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Anonym im Netz unter schwedischer Piratenflagge

Kostenpflichtiger Dienst "Relakks" gestartet

Die schwedische Piratenpartei hat einen kommerziellen Anonymisier-Dienst gestartet, der sich nicht nur an Nutzer von Filesharing-Software richtet sondern an alle, die aus den verschiedensten Gründen im Verborgenen bleiben wollen. Zwischen Relakks und dem Nutzer wird eine stark verschlüsselte Internet-Verbindung aufgebaut, über die sämtliche Internet-Anwendungen - etwa Tauschbörsen, Browser oder Instant Messenger - ihre Daten schicken können.

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Auch wenn "Relakks" von der "Piratpartiet" vollmundig als Darknet beschrieben wird, ist es ein Anonymisierer, denn die Nutzer tummeln sich nicht in einem für Fremde geschlossenen Netzwerk wie etwa beim Free Network Project (Freenet). Stattdessen werden die verschlüsselten Datenpakete weiter ins Internet geschleust und nur die Zuordnung erschwert. Anstatt mit seiner vom Internet-Provider zugeordneten IP-Adresse sind die Relakks-Kunden mit einer alle 12 Stunden neu zugewiesenen schwedischen IP-Adresse unterwegs. Bisher können nur dynamische IP-Adressen vergeben werden, statische sollen später ebenfalls möglich sein.

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Die Zuordnung der neutralen Relakks-IP-Adresse zu einer privaten IP-Adresse ist nach Angaben der schwedischen Piratenpartei nicht möglich. Insofern können etwa Beobachter die Datenpakete nur Relakks zuordnen, nicht aber dem Kunden. Selbiger ist über eine verschlüsselte Verbindung, genauer gesagt ein VPN mit 128-Bit-Verschlüsselung, an Relakks angebunden. So werden die Datenpakete beliebiger Anwendungen einfach durch Darknet geschleust und damit ihre genaue Herkunft verschleiert.

"Es gibt viele legitime Gründe, komplett anonym im Internet bleiben zu wollen", so Rickard Falkvinge, der Vorsitzende der Anfang 2006 gegründeten schwedischen Piratenpartei, die mittlerweile viele Nachahmer gefunden hat. Falkvinge weiter: "Das Recht Information im Privaten auszutauschen ist essentiell für eine demokratische Gesellschaft. Ohne einen sicheren Weg, anonym auf das Internet zuzugreifen ist dieses Recht null und nichtig."

Die "Piratpartiet" sieht eine Gesellschaft der freien, privaten Kommunikation durch "nicht ausgeglichene" Urheberrechtsgesetze gefährdet, deren Erzwingung zwangsläufig die Überwachung der Bürger mit sich bringe. Mit einem Teil des Relakks-Erlöses - der Dienst kostet seine Nutzer 5 Euro pro Monat - soll deshalb Lobby-Arbeit betrieben werden, mit dem Ziel freundlichere Gesetze zu schaffen, die das Recht auf Privatsphäre wieder wahren. Die aktuelle "Routine-Überwachung" soll derweil mit Relakks unterlaufen werden.

Sicher vor polizeilichem Zugriff wird auch Relakks nicht bleiben, nur ob die Strafverfolger fündig werden ist zu bezweifeln, da keine Aufzeichnung des Datenverkehrs stattfinden soll. Ähnliche Dienste sind das von der US-Bürgerrechtsorganisation EFF unterstützte Projekt Tor sowie das an der Universität Dresden beheimatete Projekt AN.ON, das den Anonymisierungs-Proxy JAP betreibt. Dieser arbeitet mit Tor zusammen und geriet bereits ins Visier des Bundeskriminalamts (BKA). Tor und JAP sind kostenlos, allerdings nicht unbedingt auf Dienste ausgelegt, die für einen regen Datenverkehr sorgen.



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f-kahraman... 02. Sep 2006

z9i 25. Aug 2006

L2TP Verschlüsselung :) --> https://www.relakks.com/news.php Leider muss man einen...

egal-o 20. Aug 2006

Kostenpflichtig? Muss ich da dann für die Abrechnung meine komplette Rechnungsadresse...

re_phil 17. Aug 2006

Wieso vertraut ihr denn einer Warez seite mehr, als einer seriösen Sicherheitsfirma??

geezus 16. Aug 2006

Tja, da muss man eben sehen wie sich das Ganze entwickelt. Das Urspruengliche Verbrechen...


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