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Apples Leopard kommt mit Zeitmaschine

Zahlreiche Änderungen in den mitgelieferten Programmen. Auf seiner "Worldwide Developer Conference" (WWDC) hat Apple die neue Version 10.5 seines Betriebssystems MacOS X erstmalig vorgestellt. Leopard, so der Codename, ist die sechste Hauptausführung von MacOS X. Erstmals wurde in das Betriebssytem eine automatische Backupfunktion integriert. Auch die Unterstützung für 64-Bit-Applikationen ist ein Novum.
/ Andreas Donath
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Zu den neuen Funktionen von Leopard alias MacOS X 10.5 gehört "Time Machine", eine automatische Backuplösung. Sie soll Backups auf anderen Festplatten oder einem Server anlegen können. Die Funktion wartet mit einer eingebauten Versionsverwaltung auf und sichert Dateien, Ordner und das gesamte Betriebssystem. Neben einer vollständigen Wiederherstellung können auch einzelne Dateien zurückgeholt und vorher eingesehen werden. Als Backupziel ist sowohl eine Festplatte als auch ein Server geeignet.

Nutzer können so leicht zu einer früheren Version zurückkehren, es werden z.B. im Finder verschiedenen Versionen der Datei angezeigt. Aber auch in andere Applikationen lässt sich Time Machine integrieren. Nach einer Untersuchung von Apple fertigen nur 26 Prozent der Anwender ein Backup an - meist indem sie manuell die Dateien auf ein optisches Medium kopieren. Nur 4 Prozent nutzten einen automatischen Prozess zur Datensicherung.

Die Software Boot Camp, mit der sich Windows XP auf einem Intel-Mac booten lässt, soll in Leopard enthalten sein. Auch eine neue Version von Front Row mit Video-Podcast-Unterstützung sowie eine verbesserte Fassung der Webcam-Software Photo Booth, die nun mehr Kameras unterstützen soll.

Entwickler können mit "Core Animation" für ihre Anwendungen animierte Sequenzen erstellen. Core Animation verbindet Text, Bilder, Video und OpenGL in Layern.

Eine weitere Neuerung ist die Funktion "Spaces", die virtuelle Desktops bereit stellt, in die Anwendungen hinein geöffnet werden können. So lassen sich diese gruppieren, beispielsweise nach Aufgabengebieten getrennt. Die verschiedenen Spaces werden aus der Vogelperspektive gezeigt und können per Tastendruck oder Mausklick ausgewählt werden.

Die Desktopsuche "Spotlight" kann in der neuen Implementierung in Leopard nun auch Rechner im eigenen Netzwerk sowie Server durchsuchen. Die erweiterte Suchfunktion selbst wurde auch verbessert und bietet nun Boolsche Operatoren. Zum schnellen Aufruf von Programmen aus Spotlight heraus kann die Suchfunktion ebenfalls genutzt werden.

Der eingebaute Mail-Client wurde mit Templates, Notizfunktionen und einer Aufgabenliste aufgehübscht. Mail kann nun auch RSS-Feeds anzeigen. Spezielle Postfächer sammeln alle Nachrichten zu einem bestimmten Thema an einem Ort.

Dem gesamten Betriebssystem wurde ein Aufgabendienst verpasst, mit dem bspw. aus E-Mails, Dokumenten und anderen Dateien oder auch manuell To-Dos erstellt werden können. Nutzergruppen die auf Sprachausgabe oder Braille- Ausgabe angewiesen sind, wurden nun auch von Entwicklern von MacOS X angesprochen. Die neue Ausgabe des Betriebssystems bietet eine Sprachsynthese, die nach Apples Darstellung die von Microsoft übertrifft.

Das Kommunikationsprogramm iChat kann nun mit mehreren Logins umgehen, bietet animierte Icons, Videoaufzeichnung sowie einen Unsichtbar-Knopf. Dazu kommt eine Art Bluescreening, das Videochatpartner vor eine Hintergrundgrafik oder -Video montiert, ohne das man eine einfarbige Leinwand im Zimmer benötigt.

Das "iChat Screen Sharing" ermöglicht das Filmen des eigenen Desktops, womit man dem Kommunikationspartner beispielsweise eine Softwarefunktion näher bringen oder mit diesem zusammen arbeiten kann. "iChat Theater" erlaubt die Vorführung einer Diashow, eines QuickTime Movies oder einer Keynote-Präsentation in einem iChat-Fenster.

Mit Dashcode können Entwickler vorgefertigte Templates modifizieren, um eigene Widgets mit Bildern, Podcasts und RSS-Quellen zu erstellen. In Dashcode ist ein visueller Editor für HTML und CSS sowie JavaScript und ein Debugger enthalten. Eine einfachere Widget-Selbstbaufunktion ist der Web Clip, mit dem sich beispielsweise täglich Bilder von einer Website aktualiert herunterladen lassen - auf der Veranstaltung musste dazu der Dilbert-Comic herhalten.

MacOS X Leopard soll im Frühjahr 2007 erscheinen.


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