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Interview: "Der PC hat keinen Sex mehr"

Fable (Xbox)
Fable (Xbox)
Langer: Welche der drei neuen Konsolen finden Sie am innovativsten?

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Molyneux: Die Frage treibt mich ja fast zwangsläufig dazu, das Nintendo Wii zu nennen. Es war auf jeden Fall ein genialer Schachzug von Nintendo, nicht die beste Technik haben zu wollen, sondern das spannendste Eingabegerät. Man sollte Nintendo eben nie unterschätzen. Aber, jetzt mal ganz ehrlich: Ich war enttäuscht, als ich die ersten Male am Wii gespielt habe. Ich erwartete wirklich eine völlig neue Form der Steuerung. Aber in Wahrheit hat sich das meiste so angefühlt, wie ich es seit Jahren vom PC her kenne: Ich versuche irgendwie, mich mit einer Art Maus in der Hand zu bewegen. Es werden sicher noch Spiele kommen, die das neue Interface des Nintendo Wii wirklich mit Leben füllen. Ich kann mir für mich persönlich aber nicht vorstellen, dass ich in Zukunft beim Spielen mit den Armen herumrudere.

Langer: Welche ist denn nun am innovativsten?

Molyneux: Das Wii ist sehr innovativ, auch Microsoft hat mit der Xbox 360 etwas Großartiges entwickelt, insbesondere im Multiplayer-Bereich. Von der Sony PlayStation 3 bin ich enttäuscht, die haben keine eigenen Ideen und reden immer nur von Blu-ray. Aber ich sehe nicht, was das für Spiele bringen soll. Es ist doch einfach noch ein weiteres Datenträgerformat.

Langer: Ist Multiplayer der Trend der Zukunft?

Molyneux: Nicht unbedingt Multiplayer, wie wir es heute kennen. World of Warcraft etwa betont sehr das Schließen neuer virtueller Freundschaften. Die Fortführung dieser Freundschaften mittels Friend Lists ist jedoch nicht gut gelungen. Oder meine Freunde spielen auf einem anderen Server, zu dem ich nicht so einfach wechseln kann, und wenn, dann kostenpflichtig. Ich finde den Online-Dienst Xbox Live klasse, da sehe ich immer, was meine Freunde gerade tun. Das ist doch, was ich will: Mit meinen bestehenden Freunden unkompliziert Spaß haben. Ich behaupte, das definitive Multiplayer-Spiel wird erst noch entwickelt werden, und es wird sich dabei nicht darum drehen, durch eine fremde Welt zu laufen, sondern es wird um die Freundschaften der Leute gehen.

Langer: Wie hat sich die Zielgruppe Spieler verändert in den letzten zehn Jahren?

Molyneux: Sie hat sich ungeheuer verändert. Die ganze Welt hat sich ungeheuer verändert. Wenn man 10 oder 20 Jahre zurückblickt und sich Filme oder Sendungen aus dieser Zeit ansieht: Damals dauerte eine einzige Einstellung Minuten, da hat eine Person endlos geredet. Heute vergehen nur noch vier Sekunden, bis von einem Schauspieler auf den nächsten geschnitten wird. Die Aufmerksamkeitsspanne der Leute ist viel kürzer geworden. Mein Stiefsohn ist Anfang 20, wenn ich bei dem auf den Bildschirm schaue, dann sind da zehn Fenster gleichzeitig offen, er chattet mit drei Freunden, surft im Internet und sieht sich gleichzeitig ein Video an. Mit diesem Verhalten müssen wir umgehen als Designer. Das heißt aber nicht, dass wir keine großen Missionen oder Spielziele mehr brauchen. Denn ohne das globale "Rette die Prinzessin" fehlt den Leuten der Grund fürs Spielen.

Langer: Sagen Sie uns, wie moderne Spiele demnach sein müssen.

Molyneux: Wir Designer müssen nur eine einzige Sache beachten, aber die ist ungeheuer wichtig: Wir müssen die Spieler in jeder einzelnen Minute faszinieren, vom Hocker hauen, ihre Kiefer offen stehen lassen. Es gibt immer noch so viele Dinge im Spieldesign, die noch nie jemand gemacht hat. Darum geht es: Den Leuten mit Spielen etwas zu bieten, was sie noch nie zuvor erlebt haben!
[von Jörg Langer, www.publishingoffice.de. Das Interview erschien kürzlich auch in gedruckter Form bei unserem Partner International Games Magazin (IGM), in der Ausgabe 1 vom 23. August 2006]

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Molybub 13. Sep 2006

/sign

Nfreak 01. Sep 2006

Das ist doch der Witz was der Mann da erzählt jetzt wurde er von Microsoft aufgekauft und...

Sven Janssen 31. Aug 2006

Aber es will doch keiner mit der Konsole den PC/Mac ersetzen. Das möchten uns die "PC...

Mac Jack 31. Aug 2006

Hoffen wir das Beste :D

Linguist 31. Aug 2006

Neenee Du. 1-Minuten-Schach von Leuten, die es koennen, ist gerade NICHT herunterbeten...


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