Ausblick auf KDevelop 4
So verspricht Rogers eine schnellere und weniger fehleranfällige Version der Vervollständigungsfunktion. Allerdings gebe es noch keinen Erscheinungstermin für KDevelop 3.4, da es noch nicht stabil genug sei. Zudem bräuchte es noch etwas Zeit, um das Programm in verschiedene Sprachen zu übersetzen.
Allerdings arbeiten die Entwickler bereits intensiv an KDevelop 4, da aktuelle KDevelop-Versionen durch den Umstieg auf Qt 4 nicht mehr unter der nächsten KDE-Version 4 funktionieren. Diese Version wird jedoch auf der KDevelop-3.x-Basis aufsetzen. In erster Linie besteht die Arbeit natürlich darin, die Software auf Qt 4 sowie KDE 4 zu portieren. Dies biete auch die Chance, KDevelop deutlich zu verbessern, da einige Funktionen und Plug-Ins das wahre Alter des momentan verwendeten Quelltextes offenbaren. KDevelop 3 wurde schließlich bereits auf Basis von KDevelop 2 für KDE 3 angepasst.
KDevelop 4 soll vor allem gut für KDE- und Qt-Entwicklung geeignet sein, erklärt Treat. Dafür werde es besonders in Hinblick auf die unterstützten Programmiersprachen einige Neuerungen geben, wie z.B. einen neuen C++-Parser. Für Java und C# wird es ebenfalls neue Parser geben und auch ein Ruby-Parser ist in Arbeit. Besonders Trolltechs neue Qt-Java-Bindings sollen dabei durch KDevelop unterstützt werden.
Viele der Kernkomponenten entwickeln die Programmierer komplett neu. So würden sich tiefgreifende Änderungen an der Architektur der Software ergeben, die aber zu einem größeren Nutzen für andere Entwickler führen sollen. Die Programmierschnittstellen räume man dabei gleich mit auf, so Treat. Durch neu eingeführte Klassen sei es einfacher Sprachbestandteile von C++, Java und C# einzubinden, erklärt er weiter. Zudem gebe es große Änderungen am Konfigurations-Framework und den Projektdateien. Insgesamt seien die Änderungen von KDevelop 2 auf 3 aber größer gewesen als die beim Sprung von Version 3 auf 4.
Durch Googles Summer of Code soll die Entwicklungsumgebung weitere neue Funktionen erhalten, darunter einen Modus um im Team zu entwickeln. Dieser soll Programmierern ermöglichen, Patches in Echzeit zu prüfen und gemeinsam an Dateien zu arbeiten. Bei den Unterstützten Buildsystemen gibt es weitere Änderungen: Automake und das von KDE 4 verwendete CMake soll KDevelop 4 von Beginn an unterstützen.
Derzeit befinde sich KDevelop 4 jedoch noch in einem sehr frühen Stadium, so Rogers, richtig nützlich sei das Programm noch nicht. Veröffentlicht wird KDevelop 4 zusammen mit KDE 4, für das noch kein Erscheinungstermin feststeht. Adam Rogers hat bei der Arbeit an dem Programm ein ganz persönliches Ziel: Er möchte KDevelop so gut machen, dass die KDE-Hauptentwickler es einsetzen. Derzeit verwendet Zack Rusin beispielsweise Emacs, während Aaron Seigo mit Vim programmiert.



