RTL bestätigt: Satelliten-Empfang wird 2007 verschlüsselt
Bereits Mitte Mai 2006 berichtete die Zeitschrift Digitalfernsehen(öffnet im neuen Fenster) , dass der Satellitenbetreiber SES-Astra eine neue Plattform namens "Dolphin" plane, die neue Empfangsgeräte oder CI-Module zum Einschub in bestehende Digitalreceiver benötigt. Darüber will Astra dann neue interaktive Angebote senden – aber auch bestehende Sender in einem neuen verschlüsselten Format ausstrahlen.
Die öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten geißelten darauf die von deutschen Privatsendern "Grundverschlüsselung" genannte Maßnahme als "Etikettenschwindel", und der "Verband Privater Rundfunk und Telekommunikation" schoss unmittelbar zurück . In der vergangenen Woche sorgte schließlich ein Artikel(öffnet im neuen Fenster) von Spiegel Online für Aufsehen, demzufolge auch der Empfang von RTL-Sendern per DVB-T demnächst nur noch verschlüsselt möglich sein soll.
Eine Sprecherin von RTL Television meinte dazu gegenüber Golem.de nur, RTL verschlüssele seine digitalen Angebote bereits im Kabelfernsehen, und dass es "langfristig keinen Sinn macht, Verbreitungswege unterschiedlich zu behandeln. Dennoch, so RTL weiter, "steht das Thema Verschlüsselung bei DVB-T aktuell nicht auf der Tagesordnung."
Beim Satellitenempfang jedoch schon. RTL veröffentlichte kurz nach SES-Astra am 2. August 2006 eine Pressemitteilung(öffnet im neuen Fenster) , in welcher folgender Absatz besonders heraussticht: "Die digitalen Signale der Sender RTL Television, VOX, RTL II, Super RTL und n-tv sollen zum Signalschutz verschlüsselt ausgestrahlt werden. Zur Entschlüsselung der Programme benötigen die Zuschauer einen geeigneten Digitalreceiver und eine entsprechende Smartcard."
Dies betrifft nicht nur Zuschauer, die Astra bereits digital empfangen: "Für eine Übergangszeit werden die Programme weiterhin auch analog sowie digital unverschlüsselt über die Satelliten von ASTRA verbreitet" so RTL weiter. Im Klartext: Der kostenlose Empfang der RTL-Sender per Satellit wird demnächst abgeschaltet. Mit der Verschlüsselung ist laut RTL "ab dem ersten Halbjahr 2007" zu rechnen. Wie lange der freie Empfang noch möglich ist, gibt das Unternehmen nicht an.
Auch zu den Kosten schweigt sich die Sendergruppe noch aus. Die wiederum sind einer Pressemitteilung(öffnet im neuen Fenster) von SES-Astra zu entnehmen, die am selben Tag noch kurz vor RTLs Veröffentlichung erschien. Bei Astra heißt es, das Unternehmen wolle eine neue Tochtergesellschaft für die Vermarktung von Dolphin gründen, welche "von den Haushalten eine geringe monatliche Flatrate von bis zu 3,50 Euro für die Benutzung der Technologie verlangen wird." Und RTLs Text wiederum spricht von einer "Annahme des Angebots von Astra" ". SES-Astra will also endlich auch von den Zuschauern selbst Gelder für den Empfang seiner Programme einstreichen und einen Teil davon an die Sender verteilen.
Der Satellitenbetreiber hat darüber hinaus zudem angekündigt, dass die deutschen Sender von MTV (MTV, VIVA, NICK und Comedy Central) künftig auch für die digitale Dolphin-Plattform angeboten werden. Eine entsprechende Erklärung von MTV liegt jedoch noch nicht vor. Im Vorfeld der Ankündigungen waren auch die Sender der ProSiebenSat.1-AG als Kunden von SES-Astra gehandelt worden, sie sind aber offenbar zum Start des Angebots noch nicht dabei und dürften demnach auch im Jahr 2007 noch frei empfangbar sein.
Sowohl SES-Astra als auch RTL Television betonen in ihren Stellungnahmen, dass die entsprechenden Verträge dem Bundeskartellamt zur Prüfung vorgelegt wurden und geben nicht an, bis wann sie eine Entscheidung erwarten.
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