Spieletest: GTA Liberty City Stories - Jetzt für die PS2
Rockstar setzt Handheld-Titel für stationäre Konsole um. Mit Grand Theft Auto: Liberty City Stories veröffentlichte Rockstar Games Ende 2005 den bis dato teuersten und ambitioniertesten PSP-Titel – das auf der legendären GTA-Reihe aufsetzende Spiel war zunächst exklusiv für Sonys Handheld entwickelt worden und sollte vor allem als Systemseller dienen. Gut ein halbes Jahr später ist der Titel nun auch für die Playstation2 verfügbar; allerdings bleibt abzuwarten, ob sich PS2-Besitzer darüber auch wirklich freuen werden.
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Wer die bisherigen GTA-Titel auf der Playstation gespielt hat, Liberty City Stories von der PSP aber noch nicht kennt, wird hier trotzdem das eine oder andere Déjà-vu-Erlebnis haben – man ist nämlich zurück im Szenario von GTA 3. Allerdings schlüpft man diesmal in die Rolle des Mafiosi Toni Cipriani, einem ehemaligen Handlanger der Leone-Familie, der nach dem Mord an einem Mafia-Boss jahrelang untergetaucht war und erst jetzt wieder in den Verbrecher-Zirkel von Liberty City zurückkehrt. Das Ganze spielt ein paar Jahre vor GTA 3, bestimmte Charaktere und Schauplätze, die einem auf dem Weg zum Verbrecher-Olymp begegnen, sind aber identisch.
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Auch Liberty City Stories wartet mit dem Gameplay auf, das die Serie berühmt gemacht hat: In zahllosen Haupt- und Nebenmissionen warten Polizei, verfeindete Gangs sowie diverse kriminelle oder korrupte Gestalten darauf, sich mit Toni anzulegen; Verfolgungsjagden sind ebenso an der Tagesordnung wie wilde Schießereien, Eskort-Dienste oder das Überbringen von Nachrichten und Geld im Mafia-Stil. Mit jedem erfolgreich absolvierten Auftrag wächst das eigene Portemonnaie an und ermöglicht so die Anschaffung diverser Nahkampf- und Feuerwaffen – vom Messer über eine Axt bis hin zu Maschinengewehr und Flammenwerfer ist das Arsenal möglicher Angriffsgegenstände wieder einmal beachtlich groß.
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Zwischen den Missionen jagt man Passanten ein wenig Angst ein oder schnappt sich einfach eines der in der Stadt herumfahrenden Autos, um auf eine kleine Spritz-Tour zu gehen – begleitet von der stilvollen Musikauswahl aus dem Autoradio. So weit, so bekannt; allerdings kann das, was auf der PSP noch überragend erschein, auf der PS2 nur noch zum Teil begeistern.
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Die Tatsache, dass Liberty City Stories von einem Handheld auf die PS2 portiert wurde, ist dem Titel leider von Beginn an anzumerken – das beginnt bei dem für ein GTA-Spiel ungewohnt geringem Umfang und dem recht überschaubaren Szenario, in dem längst nicht so lange frei und grenzenlos durch die Stadt gekurvt werden kann wie noch in GTA San Andreas oder Vice City. Aber auch technisch fällt das Spiel enorm ab im Vergleich zu den letzten PS2-Auftritten der Reihe. Sicher, GTA stand noch nie für perfekte Technik; wenn die Unterschiede zu San Andreas in grafischer Hinsicht so auffällig sind wie hier, wird das aber auch demjenigen auffallen, der normalerweise guter Grafik nur eine niedrige Priorität zuweist. Die Umgebungsgrafik ist matschig, die Charakter sind undetailliert; hinzu kommen böse Ruckler bei wilden Schießereien oder Verfolgungsjagden.
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Rockstar Games ist sich dieser Schwächen allerdings durchaus bewusst – schließlich hat man es hier eben mit der Umsetzung eines Handheld-Spiels zu tun und nicht, wie es PS2-Besitzer die letzten Jahre gewohnt waren, mit einer direkt auf ihre Konsole zugeschnittenen Version. Insofern steht der Titel auch zum Mid-Price in den Läden; mehr als 30 Euro müssen also nicht auf den Tisch gelegt werden.
Enttäuschend ist allerdings, dass die deutsche Handelsversion im Vergleich zum US-Vorbild geschnitten wurde, auch wenn das inhaltlich sicherlich kaum Auswirkungen auf den Spielspaß hat.
GTA Liberty City Stories für die PS2 ist bereits im Handel erhältlich und kostet knapp 30 Euro. Das Spiel hat eine USK-Freigabe ab 16 Jahren erhalten.
Fazit: Mit Spielspaß- und Spielzeit-Wundern wie GTA San Andreas kann Liberty City Stories auf der PS2 nicht mithalten – was auf der PSP noch ein Referenz-Titel war, ist auf der stationären Konsole eben nur noch eine nicht sonderlich umfangreiche und vor allem technisch antiquierte Umsetzung. Somit ist das Ganze nicht mehr als ein unspektakulärer, aber immerhin zum fairen Verkaufspreis erhältlicher Pausenfüller bis zum nächsten "richtigen" GTA-Titel.