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Vorschau: ParaWorld - Echtzeitstrategie trifft Jurassic Park

Berliner Echtzeit-Strategiespiel schickt sich an, Warcraft vom Thron zu stoßen. Das Berliner Spiele-Entwicklungs-Kombinat, kurz SEK-Ost, arbeitet bereits seit einiger Zeit an seinem Echtzeit-Strategiespiel ParaWorld. Golem.de konnte sich sowohl vor Ort im SEK-Büro als auch an Hand einer Betaversion des Spiels einen ersten Eindruck verschaffen.
/ Andreas Sebayang
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Das Echtzeit-Strategiespiel ParaWorld ist nach Wiggles (bzw. Diggles im Ausland) das zweite Spiel des Berliner Spiele-Entwicklungs-Kombinats (SEK). Zwischenzeitlich haben rund 50 Mitarbeiter in den Berliner Büros an dem Spiel gearbeitet, an dem geschlossenen Beta-Test haben nochmals rund 3.800 Spieler mitgewirkt.

In der Geschichte verschlägt es den Spieler in eine prähistorische Parallelwelt, in der sich Dinosaurier, Mammuts und andere Urtiere wiederfinden. Dabei stehen drei Völker zur Verfügung, die unterschiedliche Einheiten- und Gebäude-Stile haben. Während der Einspieler-Missionen bleiben die Helden vorgegeben, es lässt sich jedoch später im Spiel aussuchen, ob man die Mission lieber mit dem Wikinger-ähnlichen Nordvolk, den nomadisch lebenden Wüstenreitern oder dem asiatisch aussehenden Drachen-Clan spielen will. Drei verschiedene Handlungsstränge, wie etwa bei Warcraft III, gibt es in ParaWorld nicht.

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Die Einheiten teilen sich grob in drei Klassen auf. Zum einen gibt es Infanterie, bei der sich Nahkämpfer, Heiler oder etwa Fernkämpfer finden. Die Kavalerie beinhaltet vor allem größere Einheiten wie Transport-Saurier oder auch Handelskarren. Einige Einheiten wie etwa der Triceratops-Titan können als Kampfeinheit mehrere Infanteristen aufnehmen, die dann vom Saurier, in luftiger und sicherer Höhe, die Gegner etwa mit Fernkampwaffen beschießen, während der Titan sich im Nahkampf an anderen Einheiten auslässt. Gekämpft wird mit Pfeilen, Speeren, Schwertern und gelegentlich auch Schußwaffen wie der Schrotflinte eines Helden, den es in die Parallelwelt verschlagen hat. Die Helden sind die dritte Einheitenklasse des Spiels.

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Jede Einheit kann zusätzlich befördert werden, dafür benötigt der Spieler "Skulls", die er beim Töten von Gegnern oder neutralen Lebewesen erhält. Diese Skulls entsprechen einer globalen Erfahrung, je nach Vorliebe lässt sich jede Einheit befördern, die höheren Ränge sind jedoch begrenzt. Bei der Beförderung wird eine Einheit zudem automatisch geheilt, so dass während einer hektischen Kampfphase die Einheiten durch Beförderung vor dem sicheren Tod bewahrt werden können.

Mit der Beförderung gewinnen einige Einheiten zusätzliche Fähigkeiten, vor allem die Helden, die dann etwa den Bau neuer Einheiten ermöglichen oder andere Spezialfähigkeiten nutzen können. In die höchste von fünf Rangstufen kann nur eine Einheit befördert werden, in die darunter immerhin drei. Dabei ist es nicht immer sinnvoll nur die Helden zu befördern, einzelne mächtige Einheiten belegen bereits beim Bau die höheren Ränge. Es ist jedoch beispielsweise auch möglich, einen Arbeiter in den höchsten Rang zu befördern, womit er dann ebenfalls verbessert wird und sich Arbeiter einsparen lassen. Welche Einheit befördert werden soll, will also wohl überlegt sein, beeinflusst es das Spiel doch recht deutlich.

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Hier kommt der so genannte "Army Controller" ins Spiel, der sich an der Seite des Bildschirms befindet. Damit hat der Spieler zu jedem Zeitpunkt sämtliche Einheiten im Blick und sieht zudem, ob sie gerade kämpfen, untätig sind oder etwa Ressourcen abbauen. Einheiten lassen sich ohne weiteres per Drag-and-Drop umsortieren und etwa mit der Maus auswählen, indem einfach eine Auswahlbox über die Einheiten gezogen wird. Es ist sogar möglich, innerhalb des Controllers Verstärkungen zu anderen Einheiten zu schicken. Neben dem Army Controller befindet sich die Technologie-Leiste, die zeigt, in welcher Epoche sich das Volk gerade befindet.

Prinzipiell lässt sich das Spiel auch fast komplett in dem Army Controller spielen. Auf die Suche nach Einheiten muss sich der Spieler dann nicht mehr begeben. Der Army Controller lässt sich auch abschalten, wenn lieber mehr vom Spiel gesehen werden will.

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Der Mehrspielermodus bietet ein paar interessante Möglichkeiten: Bereits vor dem Spiel können sich die Spieler ihre Starteinheiten aussuchen. So lassen sich Punkte für Einheiten und Ressourcen ausgeben, mit denen begonnen werden soll. Daraus ergeben sich unterschiedliche Anfangsstrategien, ein Spieler kann etwa stärker auf Ressourcenabbau setzen, während der andere seine Starteinheiten alleine auf den Kampf konzentriert. Ein einzelner Arbeiter lässt sich jedoch immer noch für den Fall bauen, dass der Überraschungsangriff am Anfang fehlschlägt. Die Funktion gibt es auch im Einspielermodus. Die Anzahl der Punkte lässt sich bestimmen und hat so etwa Einfluss auf die Spielgeschwindigkeit.

Bis zu acht Spieler können sich im Deathmatch, im Domination-Modus (vergleichbar mit Unreal Tournament) und im Defender-Modus austoben. Letzterer ist ein "Einer-gegen-Alle"-Szenario. Der Verteidiger bekommt in diesem Spieltyp einen ressourcenreichen Platz der bereits mit Verteidigungsanlagen bestückt ist und muss eine gewisse Zeit durchhalten, während die anderen Spieler versuchen die Basis des Verteidigers zu überrennen. Für schnelle Spiele zwischendurch steht zudem die Arena zur Verfügung, hier gibt es keine Ressourcen und neben dem Geschick des Spielers entscheidet auch die Einheiten-Startaufstellung über Gewinn und Niederlage.

Der Mehrspielermodus hat schon einige E-Sport-Ligen überzeugt, die seit der frühen Betaphase das Spiel testen konnten. So steht für SEKs ParaWorld bereits vor dem offiziellen Erscheinungstermin fest, dass das Echtzeit-Strategiespiel in die ESL(öffnet im neuen Fenster) (Electronics Sports League) und die NGL(öffnet im neuen Fenster) (Netzstatt Gaming League) aufgenommen wird. Bei Letzterer ersetzt ParaWorld gar Blizzards Warcraft III: The Frozen Throne.

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Für Nutzer von mehr als einem Bildschirm soll ParaWorld selbst die Möglichkeit bieten, das Bild über zwei Bildschirme zu spannen. Einschränkend gilt jedoch, dass diese Funktion bisher Nvidia-Grafikkarten vorbehalten ist. Auf Grafikkarten von ATI funktionierte dieser Modus nach Angaben von SEK noch nicht, ob dies auch die Endversion betrifft, bleibt abzuwarten.

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ParaWorld machte einen insgesamt sowohl technisch als auch spielerisch guten ersten Eindruck. Das Spiel wirkt übersichtlich und durch seine gut verteilten Informationsboxen sollte selbst ein Neuling des Genres etwas von ParaWorld haben. Eine große Hilfe ist der Umstand, dass etwa die besonderen Fähigkeiten der Einheiten auch in gemischten Verbänden immer zugänglich sind. In Warcraft III etwa müssen dafür entweder unterschiedliche Gruppen erstellt und ausgewählt werden oder man springt mit der Tabulator-Taste durch die Untergruppen, um die Spezialfähigkeiten zugänglich zu machen.

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Begleitet wird das Spiel von vielen Zwischensequenzen, die mal in Echtzeit, mal als vorgerendertes Video von der ParaWorld-eigenen Grafik-Engine dargestellt werden und recht gut aussehen. Auch die filmreife Musikuntermalung ist gelungen und für die deutsche Vertonung wurden einige bekannte Stimmen verpflichtet.

Ausprobieren lässt sich das Spiel auf der Games Convention vom 24. bis zum 27. August 2006 in Leipzig. Dort soll das Spiel zum einen bei Koch Media im Einspielermodus und zum anderen auf dem Stand der NGL im Mehrspielermodus gezeigt werden. Wer keine Gelegenheit hat, zur Games Convention zu fahren, kann sich an der kürzlich erschienenen Mehrspielerdemo des Spiels versuchen. Diese ist knapp 900 MByte groß und etwa bei Gamershell (Deutsch)(öffnet im neuen Fenster), 3DGamers (Englisch)(öffnet im neuen Fenster) sowie von der Community-Seite von ParaWorld (Deutsch)(öffnet im neuen Fenster) herunterladbar.

Paraworld hat in dieser Woche den Goldstatus erreicht und soll am 15. September 2006 für Windows-PCs erscheinen. Beim Kopierschutz wird auf Tagès gesetzt, der sich neben einer CD-Key-Funktion auf dem Datenträger befindet.


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