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Gothic 3 - Eindrücke von der Games Convention

Gothic beeindruckt mit hohen Sichtweiten und detaillierten Landschaften. Das Essener Studio Piranha Bytes stellte auf der Games Convention das Spiel Gothic 3 vor. Die Arbeiten sind weit fortgeschritten und die Entwickler sind zuversichtlich, das Spiel im Oktober 2006 auf den Markt bringen zu können.
/ Andreas Sebayang
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In der Geschichte des Rollenspiels Gothic 3 haben die Orks mittlerweile die menschliche Armee von König Rhobar geschlagen und die meisten überlebenden Einwohner versklavt. Der Spieler muss als Held der Insel Khorinis seinen Weg zum Festland Myrtana antreten, um sein Schicksal zu entscheiden. Ob er dabei den Rebellen beim Erreichen der Freiheit hilft oder sich lieber den Orks anschließt, bleibt ihm überlassen.

Dazu muss der Spieler in Rollenspielmanier verschiedene Aufgaben lösen. Die vergebenen Aufgaben sollen mehrere Lösungswege bieten und auch, wenn der Spieler einen Fehler gemacht hat, noch lösbar bleiben. Ein eigenes System im Spiel überwacht, ob eine Aufgabe tatsächlich noch gelöst werden kann und greift dann gegebenenfalls ein. Das soll selbst dann funktionieren, wenn die Entwickler bei den Aufgaben einen Fehler gemacht haben.

Als Neuerung in Gothic kommt das Assassinen-Volk hinzu, das Kampfsystem wird um den Schildkampf bereichert und die Arenakämpfe aus dem ersten Teil der Gothic-Serie sind ebenfalls wieder in Gothic 3 zu finden.

Wie gut oder schlecht man auf einzelne Fraktionen oder Städte gestellt ist, bestimmt ein Stand-System. So ist es am Anfang nicht möglich, Gebäude der Orks zu betreten. Die Wachen hindern einen am Zutritt. Probiert der Spieler es dennoch, wiederholt einzutreten, zeigen sich die Wachen schließlich von ihrer unangenehmen Seite und der Spieler muss seine eigene Waffe zücken.

Das Ziehen der Waffe sollte der Spieler in Städten sonst möglichst unterlassen, denn die Bewohner und Wachen sind nicht unbedingt gut darauf zu sprechen, wenn mit gezogener Waffe durch eine Stadt gezogen wird. So kann es auf diese Art und Weise durchaus zu Kämpfen kommen, die jedoch nicht tödlich enden müssen. Es bleibt dem Spieler überlassen, einen Mord zu begehen. Wird er dabei erwischt, hat dies Auswirkungen auf sein Verhältnis zu Gruppierungen und Stadtbewohnern. Da in jeder Stadt auch Vertreter der anderen Städte herumwandern, spricht sich das in der Welt von Gothic schnell herum.

Die Welt von Gothic 3 wirkt insgesamt sehr lebendig. Jeder Nicht-Spieler-Charakter hat sein eigenes Job-Skript, das seinen Tages- und Nachtablauf steuert. Selbst Bedürfnissen wie etwa Essen und Toilettengängen gehen die Bewohner nach, wobei für Letzteres nicht unbedingt eine Toilette herhalten muss. Auch Gegenstände wie Wassertonnen erfüllen einen Zweck. Hier kann sich der erschöpfte Spieler erfrischen und so von Kämpfen erholen. Zudem versprechen die Entwickler, dass einem beim Durchstreifen der Welt immer wieder interessante Objekte begegnen. Langweilige Einöden soll es nicht geben und soweit es auf der Games Convention zu beurteilen war, gab es für den Spieler immer mal wieder etwas zu sehen.

Die Welt soll zudem wesentlich größer sein. Wer zu Fuß unterwegs ist, soll gut 20 Minuten brauchen, um von dem einen Ende von Myrtana zu dem anderen Ende zu gelangen. Es gibt aber auch die Möglichkeit, sich zu teleportieren.

Gegenüber Golem.de erwähnte Kai Rosenkranz von Piranha Bytes, dass man zwar mit Reittieren experimentiert hat, diese Idee jedoch schnell wieder verworfen hat, da der Spieler sich sonst zu schnell durch die recht detaillierte Landschaft bewegt. In Gothic 3 wird der Spieler beim normalen Wandern in der Welt nicht von Ladezeiten unterbrochen. Aber bei schnellen Reittieren kommt die Grafik-Engine nicht hinterher mit dem Nachladen der recht detaillierten und vor allem sehr weiträumigen Landschaft. Selbst Bäume lassen sich noch in weiter Entfernung darstellen. Dafür hat sich Piranha Bytes extra eine Vegetations-Engine eingekauft, die darauf spezialisiert ist, Bäume auch in großer Entfernung noch darstellen zu können. Die Grafik-Engine selbst ist eine Eigenentwicklung und soll nichts mehr mit den Vorgängern zu tun haben.

Damit auch der Sound mit der Grafik mithalten kann, verpflichtete Piranha Bytes das Bochumer Orchester und das japanische Taiko (japanische Trommel) Ensemble Gocoo, die unter anderem auch an dem Matrix-Soundtrack mitgearbeitet haben. Die Musik soll auch als eigenständiger Soundtrack auf CD erscheinen. Das Spiel ist zudem mit rund 20 Stunden Sprachausgabe gefüllt, als Sprecher wurden dieselben Schauspieler verpflichtet, die schon an den vorherigen Teilen mitgearbeitet haben.

Für die Games Convention wurde die spielbare Demo in letzter Minute im Schwierigkeitsgrad extra angepasst. Die Endversion soll nicht so einfach sein. Wer das Spiel vor Ort getestet hatte, muss also nicht befürchten, dass jeder Gegner mit nur zwei Schlägen niedergestreckt werden kann. Dies war laut Piranha ein Fehler, der sich in letzter Minute eingeschlichen hatte. Derzeit arbeitet Piranha Bytes noch an Optimierungen unter anderem auch mit Nvidia selbst zusammen. Die Demostationen, die mit Nvidia-Karten liefen, zeigten noch einige Grafikfehler.

Nach mehreren Verzögerungen soll Gothic 3 schließlich am 13. Oktober 2006 für Windows-PCs in den Handel kommen. Ob es auch Konsolenumsetzungen geben wird, ist noch unklar.


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