Lizenzstreit um Cdrtools
Suns Common Development and Distribution License(öffnet im neuen Fenster) (CDDL) wird zwar von der Open Source Initiative als Open-Source-Lizenz anerkannt, die Free Software Foundation hingegen hält die Lizenz für inkompatibel(öffnet im neuen Fenster) zu der GNU General Public License(öffnet im neuen Fenster) (GPL). Unter dieser steht jedoch Linux selbst und auch die meiste Software für das freie Betriebssystem.
Cdrtools-Autor Jörg Schilling, der auch die OpenSolaris-Distribution Schillix entwickelt, stellt in neueren Versionen immer mehr Teile der Software unter die CDDL – und löste damit einen Streit aus. Ein Fehlerbericht(öffnet im neuen Fenster) der Debian-Distribution machte bereits Ende Januar 2006 darauf aufmerksam, dass verschiedene Makefiles der Cdrtools unter der CDDL stehen und damit ein unerlaubter Lizenzmix entsteht.
Mit den letzten Versionen der Software stellte Schilling immer weitere Teile unter die CDDL, so beispielsweise das Programm Cdrecord. Das Programm zum Erstellen von ISO-9660-Dateisystemen, Mkisofs, hingegen blieb unter der GPL, da auch andere Autoren das Copyright daran halten. Mkisofs benötigt allerdings die Bibliothek Libscg, die wiederum unter die CDDL gestellt wurde. Laut GPL darf allerdings kein zur GPL inkompatibler Code mit einem GPL-Programm verbunden ("gelinkt") werden, weshalb es auch die LGPL gibt, die dieses erlaubt.
Auf der Debian-Entwickler-Mailingliste gab es daraufhin weitere Diskussionen, in denen Schilling auch einen Plan zur Lösung(öffnet im neuen Fenster) der Probleme vorstellte. Erster Punkt dabei: der Rauswurf eines Debian-Entwicklers, der, so Schilling, in den letzten Jahren das größte Problem der Distribution gewesen sei.
Andere Distributionen haben ebenfalls bereits reagiert: Fedora Core verwendet einfach die letzte GPL-Version weiter. Den Debian-Entwicklern hingegen reicht dies nicht und so wurde kurzerhand ein Fork ins Leben gerufen. Das vorläufig "Debburn" getaufte Projekt hat bereits ein eigenes Subversion-Verzeichnis(öffnet im neuen Fenster) und eine Mailingliste(öffnet im neuen Fenster) , in deren erster E-Mail interessierte Entwickler zur Mitarbeit eingeladen werden. Man wolle auch noch einen neutralen Namen wählen, so dass andere Distributionen die Software ebenfalls einsetzen können.
Jörg Schilling fällt damit nicht zum ersten Mal auf: In der Vergangenheit gab er den Teil der Cdrtools, der zum Beschreiben von DVDs notwendig ist, nicht im Quelltext frei. Privatanwender bekamen das Binary zwar kostenlos, Linux-Distributionen mussten allerdings Lizenzabgaben an ihn zahlen. Dies führte zu freien Projekten, die selbst eine DVD-Unterstützung für die Cdrtools entwickelten. Dies gefiel Schilling allerdings gar nicht und so überarbeitete er seine Cdrtools auch schon einmal so, dass Suse seine Pakete nicht mehr ohne Probleme verändern konnte. Hieran störte sich das Debian-Projekt ebenfalls und stufte die Veränderung kurzerhand als GPL-inkompatibel(öffnet im neuen Fenster) ein.
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