Zum Hauptinhalt Zur Navigation

Ein bisschen ZFS für Linux

ZFS für FUSE 0.2.0 erschienen. Das "ZFS on Linux"-Projekt hat nun eine erste Version der Portierung von Suns Dateisystem veröffentlicht. Linux-Nutzer haben damit zumindest die Gelegenheit, sich einen ersten Eindruck zu verschaffen – tatsächlich lassen sich nämlich noch keine ZFS-Partitionen einhängen.
/ Julius Stiebert
31 Kommentare News folgen (öffnet im neuen Fenster)

Suns Ankündigung des Dateisystems ZFS stieß auch in der Linux-Welt auf einiges Interesse. Ein einzelner Programmierer machte sich daran, ZFS auf Linux zu portieren und hat nun den aktuellen Entwicklungsstand veröffentlicht.

ZFS ist ein 128-Bit-Dateisystem, das laut Sun kommerziellen Dateisystemen überlegen sein soll. Das System vereint Funktionen, wie sie bereits vom Logical-Volume-Manager und RAID bekannt sind, denn es fasst physische Partitionen zu einem so genannten "Pool" zusammen. In diesem Pool lassen sich wiederum logische Partitionen anlegen, deren Größe man beliebig ändern kann. Bei Bedarf kann ZFS die Partitionsgröße auch selbstständig ändern und so den Administrationsaufwand gegenüber klassischen Volume-Managern senken.

Des Weiteren bietet ZFS auch Funktionen, die die Datei-Integrität sicherstellen, beispielsweise eine Kombination aus Prüfsummen und Copy-on-Write-Mechanismen. Dabei kann ZFS Fehler automatisch erkennen und im Hintergrund korrigieren, so dass das System weiterläuft. Die Datensicherheit lässt sich ferner erhöhen, indem zu jedem Zeitpunkt Schnappschüsse des Dateisystems erstellt werden können.

Durch Copy-on-Write-Mechanismen verspricht Suns Dateisystem außerdem eine hohe Leistung. Dynamisches Striping innerhalb eines Pools sorgt darüber hinaus für eine höhere I/O-Geschwindigkeit und die Blockgrößen werden je nach Last automatisch gewählt.

Sun hat ZFS zwar als Open Source veröffentlicht, nutzt dabei aber seine eigene Common Development and Distribution License(öffnet im neuen Fenster) (CDDL). Diese ist zwar von der Open Source Initiative als Open-Source-Lizenz anerkannt, nach Meinung der Free Software Foundation allerdings inkompatibel zu der GNU General Public License(öffnet im neuen Fenster) (GPL).

Da der Linux-Kernel unter den Bedingungen der GPL veröffentlicht wird, ist eine Integration von ZFS folglich nicht möglich. Die ZFS-Portierung für Linux bedient sich daher des "File System in Userspace" (FUSE), das seit Linux 2.6.14 Bestandteil des offiziellen Kernels ist.

Dieses Modul erlaubt es Anwendern, unabhängig vom Kernel eigene Dateisysteme zu erstellen. Dies können auch virtuelle Dateisysteme sein, die nicht selbst Daten speichern, sondern auf ein existierendes Dateisystem zugreifen. So gibt es beispielsweise verschiedene Ansätze, um Gmail-Konten und Flickr-Zugänge in das lokale Dateisystem einzuhängen.

Die nun veröffentliche Version 0.2.0 von ZFS für Linux ist die erste öffentlich zugängliche Version und bietet zumindest einen Vorgeschmack. Allerdings lassen sich damit noch gar keine ZFS-Partitionen einbinden, so dass also weder Dateien geschrieben noch gelesen werden können. Stattdessen unterstützt das FUSE-Modul bisher nur die Verwaltung von ZFS-Pools und -Dateisystemen. So kann der Status eines Pools abgefragt werden und neue Pools lassen sich erstellen.

Welche Befehle im Einzelnen funktionieren, erklärt der Entwickler in einem Beitrag auf seiner Webseite(öffnet im neuen Fenster) . Das FUSE-Modul steht ab sofort zum Download(öffnet im neuen Fenster) bereit, die Einrichtung wird im README(öffnet im neuen Fenster) erklärt.


Relevante Themen