Zahlende Premiumspieler können neue Inhalte früher nutzen. Der koreanische Online-Shooter Warrock wird mittlerweile von K2 Network betreut und wurde westlichen Verhältnissen angepasst. Das Spielen selbst ist innerhalb des "Free2Play"-Progamms kostenlos. Für die Finanzierung des Projekts halten Premiuminhalte her, welche die Spieler gegen bares Geld bekommen. Nicht nur K2 Network versucht sich mit diversen Spielen an dem neuen Geschäftsmodell, auch das Online-Portal GOA.com will bald starten und Minispiele für zwischendurch anbieten.
Verglichen mit der alten Warrock-Beta des letzten Jahres hat sich viel bei dem Shooter getan. Dessen Entwicklung wurde mittlerweile aufgeteilt: So kümmert sich ein Team um die Bedürfnisse westlicher Länder und das ursprüngliche Entwicklerteam Dream Execution widmet sich den Spielern in Südkorea. Das schlägt sich auch bei den Karten nieder, denn Koreaner bevorzugen laut Matt Norton von K2 Networks eher kleine, schnelle Karten, während westliche Spieler sehr gerne auf größeren Karten kämpfen.
Die ersten Warrock-Neuerungen sollen bereits in der offenen Beta spürbar sein. Während die alte Beta noch kräftig mit Netzwerk-Zeitverzögerungen (Lag) zu kämpfen hatte, sollen je ein Server in Frankfurt und in London diese Missstände beseitigt haben.
Im Unterschied zu vielen anderen 3D-Shootern im Onlinebereich will K2 Network für das Spiel sogar Gamemaster bereitstellen, die Support leisten und beispielsweise direkt im Spiel Cheater aufspüren können. Als Anti-Cheat-Tool wird Punkbuster genutzt, das laut K2 Networks bei schweren Verstößen sogar einen Hardware-Bann ermöglicht. Wer erwischt wurde und weiterspielen will, muss dann Teile der Hardware tauschen, um die eindeutige Hardware-ID zu ändern. Einfach einen neuen Account zu erstellen soll so nicht mehr ausreichen.
Während Warrock in Südkorea vor allem über Internetcafés Lizenzeinnahmen erwirtschaftet, funktioniert dieses Modell laut K2 Network im westlichen Markt nicht. Daher haben sich die Entwickler entschieden, das Spiel frei anzubieten und die Finanzierung durch kostenpflichtige Inhalte zu sichern. Über diese gibt es etwa einen leichteren Zugriff auf Gegenstände, die in "Dinar" bezahlt werden, zudem stehen neue Inhalte früher zur Verfügung.
Spieler mit mehr Geld können sich zwar Extra-Dinar kaufen, um mehr Auswahl bei der Ausrüstung zu erhalten, haben jedoch deshalb keine Vorteile beim Spiel, so Norton. Wer sich etwa eine Sonnenbrille für seinen Charakter kauft, bekommt damit keinen Bonus. Selbst neue Karten, die zunächst nur für Premiumnutzer erhältlich sind, können von allen genutzt werden. Freie Spieler haben nur nicht die Möglichkeit, selbst ein Spiel mit diesen Karten zu erstellen, sie können den Spielen aber beitreten.
Die Warrock-Entwickler wollen möglichst viele Spieler ansprechen. Um den Einstieg zu erleichtern, ist es zudem nicht möglich, Spieler des eigenen Teams zu erschießen. Flugzeuge lassen sich zwar leicht steuern, mit ihnen zu schießen und auch zu treffen soll hingegen schwer sein und erfordert Übung. Auch die Hardwareanforderungen sind eher im unteren Bereich angesiedelt.
Zurzeit können in Warrock nur maximal 16 gegen 16 Spieler antreten, in Zukunft soll das Limit allerdings stark angehoben werden. Zudem arbeitet K2 Networks an territorialen Kämpfen, denkt über Karten nach, die Rennen mit Motorrädern ermöglichen, während Teile des Teams mit Raketenwerfern bewaffnet sind, und will Voice-Chat innerhalb des Spiels anbieten. Für Clans interessant sind die geplante Funktion des raumübergreifenden Clan-Chats sowie die Möglichkeit, Clan-Symbole auf den Uniformen zu tragen. Für Letzteres werden vermutlich einige Dinar fällig.
Die Warrock-Entwickler nehmen sich für die Zukunft viel vor: Nach dem Start sollen im Monatsrhythmus neue Inhaltspakete erscheinen und es wurde angekündigt, dass die Community stark einbezogen werde. Alle vier bis sechs Monate werde ein größeres Paket erscheinen, das neue Karten, Modi und neue Teile der Hintergrundgeschichte bieten soll.
Das Online-Portal GOA.com will demnächst mit einem ähnlichen System starten. Die ebenfalls aus Korea stammenden Spiele Pangya (Golf), Extreme Soccer und Gun Bound (Worms-Klon) laden mehr für kurze Spiele zwischendurch ein. Auf der Games Convention wurde anhand von Gun Bound gezeigt, wie das System funktioniert. Einige Gegenstände lassen sich nur mit Gold bezahlen, welches sich erspielen lässt, andere nur über echtes Geld und schließlich ist auch die Kombination aus beidem möglich. Wie bei Warrock sollen Spieler mit viel Geld jedoch keine allzu großen Vorteile haben, was die spielerischen Fähigkeiten angeht. Der Preisrahmen für Gegenstände soll zwischen 50 Cent und 5,- Euro liegen, abhängig von Nutzungsdauer und Art des Gegenstandes.