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Interview: Herausforderung Print on Demand

Netzeitung: Sie sind jetzt unter anderem Herausgeber bei "Books on Demand", einem Publikationsservice, bei dem Selbstverleger ihre Manuskripte nach ihren Vorstellungen veröffentlichen können. Auf Bestellung wird "ab Auflage Eins" gedruckt, heißt es auf der Webseite. Ist das die Entwicklung im Buchmarkt?

Eichborn: Nicht nur im Buchmarkt, generell in der Welt nimmt die Fraktionierung zu. Jeder macht sich im Internet seine Zeitung, jeder erfindet seine eigene Welt. Das gilt auch sonst in der Ökonomie: Es gibt entweder ganz kleine oder Weltkonzerne. Was dazwischen ist, wird zermalmt. Das trifft bei Büchern die "mittleren Auflagen", die früher das Rückgrat der Verlage waren. Die will niemand mehr haben. Alle wollen nur noch Bestseller.

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Es gibt A-, B- und C-Autoren; die C-Autoren sind die, die nicht gehen, die die Verlage aber trotzdem haben wollen, weil man sie liebt. Die B-Autoren, die zwischen 3000 und 5000 Exemplare pro Buch verkaufen, die will niemand mehr.

Netzeitung: C-Autoren sind die, die Renommee und Preise einbringen? Wer zum Beispiel?

Eichborn: Das sind Autoren, die einen aus welchen Gründen auch immer begeistern, obwohl das Publikum nicht mitzieht. Die liebt man einfach, die müssen sein. Arno Schmidt war natürlich ein C-Autor, oder Hubert Fichte, Proust und Robert Walser.

Netzeitung: Diese Aufteilung in A-, B- und C-Autoren hat nun keinen Bestand mehr?

Eichborn: Nun fallen viele durch die Ritzen: Sie werden nicht geliebt, sind aber auch nicht ökonomisch stark. Die Autoren in diesem Zwischenfeld haben es wahnsinnig schwer. Ich bin überzeugt davon, dass das On-demand-Prinzip auch für Verlage eine Zukunft ist. Ich überlege selbst, einen On-demand-Verlag zu gründen, weil ich so die Kapital- und Lager-Probleme los wäre. Jede Auflage, die man druckt, ist immer falsch, zu klein oder zu groß. Wenn ich nachdrucke, ist die nächste Auflage die, die zu groß ist. In den Lagern der Verlage liegen Millionen Bücher rum - ein Irrsinnsgeld.

Netzeitung: Die Bücher werden dann für 2,99 Euro verramscht.

Eichborn: Natürlich ramscht man dann auch hemmungslos. Was hilft einem so ein Lager? Das bindet ja Kapital. Ein gutes Buch ist ein verkauftes Buch. Noch sind die On-demand-Druckkosten im Vergleich zu einer Zweitausenderauflage beim Drucker relativ hoch. Aber eine Zweihunderterauflage lohnt beim Drucker nicht, und die Kosten werden runtergehen.

Ich bin überzeugt davon, dass in absehbarer Zeit in Buchhandlungen Druckgeräte stehen, und da kommen Bücher raus. Und BoD als Marktführer wird kräftig weiter wachsen. Von rechtefreien Büchern, etwa von Theodor Storm, kann ich mir jetzt schon Druckvorlagen aus dem Netz runterladen. Natürlich gehört für Bücher unter Copyright ein Abrechnungssystem dazu, damit der Autor sein Honorar kriegt.

 Interview: Herausforderung Print on DemandInterview: Herausforderung Print on Demand 

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Repeter 09. Aug 2006

ihn kennt man, dich nicht

addad 08. Aug 2006

was sagt uns das ? natürlich-> lesegeräte in buchform ;) das beste daran, sie sind immer...



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