Neuer alter Gesellschaftsvertrag für Debian?

Firmware-Problematik beschäftigt Entwickler weiter

Das Debian-Projekt beschäftigt sich weiter mit der Frage, ob die kommende Version 4.0 Closed-Source-Firmware mitliefern soll, wie sie von manchen Treibern benötigt wird. Dabei halten sich die Entwickler an ihre Richtlinien für freie Software, die beispielsweise auch auf Dokumentationen angewandt werden. Diese verhindern derzeit, dass die entsprechende Firmware mitgeliefert wird und somit unter Umständen die Funktion bestimmter Hardware. Projektleiter Anthony Towns schlägt daher vor, eine ältere Version des Gesellschaftsvertrag zu reaktivieren.

Artikel veröffentlicht am , Julius Stiebert

Der Debian-Projektleiter Anthony Towns hatte zu einer Umfrage aufgerufen, da sich die Frage stellte, wie mit unfreier Firmware in der Linux-Distribution umgegangen werden sollte. Einige Hardware benötigt Firmware-Pakete, die erst zur Laufzeit vom Treiber geladen werden. Da diese in der Regel jedoch nicht unter einer freien Lizenz verfügbar sind, widerspricht dies den Richtlinien für freie Software des Projektes, die im Gesellschaftsvertrag festgeschrieben sind.

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Das Ergebnis gab Towns nun in einer E-Mail bekannt. Demnach sprach sich die Mehrheit der Teilnehmer dafür aus, Debian Etch pünktlich im Dezember 2006 zu veröffentlichen und dafür unfreie Firmware im Hauptzweig der Distribution zu erlauben. Die Alternative wäre beispielsweise, Firmware-Pakete nach "Nonfree" zu verschieben und das Installationsprogramm so anzupassen, dass es von dort Pakete herunterlädt. Allerdings würde Etch dann nicht rechtzeitig fertig werden.

Zwar war die Umfrage keineswegs repräsentativ und auch nicht bindend. Towns nimmt sie allerdings dennoch ernst und schlägt vor, den original Gesellschaftsvertrag von 2004 wieder zu aktivieren, da man den aktuellen ohnehin nicht erfüllen würde. Der darin verwendete Begriff "Software" soll sich zudem nur auf ausführbare Programme, Skripte und Bibliotheken beziehen, nicht aber auf Teile, die nicht direkt von Debian aufgerufen werden.

Die Richtlinien für freie Software sollten sich zwar auch dann auf Dokumentation, Bilder, Videos und Ähnliches beziehen. Firmware, aber beispielsweise auch Logos, die unter einem Copyright stehen, sollten hingegen nicht davon betroffen sein und unabhängig von den Richtlinien in die Distribution gelangen können. Nach der Veröffentlichung von Etch könne das Debian-Projekt erneut darüber entscheiden, was im Gesellschaftsvertrag festgeschrieben sein soll. Towns hält dies für eine bessere Variante, als den aktuellen Gesellschaftsvertrag beizubehalten, ihn aber nicht zu erfüllen.

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Über Towns Vorschlag werden jetzt die Entwickler der Distribution entscheiden, allerdings trifft er derzeit nicht auf breite Zustimmung. Letztlich wird die Entscheidung aber auch eine unmittelbare Auswirkung auf den Erscheinungstermin von Debian 4.0 alias Etch haben.

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