Weniger Beschwerden von den Nachbarn beim DVD-Abend. Mit einem aus der Studio-Technik entlehnten Verfahren will JVC die teils enormen Pegel von Heimkino-Anlagen bändigen. Nur noch zwei Lautsprecher sollen dank digitaler Signalverarbeitung ausreichen, um vollen Surround-Sound zu produzieren. Da die Boxen als Nahfeld-Monitore ausgelegt sind, müssen sie nahe beim Zuhörer und nicht mehr bei der Bildquelle stehen.
Das Prinzip von JVC, für welches das Unternehmen bereits drei Patente angemeldet hat, arbeitet nicht mit herkömmlichen Lautsprechern, die ein mehr oder weniger diffuses Abstrahlungsverhalten aufweisen. Vielmehr kommen Nahfeld-Monitore zum Einsatz, die dem System auch den Namen Near Speaker Surround geben. Derartige Lautsprecher, wie sie auch auf dem Mischpult eines Toningenieurs im Studio stehen, produzieren nur in einem kleinen Bereich von etwa zwei Metern Abstand – oder weniger – einen hohen Schalldruck mit vollem Frequenzumfang.
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Um den Pegel in der Umgebung zu reduzieren, setzt JVC zudem auf Auslöschungssignale, verrät aber noch nicht, ob es sich dabei um die bekannte Phasenumkehr handelt: Bei herkömmlichen Lautsprechern können bestimmte Frequenzen ausgelöscht werden, indem sie mit umgedrehter Phase von einer anderen Schallquelle in den Raum gestrahlt werden. So arbeiten auch die "Noise-Cancellation"-Kopfhörer, die beispielsweise im Flugzeug den Lärm der Triebwerke stark mildern. Insgesamt erwartet JVC eine Reduzierung des Schalldrucks von bis zu 56 Prozent im Raum, während der Pegel am Hörplatz selbst gleich bleiben soll.
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JVCs System ist als eine kompakte Aktivbox ausgelegt, die auch die nötige Elektronik enthält. Sie steht idealerweise vor dem Zuhörer auf einem Tisch – für wie viele Personen sich das Verfahren mit einer Box eignet, erklärte JVC noch nicht. Ebenso ist nicht bekannt, mit welchen Raumklang-Verfahren wie Dolby Digital oder DTS in welchen Versionen es besonders gut funktionieren soll. Auch einen Termin für die Markteinführung nannte das Unternehmen noch nicht.