Ionenpumpe bläst Kühlluft durch Chips
Für die Kühlung von Halbleitern, die auch in Zeiten steigender Rechenleistung pro Watt problematisch bleibt, gibt es inzwischen zahlreiche andere Ansätze, als die Hitze nur über einen Kühlkörper und dann über mehrere Ventilatoren aus dem Gehäuse zu befördern. Auch wenn moderne Prozessoren tendenziell weniger Leistung aufnehmen als ihre Vorgänger, ist besonders im Server-Bereich eine effiziente Kühlung weiterhin wichtig, weil sich nur so die Dichte der Rechenleistung auf einem vorgegebenen Raum erhöhen lässt.
Erst im Mai 2006 ließ die Universität Purdue im US-Bundesstaat Indiana aufhorchen, als sie eine mikromechanische Pumpe demonstrierte, die Wasser durch Kühlungskanäle auf einem Chip trieb. Wenig später zeigte dieselbe Forschungseinrichtung, wie ein Halbleiter mit Nanoröhrchen gekühlt wird – die Chipkühlung ist derzeit eines der interessantesten Forschungsgebiete, da sich mechanische Strukturen, auch "MEMS" genannt (mikroelektrisches mechanisches System) mit Fertigungsverfahren aus der Halbleiter-Produktion vergleichsweise günstig und einfach herstellen lassen.
Laut Professor Mamishev sind jedoch noch einige Punkte ungeklärt, vor allem der Ladungsfluss auf einem Halbleiter bereitet ihm Kopfzerbrechen. Um die thermodynamischen Effekte zu kanalisieren, sieht er unter anderem Nanoröhrchen als mögliche Lösung an. Das Verfahren scheint dennoch für die kommerzielle Anwendung interessant. Für die Fortführung des Projekts erhält die Universität von Washington auf Grund der ersten Erfolge 100.000 US-Dollar Fördergelder, die unter anderem Intel beisteuert.



