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Stürzende Linien: ShiftN korrigiert Architekturfotos

Software ersetzt teure Spezialoptiken. Der Programmierer Marcus Hebel hat ein kleines Windows-Programm zur Behebung eines besonders bei Architekturaufnahmen störenden Effektes entwickelt. ShiftN korrigiert automatisch und ohne Zutun des Benutzers in Fotos "stürzende Linien" und dreht auf Wunsch auch leicht schräge Bilder in die richtige Lage.
/ Ingo Pakalski
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Der Effekt stürzender Linien entsteht, weil die Objekt- und Projektionsfläche nicht parallel zueinander angeordnet sind. Besonders bei hohen Gebäuden und niedrigen Aufnahmestandorten tritt der Effekt zu Tage. Zwar gibt es für Spiegelreflexkameras auch so genannte Shift-Objektive, mit denen die Parallele hergestellt werden kann, doch sind diese teuer und naturgemäß nur bei Kameras mit Wechseloptiken einsetzbar.

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Die Software ShiftN ahmt diese Korrektur automatisch nach, indem sie Bildinhalte analysiert. In den meisten getesteten Fällen war der Knopf "Automatische Korrektur" bzw. dessen Ergebnis völlig ausreichend. Bei besonders ungewöhnlicher Architektur, wie beispielsweise einigen Hochhäusern am Potsdamer Platz in Berlin, verfälschte die Automatik allerdings die Bilder.

ShiftN sucht im Bild nach geraden Linienstücken und Kanten vertikaler Richtung. Diese praktisch bei allen Architekturaufnahmen anzutreffenden Stücke versucht die Software so anzuordnen, dass möglichst viele davon parallel verlaufen. Als Shift-Korrekturfaktor empfiehlt der Autor allerdings nicht 100, sondern nur 75 Prozent, da die Bilder so harmonischer wirken.

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Wenn auch die automatische Bilddrehung aktiviert ist, werden die Linienstücke bzw. die Bildinhalte zudem noch so angeordnet, dass sie mit den Bildrändern parallel verlaufen. Manuelle Eingriffsmöglichkeiten bietet ShiftN neben der Automatik auch noch: So kann die minimale Länge und der Kontrast der zu berücksichtigenden Linien eingestellt werden. Auch die maximale Gradabweichung der zu berücksichtigenden Linien von der Vertikalen kann beeinflusst werden.

Die Brennweite, die einen deutlichen Anteil an der Art der perspektivischen Veränderung des Bildes hat, versucht die Software aus den EXIF-Informationen der Fotos zu ermitteln. Wenn diese Information nicht vorliegt, kann sie auch manuell hinzugefügt werden. Außerdem kann die Software eine Radial-Verzeichnung korrigieren, die beispielsweise bei Weitwinkeln auftritt. Je nach Objektiv kann dabei eine kissen- oder tonnenförmige Verzeichnung entfernt werden.

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Durch die perspektivischen und erst recht durch die Drehkorrekturen fallen mehr oder minder große weiße Restbereiche an, die mit der Funktion "Bilder beschneiden" beim Speichern der Bilder entfernt werden. ShiftN speichert in den Dateiformaten JPEG und BMP.

Dabei wird die Originalversion des Bildes natürlich nicht angetastet – das Programm speichert im Ursprungsverzeichnis seine Bildvariante mit dem Dateinamen-Zusatz "_ShiftN". Das Programm beherrscht auch eine Stapelverarbeitung, mit der gleich eine ganze Serie ausgewählter Bilder automatisch korrigiert werden kann.

ShiftN ist Freeware und steht als Download(öffnet im neuen Fenster) bereit.


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