne Administratormodus kann der Total Commander jedoch nur in Teilen mit UAC umgehen. So lassen sich etwa über das Kontextmenü des Total Commanders durchaus die meisten Aktionen durchführen. Werden jedoch die eigenen Routinen des Dateimanagers genutzt, meldet dieser schlichtweg einen Lese- bzw. Schreibfehler.

Der Entwickler des Total Commanders, Christian Ghisler, gab auf Anfrage an, den Total Commander an Vista weiter anpassen zu wollen. Er ist bereits dabei, mit dem Release Candidate zu testen, so dass er zuversichtlich ist, noch vor dem Erscheinen von Vista eine angepasste Version herauszubringen, die dann besser mit Vistas User Account Control zusammenarbeiten soll. Bei all den Experimenten fällt zudem auf, dass Microsofts User Account Control noch immer dazu neigt, Anwender zur Bestätigung diverser vermeintlich belangloser Aufgaben aufzufordern. UAC ist aber nicht mehr ganz so aufdringlich, wie es in der Beta 2 der Fall war. Es tritt jedoch schnell eine gewisse gefährliche Gewöhnung ein. Neuere Software sollte zudem UAC nicht mehr so häufig aufrufen, wenn sich die Entwickler von Fremdsoftware den Empfehlungen von Microsoft(öffnet im neuen Fenster) entsprechend verhalten. Die meisten der Empfehlungen sind jedoch bereits hinlänglich bekannt und helfen dem Anwender nicht, wenn Programme wie StarMoney ihre Daten etwa in absoluten Pfaden speichern.

Passend zu den Rechteproblemen in der Ordnerstruktur sind die Rechteprobleme bei Wechselmedien, zumindest wenn sie in NTFS formatiert wurden. Meist wird noch auf das alte Dateisystem FAT zurückgegriffen, um etwa den Datenaustausch mit Linux oder MacOS zu vereinfachen.

Wechselmedien, Netzwerk und Partitionen

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Als Beispiel für Wechseldatenträger musste die magneto-optische Technik im 3,5-Zoll-Format herhalten, die im Januar 2007 zumindest in Europa eingestellt wird. Das Löschen auf MO-Diskette gelang zunächst nicht. Auch hier waren es wieder Rechteprobleme auf dem Medium. Die betreffende MO-Diskette wurde unter Windows XP erstellt und war an einen für Vista unbekannten Nutzer gebunden. Nachdem die Rechte entsprechend gesetzt wurden, arbeitet das Medium einwandfrei. Unter Vista formatierte Disketten bekommen von Anfang an die nötigen Rechte zugewiesen (Jeder; Volle Kontrolle) und werden nur auf Wunsch eingeschränkt. Alternativ lassen sich Medien auch mit FAT formatieren, wo es die Rechteproblematik gar nicht erst gibt. Vistas Explorer hatte bei einem Tausch zudem Schwierigkeiten mit dem Namen der MO-Diskette. Der Fehler ist jedoch rein kosmetisch. Sowohl beim MO-Laufwerk als auch bei einem Jaz-Laufwerk gab Vista zuweilen falsche Sektorgrößen vor, was die Hardware unmittelbar zum Absturz brachte. Ein paralleles Iomega-Zip-Laufwerk ließ sich im Übrigen gar nicht installieren.

Das lästige Problem, dass Windows im System nicht immer vergebene Laufwerksbuchstaben kommuniziert und es so etwa dazu kommen kann, dass ein Netzlaufwerk den Laufwerksbuchstaben blockiert, bei dem sich ein USB-Stick anmelden will, hat Microsoft offenbar gelöst (siehe Knowledge-Base-Artikel 297694(öffnet im neuen Fenster) ). Zumindest in unseren Versuchen konnte das unter Windows XP leicht nachvollziehbare Verhalten nicht mehr mit Vista reproduziert werden. Ordnet man mehreren Laufwerken jedoch mutwillig denselben Laufwerksbuchstaben zu, haben Wechseldatenträger Priorität über Netzlaufwerken, die dann als getrennt angezeigt werden. Auch hier gibt es noch einige kosmetische Fehler, die mit dem Öffnen des Laufwerks als "Portable Device" behoben werden können.

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Wer sich etwa angewöhnt hat, Laufwerke bzw. Partitionen als Verzeichnisse einzubinden, der wird sich darüber freuen, dass diese Laufwerke nun einen eigenen Papierkorb bekommen. Zu löschende Daten landen jetzt im Papierkorb der Partition und nicht im Papierkorb des übergeordneten Laufwerks, das einen Buchstaben besitzt. Das Löschen größerer Datenmengen geht so um ein Vielfaches schneller vonstatten.

Auffallend am Rande war der Umstand, dass es über das Netzwerk nicht möglich war, sich an einem Macintosh-Rechner anzumelden. Davon dürften auch Samba-Freigaben unter Linux betroffen sein. Offenbar hat Microsoft an der Anmeldeprozedur etwas geändert. Mit dem Macintosh-Rechner auf Vista zuzugreifen funktionierte dagegen einwandfrei.

Stand-by und Ruhezustand
Kräftig überarbeitet hat Microsoft die Stromsparmodi, die sich jetzt weit weniger leicht von Programmen aus dem Tritt bringen lassen. Unter Windows XP kann es durchaus passieren, dass das Betriebssystem mitunter Minuten braucht, um aus einem Stromsparmodus wieder aufzuwachen. Nicht so unter Vista.

Die Stand-by-Modi hinterließen zunächst jedoch ein zwiespältiges Bild. Bei den ersten Versuchen, das System schlafen zu legen, blieb der Rechner nicht im Stand-by-Modus (Suspend to RAM/S3) oder Hibernate-Modus (Suspend to Disk/S4), sondern wachte unmittelbar nach dem Versuch wieder auf. Der Hibernate-Modus funktionierte mit manueller Abschaltung des Rechners zuverlässig. Der Stand-by-Modus zeigte ebenfalls keine Auffälligkeiten und war schneller als unter Windows XP. Da der Rechner jedoch sofort aufwachte, blieb der Stand-by-Modus zunächst nutzlos.

In solchen Fällen muss jedoch nicht immer Microsoft schuld sein: In unserem Falle genügte das Aufspielen einer Beta-Version des Hauptplatinen-BIOS, um dem Rechner den automatischen Neustart abzugewöhnen (Beta 1018-001 vom Januar; Asus A8V Deluxe). Ein Vorgehen, das für den Endanwender eher nicht anzuraten ist. Nach dem Aufspielen des BIOS funktionierte dann der S3-Modus wie erwartet. Dafür wollte der Rechner aus dem S4-Modus nicht mehr aufwachen. Die Schlafmodi unter Windows XP haben dagegen das BIOS-Update überstanden.

Sowohl der S3- als auch der S4-Modus waren sehr viel schneller als noch unter XP. Selbst ein belasteter Desktop startete schneller als ein unbelasteter XP-Dektop. Das Einzige, was auffiel, war eine erhöhte Festplattenaktivität nach dem Aufwachen, was jedoch keinen Einfluss auf die fühlbare Geschwindigkeit des Systems hatte.

Multimedia und andere Dreingaben

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Mit Windows Vista Ultimate bietet Microsoft erstmals ein Komplettpaket, das sowohl das Media Center als auch die Tablet-PC-Unterstützung umfasst.

Trotz der Eingabe mit der Maus funktionierte die Tablet-PC-Schrifterkennung auch bei undeutlicher Schreibweise recht gut. Nicht ganz eindeutige Buchstaben, die in Eile oder mit der Maus eingegeben wurden, erkennt die Handschrifterkennung aus dem Zusammenhang. In einem kurzen Test erwies sich diese sowohl mit der Druckschrift als auch der Schreibschrift als präzise genug, ohne dass der Anwender speziell trainieren musste.

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Dem Status eines Release Candidate werden die Multimedia-Dreingaben nicht gerecht. Die Medienwiedergabe hatte vor allem Leistungsprobleme. Sowohl der Windows Media Player 11 als auch das Media Center spielten DVDs ab. Letzteres neigte aber dazu, bei Lautstärkeänderungen die Wiedergabe zu unterbrechen und auch sonst teils arg träge zu reagieren. Nur Task-Wechsel sorgten für ein Fortsetzen der Wiedergabe, die jedoch auch nicht ganz unproblematisch waren und oft zu einem nicht mehr sichtbaren Bild führten. Das Media Center macht insgesamt eher den Eindruck, als sei es noch in der Betaphase und bedarf noch einiger Überarbeitung, da es sich teilweise gar nicht mehr bedienen ließ. Auch der Media Player wirkt noch sehr unreif und neigt ebenfalls dazu, für kurze Zeit gar nicht zu reagieren. Die aktuelle Beta-Version des Windows Media Player für Windows XP reagierte im Übrigen sehr viel träger, neigte aber nicht zu Aussetzern wie die Vista-Variante. Hier ist jedoch nicht auszuschließen, dass die Beta-Treiber für die Grafikkarte (Nvidia GeForce 7600 GS AGP) das eigentliche Problem sind.

Ressourcenhunger...

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... ist sicherlich der größte Kritikpunkt, den viele an Windows Vista haben. Spaß macht das System tatsächlich erst, wenn die notwendige Hardware vorhanden ist. Im Vergleich zu Windows XP wirkt Vista trotzdem genügsamer. Die Speicherauslastung kam selten ans Limit und dass Vista wichtige Elemente wie das Startmenü oder das Kontextmenü auf die Festplatte auslagert, ist nicht vorgekommen. Trotzdem, der Ressourcenhunger ist enorm. Schon nach dem Booten belegt Vista locker 400 MByte des Arbeitsspeichers, die recht starke, aber wenig fühlbare Nutzung der Festplatte ausgenommen. Tatsächlich kam es nur während des Spielens von Battlefield 2 zu unangenehmen Verzögerungen.

Der Explorer ist in einigen Einstellungen auch ein wahrer Ressourcenfresser: Wird in Ordnern mit vielen Dateien etwa die Symbolgröße gewechselt, kommt es zu einer spürbaren Belastung des Systems, das die Voransichten neu berechnet. Möglicherweise hat eine Dual-Core-CPU hier Vorteile.

Ein wenig helfen soll die ReadyBoost-Funktion von Windows Vista: Das Betriebssystem nutzt dazu einen angeschlossenen USB-Stick mit mindestens 230 MByte freiem Speicher, sofern der Stick den Geschwindigkeitstest besteht. Für das Bestehen ist jedoch nicht die sequenzielle Geschwindigkeit des Sticks maßgeblich, sondern die Geschwindigkeit bei zufälligen Zugriffen. In einem Test gelang dies mit dem SanDisk Cruizer Mini und dem Kingston DataTraveler U3 mit jeweils 512 MByte Speicher. Ein Toshiba-Stick war Vista dagegen zu langsam. Der Cruizer Mini zeigte mit seiner Lampe eher selten Aktivität an und meist auch nur dann, wenn der Arbeitsspeicher nahe der Auslastungsgrenze war. Weitere Informationen und kompatible Sticks befinden sich in der englischen ReadyBoost FAQ(öffnet im neuen Fenster) auf hwspirit.com.

Eindruck des Release Candidate
Ein Fazit zu ziehen wäre voreilig. Zum einen ist Vista – auch wenn Microsoft die Software als "Release Candidate" bezeichnet – noch ein ganzes Stück von der Fertigstellung entfernt und zum anderen konnten Treiber, Hardware und Software nur exemplarisch betrachtet werden.

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Für den Release Candidate lässt sich sagen: Er läuft, nicht immer ganz flüssig und insbesondere im Multimedia-Bereich und bei Spielen derzeit langsamer als Windows XP, aber Instabilitäten waren bis auf einen einzelnen ungewollten Absturz und die Probleme mit dem S4-Modus nicht auszumachen. Einzelne Teile des Betriebssystems erscheinen jedoch noch immer unausgereift. Hier ist insbesondere das Media Center zu nennen. Viel Arbeit haben auch Softwareentwickler vor sich, die jetzt definitiv anfangen müssen, sich in Windows-Dokumentationen einzulesen. Die meisten der beschriebenen Probleme sind hausgemacht: Schuld sind die Redmonder, die zu lange zu viel toleriert haben, sowie Dritthersteller von Software, die auch Jahre nach der Einführung von Mehrbenutzersystemen noch nicht in der Lage sind, sich anzupassen bzw. keinen wirklichen Druck von Microsoft verspürten. Die Entwickler jetzt mit UAC einem sanften Druck auszusetzen, ist sicherlich kein falsches Mittel. Leider hat es derzeit den Anschein, dass es den Anwender in Mitleidenschaft zieht, sofern Microsoft nicht noch einige Dinge überarbeitet. Besonders die Geisterdateien dürften für interessante Anrufe aus dem Bekanntenkreis sorgen und ob auch alle Versionen von Windows Vista die Kontrolle auf Zugriffsrechte erlauben werden, bleibt abzuwarten. Windows XP macht hier einen deutlichen Unterschied zwischen den Ausführungen Professional und Home.

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Der Oberflächenliebhaber wird sich vor allem an der flüssigeren Darstellung erfreuen. Die 3D-Effekte sind größtenteils dezent und wirken sogar weniger auffällig als etwa die verspielten Fensterminimierungen von Apples Betriebssystem MacOS X. Hat man sich erst einmal daran gewöhnt, möchte man nicht so gerne zu der klassischen und subjektiv langsamen 2D-Oberfläche zurückkehren, die so ihre Macken hat. Zudem sind Transparenzen über Videoausgaben jetzt weniger ein Problem und das Fokusmanagement der Fenster hat sich während der Testphase besser verhalten als unter Windows XP. Fenster, die im Vordergrund bleiben sollten, verhielten sich entsprechend den Erwartungen. Dennoch ist die 3D-Oberfläche nicht perfekt. Leichte Darstellungsprobleme sind ab und an auszumachen. Wird etwa ein Video im Videolan Player (VLC) abgespielt, schaltet sich die gesamte 3D-Oberfläche ab und wechselt in das Windows Vista Basic Theme. Das Umschalten geht immerhin recht schnell vonstatten – dass es aber besser geht, zeigt die Konkurrenz aus Cupertino, die selbst beim Starten der Classic-Umgebung unter MacOS X nicht zu solch drastischen Mitteln greift.

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Der Umsteiger wird es nach dem derzeitigen Stand am schwersten haben: Nicht alle Programme können einfach weiter genutzt werden, sondern verlangen Windows-typisch nach einer Neuinstallation bzw. nach Experimenten mit dem Programm. In einigen Fällen funktionieren Programme ohne Anpassung des Softwareherstellers auch erst einmal gar nicht. Gewohnte Anwendungsmuster müssen umgestellt werden und letztendlich reicht vielen schon der optische Wechsel als Abschreckungsgrund aus. Computerneulinge werden dagegen weniger mit alten Macken von Windows belästigt, an die sich die Veteranen längst gewöhnt haben. Dafür besteht natürlich die Gefahr, auf Programme zu stoßen, die noch nicht für Vista vorbereitet sind und entsprechend für Frust sorgen können.

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Wer sich viel erhofft hatte, wird jedoch enttäuscht werden. Dank massiver Kürzungen von Funktionen bleibt von Vistas Zielen nicht viel übrig. Für viele wird Vista nichts weiter sein als ein längst überfälliges Update, das mit alten Problemen viel zu spät aufräumt und trotzdem keinen Rundumschlag darstellt. Einerseits stößt der Anwender überall auf neue Bedientechniken, auf der anderen Seite finden sich jedoch noch immer Reste aus Windows-Urzeiten.

Wer Windows Vista ausprobieren möchte, kann sich den Release Candidate 1 bei Microsoft auch in deutscher Sprache herunterladen(öffnet im neuen Fenster) . Seit kurzem werden zudem neue Schlüssel für den Release Candidate verteilt . Die Lizenzschlüssel der Beta 2 behalten ihre Gültigkeit. Windows Vista soll im Januar 2007 auf den Markt kommen . In einem weiteren Artikel hat Golem.de bereits über die bestätigten Preise berichtet. Zu System-Builder-Lizenzen gibt es jedoch noch keine Angaben.


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