Interview: ATI arbeitet an Grafikprozessoren mit zwei Kernen
ATIs Europa-Chef Peter Edinger im Gespräch mit Golem.de
Wie der jüngst von AMD aufgekaufte kanadische Hersteller von Grafikprozessoren gegenüber Golem.de bestätigte, entwickelt ATI derzeit GPUs mit mehreren Kernen. Die neuen Chips sollen zudem deutlich stromsparender als die derzeit aktuellen Modelle sein.
Während die neuesten Desktop-CPUs wie die "Energy Efficient-Serie" des AMD Athlon 64 X2 und Intels Core 2 Duo nur noch um 65 Watt elektrischer Leistung aufnehmen, kann eine Grafikkarte wie ATIs Radeon X1900 XTX unter Last durchaus bis zu 150 Watt aus dem Netztteil ziehen - die Grafikbranche hinkt der Entwicklung bei den CPUs gewaltig hinterher. "Da lief definitiv etwas in die falsche Richtung" urteilte auch ATIs Europa-Chef Peter Edinger im Gespräch mit Golem.de. Folglich will sein Unternehmen in kommenden GPU-Generationen den Stromverbrauch deutlicher im Auge behalten, und dazu auch auf mehrere Kerne in einem Grafikchip setzen. Aber, so Edinger "das ist nichts, was sie gleich in der nächsten Generation sehen werden - aber in der übernächsten."
Der Manager spielte damit auf die bisher unbestätigte Gerüchte an, nach denen in wenigen Wochen Markteinführung des neuen ATI-Designs "R600" ansteht. Dieser Grafikprozessor dürfte damit eines der letzten pixelschleudernden Heizelemente in PCs werden. Ein voll ausgestatteter Spiele-Rechner mit Athlon 64 FX-62 und zwei X1900-Karten im CrossFire-Verbund kann nach Messungen von Golem.de durchaus über 500 Watt Leistung aufnehmen und damit mehr als dreimal soviel Energie verbrauchen wie ein Röhrenfernseher mit einer sichtbaren Bild-Diagonale von 76 Zentimetern.
Dennoch will ATI nach dem Wechsel zu stromsparenden GPUs auch weiter Highend-Chips herstellen, denn "Highend treibt die Grafikindustrie voran" erklärte Peter Edinger. Während viele Branchenbeobachter AMD nur unterstellten, ATI wegen deren Chipsatz-Entwicklungen gekauft zu haben, sieht Edinger die Entwicklung von schnellen externen Grafikprozessoren als weiterhin lukrativ an: "Die diskrete Grafik wird stagnieren, aber auf einem sehr hohen Niveau, und das auch halten" lautet die Markteinschätzung des ATI-Vizepräsidenten. Viele der Entwicklungen für externe Grafikchips würden in Zukunft in die integrierten Grafiklösungen für Chipsätze fließen. Vor allem durch Windows Vista, das für seine 3D-Oberfläche mindestens die Funktionen von DirectX 9 benötigt, erwartet Edinger einen kräftigen Schub. Da Microsoft mit seinem eigenen Benchmark WEI PCs erstmals anhand einer einzigen Zahl in leicht fassbare Leistungsklassen einteilt, will sich auch ATI das zunutze machen. "Wir werden mit dem WEI werben" kündigte Peter Edinger an.
Auf die Frage, was denn seit der Bekanntgabe der Übernahmeabsicht von ATI durch AMD vor zwei Wochen passiert sei, meinte Edinger salopp: "Gar nichts." Beide Unternehmen würden ihren Tagesgeschäften nachgehen, zahlreiche Meetings abhalten und nach Synergie-Effekten suchen. Dabei habe man bereits festgestellt, dass sich diese nicht in allen Bereichen unmittelbar zeigen. So setzen laut Edinger AMD und ATI beispielsweise auf völlig andere Distributoren, sodass ein Wechsel der Vertriebsstrukturen hier wenig sinnvoll erscheine. Der ATI-Manager bekräftigte zudem, dass die Grafikprozessoren und Chipsätze seines Unternehmens weiterhin von Auftrags-Fabriken, sogenannten Foundries, gefertigt würden - allen voran dem taiwanischen Foundry-Anbieter TSMC. AMDs Werke seien noch auf Jahre hinaus mit den Prozessoren voll ausgelastet, habe sich herausgestellt.
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Gab gerade ne News dazu: http://www.winfuture.de/news,26786.html
Klar kann ich das, aber du sagst selbst: Die NEUEN Monitore. Ich hab nen 22" Samsung CRT...
klingt nach einem 3dfx Revival :)
Das mit den Omega Treiber auf dem Notebook weiß ich auch schon längst! Originale kriegt...