Musikabsatz 2006: Musik-Downloads legen kräftig zu

Der Absatz von Single-CDs geht erneut deutlich zurück

Die deutsche Musikindustrie verzeichnete im ersten Halbjahr 2006 einen drastischen Anstieg der Download-Zahlen. Der Tonträgerabsatz ist immerhin weniger gesunken als im Vorjahreszeitraum.

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Ein um 3,4 Prozent gesunkener Absatz von CDs und anderen Tonträgern im Vergleich zum ersten Halbjahr 2005 - für die Musikindustrie ist das eine gute Nachricht, denn seit vielen Jahren gehen die Verkaufszahlen von "physisch" verbreiteter Musik mehr oder weniger massiv zurück. Erfreulich entwickelt sich aus Sicht der Industrie dagegen der Download-Sektor: 36 Prozent mehr Musik-Dateien sollen im ersten Halbjahr 2006 verkauft worden seien. Das meldet die Verband der Phonoverbänder, IFPI, in ihrem frisch veröffentlichten Absatzbericht.

Im Download-Bereich kaufen die Nutzer meist einzelne Songs. "Geschätzte" 10,2 Millionen Musiktitel haben sich deutsche Musiknutzer laut IFPI in der ersten Jahreshälfte heruntergeladen. Dem stehen nur 0,7 Millionen "Bundles", also Zusammenstellungen mehrerer Songs, gegenüber. Auch das bedeutet aber immerhin einen Anstieg um 40 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.

Einer der Gründe für diesen Anstieg liegt nach Angaben der Musikindustrie in dem aufstrebenden Markt mit so genanntem "Mobile Content", wie der Verbandsvorsitzende Michael Haentjes erläutert: "Zu dieser positiven Entwicklung leisten zunehmend auch Downloads auf mobile Endgeräte einen wichtigen Beitrag".

Zufrieden ist man mit dem Online-Markt aber noch längst nicht: "Trotz dieser erfreulichen Zuwächse bleibt festzustellen, dass die digitalen Formate hinter dem Wachstumspotenzial dieses Segmentes weit zurückbleiben." Als Ursache hierfür meint die Musikindustrie die bekannten Faktoren ausgemacht zu haben: "Das heute vorhandene vielfältige legale Angebot wird durch 'kostenlose' Downloads aus illegalen Quellen, vor allem aus so genannten Tauschbörsen, nachhaltig gebremst. Der Verband wird seine Anstrengungen zur Bekämpfung der illegalen Angebote weiter intensivieren", so Haentjes.

Besonders schlecht verkaufen sich seit einiger Zeit Singles und Maxisingles. Auch im letzten Halbjahr sind die Absätze hier wieder massiv zurückgegangen. Die IFPI verzeichnet Einbußen von 14,5 Prozent. Seit langem erstmals wieder stabil waren die Zahlen für CD-Alben. Wie im ersten Halbjahr 2005 konnten 54,6 Millionen CD-Alben abgesetzt werden. Dass die Umsätze sich nicht so positiv entwickelten, wie von der Musikwirtschaft erhofft, liegt nach Ansicht von Michael Haentjes im Verhalten der Musiknutzer. Hierfür soll - neben der Nutzung rechtswidriger Angebote im Internet - vor allem die "ausufernde private Vervielfältigung" verantwortlich sein, die sich "unverändert als gefährliche Bremse für eine positive Marktentwicklung" erweise. [von Till Kreutzer]

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