Handy hemmt Unabhängigkeit von Kindern - oder auch nicht
Untersuchung zum Handy-Einfluss auf Kinder verwickelt sich in Widersprüche
Zu neuen Technologien beleuchten Untersuchungen immer wieder die Technikauswirkungen auf das menschliche Miteinander. Besonders dem Mobiltelefon haben sich schon viele Studien gewidmet. Eine jüngst veröffentlichte Untersuchung soll klären, welchen Einfluss das Taschentelefon auf die Entwicklung von Kindern hat. Allerdings verstrickt sich die Studie in Widersprüche.
"Wenn die Kinder die ständige Erreichbarkeit der Erwachsenen spüren, kann das die Entwicklung zur Eigenständigkeit erschweren", meint Dr. Christa Schaff, Vorsitzende des Berufsverbandes für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie (BKJPP). Sie befürchtet, dass Kinder Probleme nicht mehr selbstständig lösen, sondern immer gleich die Eltern um Hilfe bitten.
Zugleich sieht die Untersuchung das Handy als wichtiges Werkzeug an, die Unabhängigkeit der Kinder zu erhöhen. Wenn Heranwachsende etwa regelmäßig Medikamente einnehmen müssen, lassen sich dafür passende Erinnerungen auf dem Mobiltelefon einrichten.
Auch bezüglich des Versands von Kurznachrichten kommt die Untersuchung zu widersprüchlichen Ergebnissen. Demnach beeinträchtige das exzessive Schreiben von SMS die Sprachentwicklung von Kindern. Andererseits fördere das Schreiben von Kurzmitteilungen die Abgrenzung gegenüber Erwachsenen, da der verwendete Code von diesen oft nicht verstanden wird.
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