Interview: Das Urheberrechtssystem ist skandalös ineffizient

Golem.de im Gespräch mit Professor PhD Hal R. Varian

Am Rande der Konferenz Wizards of OS 4 sprach Golem.de mit Professor Hal R. Varian, Ökonom an der Universität Berkeley und im Bereich Informationsökonomie wohl einer der bekanntesten Köpfe weltweit. Das aktuelle Urheberrecht hält Hal Varian für ineffizient und spricht unter Verweis auf "verwaiste Werke" ("Orphan Works") von einem Skandal. An der Grundidee geistiger Eigentumsrechte hält er fest, aber das aktuelle System sei zu extrem. So sei ein universeller Zugang zu Wissen heute zwar technisch realisierbar, es fehle aber an einem Rechtssystem, das die richtigen Anreize dafür schafft.

Artikel veröffentlicht am ,

Hal R.Varian
Hal R.Varian
Hal R. Varian ist Professor an der "School of Information Management and Systems" (SIMS), der Haas School of Business und dem Department of Economics an der Universität Berkeley. Er war Gründungsdekan der SIMS, lehrte unter anderem am MIT, in Oxford und den Universitäten Stanford und Michigan und erhielt Anfang 2006 durch die Universität Karlsruhe einen Ehrendoktortitel verliehen. Varian hat diverse Bücher veröffentlicht, darunter "Intermediate Microeconomics" und "Microeconomic Analysis", die an vielen Universitäten im Bereich Mikroökonomie zur Pflichtliteratur gehören. Zusammen mit Carl Shapiro steckt er hinter dem Buch Information Rules - A Strategic Guide to the Network Economy. Zudem schreibt Varian eine monatliche Kolumne für die New York Times und berät Google.

Golem.de: In rund sieben Jahren wird der in Europa 50 Jahre geltende Urheberrechtsschutz für das erste Beatles-Album "Please Please Me" auslaufen, das im Jahre 1963 erschienen ist. Die Musikindustrie fordert mit Verweis auch auf diesen Fall eine Ausdehnung auf 95 Jahre. Glauben Sie die Schutzfrist wird wieder einmal verlängert?

Varian: Ich weiß es nicht, aber ich habe das Gefühl, dass die Europäer etwas sensibler sind, was dieses Thema angeht. Der Einfluss der Unterhaltungsindustrie ist hier nicht so groß, so mein Eindruck, aber ich kann mich da irren.

Golem.de: Halten Sie denn eine Verlängerung der Schutzfrist für sinnvoll?

Stellenmarkt
  1. Systemadministrator (m/w/d) Microsoft 365
    hkk Krankenkasse, Bremen
  2. IT Security Specialist (m/w/d)
    Amprion GmbH, Dortmund
Detailsuche

Varian: Nein, eine nachträgliche Verlängerung ist ganz sicher nicht sinnvoll. Auch eine Verlängerung um 20 oder 25 Jahre erscheint mir aus ökonomischer Sicht wenig sinnvoll.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed
Interview: Das Urheberrechtssystem ist skandalös ineffizient 
  1. 1
  2. 2
  3. 3
  4. 4
  5. 5
  6.  


Björn 21. Sep 2006

Wenn Du nichts weiter zum Thema beitragen kannst als unreifes Rumgeblöke, dann lass es...

Hans 20. Sep 2006

Soviele Interessante Zusammenhänge habe ich selten in einem Interview / Artikel gelesen...

Ihr Name 20. Sep 2006

ey, benutz gefälligst nicht meinen Nic :P

ji (Golem.de) 19. Sep 2006

Stimmt, böser Fehler meinerseit. Opt-out schafft Anreize, nicht Opt-in. :-( Ich hab das...



Aktuell auf der Startseite von Golem.de
US-Streaming
Abonnenten immer unzufriedener mit Netflix

Wenn Netflix-Abonnenten das Abo kündigen, wird vor allem der hohe Preis sowie ein schlechtes Preis-Leistungs-Verhältnis als Grund dafür genannt.

US-Streaming: Abonnenten immer unzufriedener mit Netflix
Artikel
  1. Elektro-SUV: Drako Dragon soll Teslas Model X Plaid deutlich übertreffen
    Elektro-SUV
    Drako Dragon soll Teslas Model X Plaid deutlich übertreffen

    Das Elektroauto Drako Dragon soll mit seinen vier Motoren eine Leistung von 1.470 kW entwickeln und 320 km/h Spitze fahren.

  2. Evari 856: Minimalistisches E-Bike mit Monocoque-Rahmen und Titan
    Evari 856
    Minimalistisches E-Bike mit Monocoque-Rahmen und Titan

    Evari 856 heißt das E-Bike, das mit einem Monocoque-Rahmen aus Carbon ausgestattet ist. Dadurch soll es besonders leicht und stabil sein.

  3. Machine Learning: Die eigene Stimme als TTS-Modell
    Machine Learning
    Die eigene Stimme als TTS-Modell

    Mit Machine Learning kann man ein lokal lauffähiges und hochwertiges TTS-Modell der eigenen Stimme herstellen. Dauert das lange? Ja. Braucht man das? Nein. Ist das absolut nerdig? Definitv!
    Eine Anleitung von Thorsten Müller

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Daily Deals • MSI RTX 3080 Ti Ventus 3X 12G OC 1.049€ • Alternate (u. a. Corsair Vengeance LPX 32 GB DDR4-3600 106,89€) • be quiet! Pure Rock 2 26,99€ • SanDisk microSDXC 400 GB 29€ • The Quarry + PS5-Controller 99,99€ • Samsung Galaxy Watch 3 119€ • Top-PC mit Ryzen 7 & RTX 3070 Ti 1.700€ [Werbung]
    •  /