Erstes Lizenzmodell für Video-Codec von HD DVD und Blu-ray

Codec VC-1 muss bei kommerzieller Nutzung bezahlt werden

Das für die Lizenzierung von Videostandards zuständige Gremium "MPEG LA" hat einen recht fortgeschrittenen Entwurf für die Vergütung der Nutzung des Codecs "VC-1" vorgelegt. Der vor allem von Microsoft entwickelte Codec kommt unter anderem auf HD DVDs und Blu-ray Discs zum Einsatz und muss bei jedem Verkauf eines Mediums und beim Online-Vertrieb bezahlt werden.

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Hinter VC-1 steckt eine Umsetzung der zahlreichen Möglichkeiten der MPEG-4-Verfahren. Der Codec ist unter dem Namen "Windows Media 9 Advanced Profile" von Microsoft schon seit längerem bekannt und gilt als Nachfolger des auf DVDs eingesetzten MPEG-2. VC-1 eignet sich sowohl für hoch aufgelöstes Videomaterial als auch für kleinere Clips auf mobilen Geräten oder das Streaming. Als Standard-Codec für HD DVDs und Blu-ray Discs und auch für Filme in Spielen der Xbox 360 steht VC-1 bereits als Muss für die kommenden Jahre fest.

Inhalt:
  1. Erstes Lizenzmodell für Video-Codec von HD DVD und Blu-ray
  2. Erstes Lizenzmodell für Video-Codec von HD DVD und Blu-ray

Folglich hat sich auch die "MPEG Licensing Association" (MPEG LA) bemüht, das Lizenzmodell für VC-1 vor der Verbreitung geeigneter Geräte fertig zu stellen. Bei der DVD mit MPEG-2 hatte man das lange versäumt und erst im Nachhinein Lizenzen von Geräteherstellern verlangt, die teils jahrelang DVD-Player verkauft hatten, für die keine Lizenzen bezahlt wurden.

Im aktuellen Entwurf der VC-1-Lizenzierung werden jedoch beispielsweise Blu-ray-Player nicht erwähnt, vielmehr liegen zunächst nur die Kosten für Codecs auf PCs und den Vertrieb von physikalischen Medien sowie den Verkauf von Dateien und Video-Streams auf dem Tisch. Bei PC-Codecs, also etwa Player-Anwendungen, ist bis zu 100.000 Verkäufen pro Jahr keine Gebühr zu entrichten. Wer 100.000 bis 5 Millionen Programme mit VC-1 im Jahr verkauft, hat für jedes Exemplar 20 US-Cent zu bezahlen. Ab 5 Millionen Anwendungen sind für jede 10 US-Cent gefordert, maximal aber 5 Millionen US-Dollar.

Für in Betriebssysteme integrierte VC-1-Codecs sieht die MPEG LA ein ähnliches Modell vor, die Staffelung und die Preise sind hier wie bei unabhängigen Programmen. Die Deckelung der maximalen Lizenzgebühren liegt jedoch bei 8 Millionen US-Dollar - vor allem Microsoft dürfte sich darüber freuen, da in VC-1 auch Know-how anderer Firmen steckt und der Software-Riese sich laut der MPEG LA verpflichtet hat, auch rückwirkend zu zahlen. Für alle anderen Vertreiber des Codecs greifen die Regelungen ab dem 1. September 2006.

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