Interview: Herausforderung Print on Demand

Netzeitung: Der Wettbewerb um Aufmerksamkeit ist also unlauter?

Eichborn: Na ja, die Beteiligten wissen es doch. Das Problem ist nicht, dass es zuviel Mist gäbe, das Problem ist: Es gibt zuviel Gutes. Es gibt in jeder Buchhandlung zu viele Bücher, von denen ich weiß, sie sind richtig gut. Wenn wir annehmen, dass fünf Prozent der Bücher etwas taugen - bei Ihnen sind das bis auf eine Schnittmenge wahrscheinlich andere fünf Prozent als bei mir - diese auch nur wahrzunehmen, ist man selbst als Profi überfordert.

Bald werden das Suchmaschinen erledigen. Wenn ich etwa nach Sizilien fahren will, werde ich in Klartext reinsprechen: 'Ich möchte einen literarischen oder pornografischen Liebesroman am Mittelmeer mit etwa 30-jährigen', Dann ich kriege ich Mittelmeer-Liebesromane angeboten.

Netzeitung: Sind das gute Aussichten?

Eichborn: Warum muss man immer bewerten? Ende der Siebziger gab es zum Beispiel große Diskussionen, weil die privaten Fernsehsender auf uns zu kamen, und die "denkende Öffentlichkeit" war dagegen. Ich habe damals begriffen: Dagegen sein hilft nix, die Frage ist: Wie gehen wir kritisch damit um? Die Entwicklung geht dahin, dass Suchmaschinen mir Angebote zur individuellen Auswahl zusammenstellen - wenn ich ein Buch kaufe, eine Reise buche oder auf Partnersuche bin. Das ist zunächst mal eine Demokratisierung.

So wie es Kanzleien gibt, die sich aus Anwälten verschiedener Gebiete zusammensetzen, so wird es im Netz Wissenskanzleien von Menschen geben, zu denen ich Zutrauen habe, dass sie Buchempfehlungen liefern, die intelligenter sind als die von gedankenfreien Maschinen. Und wenn ich nicht zufrieden bin, kann ich sie beschimpfen.

Mit Vito von Eichborn sprach Christian Bartels von der Netzeitung.de.

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