UV- und Infrarotkamera für Strafverfolger und Detektive
Die digitale Spiegelreflexkamera ist wie das Standardmodell mit dem Super-CCD- SR-II-Sensor der vierten Generation mit 12,34 Millionen effektiven Pixeln (6,17 Millionen S-Pixel und 6,17 Millionen R-Pixel) ausgerüstet. Nach üblichen Maßstäben erreicht die Kamera ungefähr die Leistungsklasse eines Gerätes aus dem 6-Megapixel-Bereich. Der Sensor ist nicht mit den ansonsten notwenigen Filtern für die IR- und UV-Bereiche ausgestattet und lässt dieses Licht durch.
Durch die Verwendung des Nikon-F-Bajonetts ist die S3 Pro UVIR zu Nikon- Objektiven kompatibel. Sie hat sowohl ein 2-Zoll-LCD mit 235.000 Pixeln (mit fast 100 Prozent Bildfeldabdeckung) als auch ein zweites LC-Display zur Anzeige der Einstellungsoptionen.
Die FinePix S3 Pro arbeitet mit einem Fünfpunkt-Autofokus-System mit dynamischer Feldaufteilung, einer 3D-Matrix-Belichtungsmessung und bietet neben der Einzelbild- auch eine Serienaufnahme sowie eine Mehrfachbelichtung an. Dazu kommen vier Belichtungsprogramme (AE-Multiprogrammautomatik, AE-Blendenautomatik, AE-Zeitautomatik und manuelle Belichtung).
Das interessanteste Merkmal ist zweifelsohne die Emfindlichkeit im ultravioletten und infrarotem Bereich. Dabei stößt die Kamera in Bereiche vor, die dem menschlichen Auge verborgen sind. Man bezeichnet Licht mit Wellenlängen unter 400 Nanometer als Ultraviolett und länger als 700 Nanometer als Infrarot.
Die beiden Grenzbereiche bieten interessante Ansichten der Umwelt: So lässt sich beispielsweise eine mit dem bloßen Auge fast unerkennbare Blutspur sichtbar machen, Knochen auf einem Feld aufspüren, bestimmte Pflanzensorten durch die unterschiedliche Reflexion des Lichtes auf den Blättern erkennen, ältere Hämatome auf der Haut visualisieren, verschiedene Tintensorten und damit Manipulationen bestimmen oder Reste von Pulverrückständen ausmachen.
Die Kamera bietet wie auch ihr "normales" Gegenstück eine Echtzeitbetrachtung im Display bei hochgeklapptem Spiegel – eine Funktion, die bei Konkurrenzprodukten praktisch nie anzutreffen ist. So kann man schon vor der Belichtung die Aufnahme bewerten, was bei der UV- und IR-Fotografie besonders wichtig ist, da man mit dem Sucher nicht erkennt, welche verborgenen Spuren man eventuell im Visier hat.
Die Empfindlichkeit ist zwischen ISO 100, 160, 200, 400, 800 und 1600 einstellbar. Die Verschlusszeiten rangieren zwischen 30 bis 1/4000 Sekunden, die Blitzsynchronisation ist bis zu 1/180 Sekunde möglich. Die Kamera kann auch spezielle Infrarotblitze abfeuern, die praktisch unsichtbar sind.
Die Kamera kann Bilder in zwei Dateiformaten aufzeichnen (CCD-RAW und JPEG). Das CCD-RAW-Dateiformat ist das "verlustfreie" 14-Bit-Bilddateiformat, das die Bilder genau so speichert, wie sie vom CCD vor der Verarbeitung durch die internen Algorithmen der Kamera kommen.
Für die Datenübertragung bietet sie sowohl eine Firewire400-Schnittstelle als auch einen USB-2.0-Anschluss. Die Datenspeicherung kann sowohl auf xD-Picture- Cards als auch auf Microdrive-Speichermedien erfolgen. Versorgt wird die Kamera mit vier Mignon-Nickel-Metallhydrid-Akkus. Das Gerät ist mit zwei Auslösern ausgerüstet, so dass man sowohl im Quer- als auch im Hochformat bequem fotografieren kann. Das Gerät ist nicht mit allen Optiken kompatibel, vor allem nicht mit den stabilisierten VR-Nikkoren.
Das Gehäuse misst 147,8 x 135,3 x 80 mm und wiegt leer 815 Gramm. In den USA soll die Kamera für knapp 1.800,- US-Dollar ab September 2006 erhältlich sein.



