15 Jahre Linux

Ein System für Technikenthusiasten war also entstanden, für Bastler, nicht für Anwender. Die kamen auch schnell zusammen und schickten ihre Ergänzungen und Wünsche an Torvalds. Auch das von Richard Stallman geleitete GNU-Projekt kam da gelegen. Es hatte zwar bereits eine Reihe von Unix-Werkzeugen fertig, die sich einfach portieren ließen, ein Kernel fehlte aber noch. Doch mit Linux war auch dieser schnell gefunden, was Stallman in Zukunft immer wieder dazu anhielt, auf die für Linux-Systeme seiner Meinung nach korrekte Bezeichnung GNU/Linux hinzuweisen. Linus Torvalds hingegen zeigte sich davon allerdings nicht begeistert und hielt an dem Namen Linux für das gesamte System fest.

Stellenmarkt
  1. Wissenschaftlich-technische Mitarbeiterin / Wissenschaftlich-technischer Mitarbeiter (m/w/d) ... (m/w/d)
    Bundesanstalt für Straßenwesen, Bergisch Gladbach
  2. Data Center Operations Manager (m/w/d)
    GRAMMER AG, Ursensollen bei Amberg
Detailsuche

Im November 1991 löschte Torvalds versehentlich seine Minix-Partition und stand nun vor der Wahl: Minix neu installieren oder Linux weiterzuentwickeln. Er entschied sich für Letzteres. Mit dem Kernel 0.11 liefen dann schon viele der GNU-Werkzeuge unter Linux - vor allem der Compiler GCC, so dass sich weiterer Quelltext übersetzen ließ. Immerhin unterstützte der Kernel neben finnischen auch englische, französische und bereits deutsche Tastaturen. Die sonstige Hardware-Unterstützung hingegen war noch immer sehr rudimentär, Linux-Anwender mussten sich mit eingeschränkter Unterstützung von Datenträgern zufrieden geben und auf Netzwerke komplett verzichten.

Einen kleinen Meilenstein markierte dann erst Linux 0.12 im Januar 1992. Denn diese Version stand erstmals unter der GNU General Public License (GPL) der Free Software Foundation (FSF). Ferner führte Torvalds virtuellen Speicher ein, so dass das System bei Bedarf Speicher auf die Festplatte auslagern konnte.

Einen eigenen Treffpunkt im Internet gab es damals noch nicht und die dauernden Linux-Nachrichten in comp.os.minix stießen Minix-Erfinder Tanenbaum übel auf. Dies hatte Tanenbaums berühmte Nachricht "Linux is obsolete" zur Folge, in der er schrieb Linux sei technisch überholt. Das Ganze endete in einer Diskussion zwischen Tanenbaum und Torvalds, ob monolithische Kernel wie Linux oder Microkernel wie bei Minix die Zukunft seien. Vor allem auch da Torvalds Antwort recht emotional und heftig ausfiel, schickte er später eine Entschuldigung hinterher und Linux bekam mit comp.os.linux eine eigene Newsgruppe im Usenet.

Ebenfalls 1992 stand die erste Portierung des X-Window-Systems für Linux bereit. Da bei dieser grafischen Oberfläche Server und Client über Domainsockets kommunizieren, war auch richtige Netzwerkunterstützung für Linux nahe. Also folgte auf die Version 0.12 gleich 0.95 - Torvalds sah die Version 1.0 in greifbarer Nähe. Doch es verging mehr Zeit als gedacht. Immerhin erhielt Linux in den 0.9x-Versionen nützliche Funktionen wie erste SCSI- und Sound-Treiber. Aber auch das noch heute populäre Dateisystem Ext2 wurde in den Kernel integriert. Erste X11-Programme wurden portiert, Linux lernte zu drucken. Das System wurde benutzbar und interessanter.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed
 15 Jahre Linux15 Jahre Linux 
  1.  
  2. 1
  3. 2
  4. 3
  5. 4
  6. 5
  7. 6
  8.  


Friedel 22. Sep 2006

Richtig! Wenn wir nicht aufpassen, lässt sich Thorvalds seine Erfindung noch...

Gently 20. Sep 2006

Das besagt jetzt was? Was hat sich den bitte geändert? Nein. Wenn ein "Author" ein...

Kraftsaft 19. Sep 2006

Nunja, wir werden alle nicht jünger, gell? Und Torvalds Gewichtsprobleme halten sich IMHO...

Woever 19. Sep 2006

Das im Artikel angegebene GPL-Datum erscheint mir falsch: In den Release-Notes für die...

Oliver_S 19. Sep 2006

Für manche ist programmieren auch eine kreative Tätigkeit MfG Oliver



Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Amtlicher Energiekostenvergleich  
Benzinkosten mehr als doppelt so teuer wie Ladestrom

Vom 1. Oktober an müssen große Tankstellen einen Energiekostenvergleich aushängen. Dabei schneiden Elektroautos derzeit am besten ab.

Amtlicher Energiekostenvergleich: Benzinkosten mehr als doppelt so teuer wie Ladestrom
Artikel
  1. Roku Streambar: Soundbar mit Streamingfunktionen kostet 150 Euro
    Roku Streambar
    Soundbar mit Streamingfunktionen kostet 150 Euro

    Roku kommt nach Deutschland und bringt parallel zu externen Streaminggeräten auch eine Soundbar, um den Klang des Fernsehers aufzuwerten.

  2. Konkurrenz zu Fire-TV-Sticks: Roku bringt Streaming-Gerät für 30 Euro
    Konkurrenz zu Fire-TV-Sticks
    Roku bringt Streaming-Gerät für 30 Euro

    Die Fire-TV-Sticks von Amazon bekommen Konkurrenz. Roku kommt nach langer Wartezeit mit seinen Streaming-Geräten nach Deutschland.

  3. Diablo 2 Resurrected im Test: Der dunkle Fürst der Zeitfresser ist auferstanden
    Diablo 2 Resurrected im Test
    Der dunkle Fürst der Zeitfresser ist auferstanden

    Gelungene Umsetzung für Konsolen, überarbeitete Grafik und Detailverbesserungen: Bei Diablo 2 Resurrected herrscht Lange-Nacht-Gefahr.
    Von Peter Steinlechner

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Daily Deals • Alternate (u. a. DeepCool Matrexx 55 V3 ADD-RGB WH 49,98€) • Thunder X3 TC5 145,89€ • Toshiba Canvio Desktop 6 TB ab 99€ • Samsung 970 EVO Plus 2 TB 208,48€ • Lenovo-Laptops zu Bestpreisen • 19% auf Sony-TVs bei MM • WISO Steuer-Start 2021 10,39€ • Samsung Odyssey G7 499€ [Werbung]
    •  /