Abo
  • IT-Karriere:

Diskussionsstoff GPL v3 - Änderungen im Detail

Die FSF arbeitet an neuen Lizenzen für eine neue Zeit

Ende Juli 2006 hat die Free Software Foundation (FSF) einen zweiten Entwurf der GNU General Public Licence v3 (GPL) vorgelegt. Auch die Lesser General Public Licence (LGPL) wurde neu gefasst. Dabei sorgt der neue Entwurf wieder für Diskussionen, insbesondere in Bezug auf seine Regelungen zu DRM und Softwarepatenten. Wir betrachten die Änderungen im Detail.

Artikel veröffentlicht am ,

Wie sich die GPL zum Einsatz von Digital Rights Management Systemen (DRM) äußern soll, war und ist äußerst umstritten. Den ersten Entwurf für die GPL v3 hatten Richard Stallman und Eben Moglen, die "Erfinder" der GNU-Lizenzen, Anfang des Jahres im Rahmen einer großen Konferenz am Massachusetts Institute of Technology (MIT) vorgelegt. Er sah eine klar ablehnende Haltung zu DRM vor. Durchgehend wurde DRM als Digital Restrictions Management bezeichnet. Schon in der Präambel hieß es: "DRM ist grundsätzlich unvereinbar mit dem Zweck der GPL, die Freiheit der Anwender zu schützen."

In den folgenden Diskussionen wurde Ziffer 3, durch die der Einsatz von DRM-Systemen im Geiste dieser Grundhaltung stark eingeschränkt wurde, sehr kontrovers behandelt. Die FSF ist der Kritik in Teilen gefolgt und hat die rigorose Ablehnung von DRM abgeschwächt. Der Terminus "Digital Restrictions Management" findet sich im zweiten Entwurf nicht mehr. Stattdessen weist die Präambel jetzt vor allem darauf hin, dass die Idee der freien Software mit Trusted Computing nicht vereinbar ist.

Dennoch soll die GPL v3 verhindern, dass die Nutzung von Software, die unter der GPL lizenziert ist, durch technische Schutzmaßnahmen eingeschränkt wird. DRM-Systeme, in denen GPL-Code enthalten ist, dürfen auch nach dem neuen Entwurf nicht dazu verwendet werden, die Befugnisse der Nutzer einzuschränken. Hierbei bedienen sich die Lizenz-Designer eines Tricks: Nach Ziffer 3 Absatz 2 soll ein DRM-System, das GPL-Software enthält, nicht als "wirksame technische Schutzmaßnahme" gelten. Im Übrigen soll jeder, der in ein DRM-System GPL-Code integriert, auf sein Recht verzichten, gegen die Umgehung dieses Systems vorzugehen. Ob eine solche Klausel allerdings rechtlich wirksam wäre, darf bezweifelt werden. Denn diese richtet sich nur an die Software-Entwickler oder andere Rechteinhaber an den Programmen, nicht aber an die Content-Industrie, die DRM für ihre Produkte einsetzt. Nur diese kann jedoch gestatten, ihre Schutzmechanismen zu umgehen.

Diskussionsstoff GPL v3 - Änderungen im Detail 
  1. 1
  2. 2
  3. 3
  4.  


Anzeige
Spiele-Angebote
  1. 43,99€
  2. 2,80€
  3. (-12%) 52,99€
  4. (-83%) 2,50€

@ 14. Aug 2006

Doch, muss man faktisch doch. Warum steht auch in der GPL selber drin: falls Du sie nicht...

Kompottkin 12. Aug 2006

Doch. Der Hurd ist der offizielle Kernel des GNU-Projekts. Und ich betone »ist« im...

Scan 11. Aug 2006

Öhm... Das klappt aber nur bedingt. Windows schreibt dem User doch schon seit 95 vor was...

schnipp 11. Aug 2006

Da hab ich mir gedacht, dass die GPL sich wirklich zu einer "Freheitslizenz" entwickelt...

Schreckgespenst 10. Aug 2006

Damit haben Projekte auch schon schlechte Erfahrungen gemacht, z.B. das wine Projekt...


Folgen Sie uns
       


Gears of War 5 - Fazit

Spektakulär inszenierte Action ist die Spezialität von Gears of War, und natürlich setzt auch Gears 5 auf Bombast und krachende Effekte.

Gears of War 5 - Fazit Video aufrufen
Ryzen 7 3800X im Test: Der schluckt zu viel
Ryzen 7 3800X im Test
"Der schluckt zu viel"

Minimal mehr Takt, vor allem aber ein höheres Power-Budget für gestiegene Frequenzen unter Last: Das war unsere Vorstellung vor dem Test des Ryzen 7 3800X. Doch die Achtkern-CPU überrascht negativ, weil AMD es beim günstigeren 3700X bereits ziemlich gut meinte.
Ein Test von Marc Sauter

  1. Agesa 1003abba Microcode-Update taktet Ryzen 3000 um 50 MHz höher
  2. Agesa 1003abb Viele ältere Platinen erhalten aktuelles UEFI für Ryzen 3000
  3. Ryzen 5 3400G und Ryzen 3 3200G im Test Picasso passt

Astronomie: K2-18b ist weder eine zweite Erde noch super
Astronomie
K2-18b ist weder eine zweite Erde noch super

Die Realität sieht anders aus, als manche Überschrift vermuten lässt. Die neue Entdeckung von Wasser auf einem Exoplaneten deutet nicht auf Leben hin, dafür aber auf Probleme im Wissenschaftsbetrieb.
Von Frank Wunderlich-Pfeiffer

  1. Interview Heino Falcke "Wir machen Wettermodelle für schwarze Löcher"

Recruiting: Wenn das eigene Wachstum zur Herausforderung wird
Recruiting
Wenn das eigene Wachstum zur Herausforderung wird

Gerade im IT-Bereich können Unternehmen sehr schnell wachsen. Dabei können der Fachkräftemangel und das schnelle Onboarding von neuen Mitarbeitern zum Problem werden. Wir haben uns bei kleinen Startups und Großkonzernen umgehört, wie sie in so einer Situation mit den Herausforderungen umgehen.
Von Robert Meyer

  1. Recruiting Alle Einstellungsprozesse sind fehlerhaft
  2. LoL Was ein E-Sport-Trainer können muss
  3. IT-Arbeit Was fürs Auge

    •  /