Cell-Steckkarte für PCs mit starkem Netzteil
Der auf dem CAB steckende Cell-BE-Prozessor wird mit 2,8 GHz getaktet. Ihm stehen 1 GByte (2x 512 MByte) XDR-DRAM und 4 GByte DDR2-SDRAM direkt auf der Steckkarte zur Verfügung. Dazu kommen noch 2x 16 MByte Flash-Speicher, eine Southbridge und ein eigener Gigabit-Ethernet-Anschluss. Die 31 cm lange, 11 cm hohe und 4 cm dicke Steckkarte muss im Grafikkarten-Steckplatz des PCI-Express-Systems laufen – statt PCI-Express x1 ist also PCI-Express x16 erforderlich.
Derzeit ist die Cell-Steckkarte nur für HPs Opteron-Workstation xw9300 zertifiziert. Mercury verspricht mit dem CAB Supercomputerleistung im PC: Die Steckkarte soll eine Leistung von 180 GFLOPS bringen, wobei der Hersteller aber verschweigt, für welche Anwendungen dies gilt. Für den Fall, dass eine CAB nicht ausreicht, soll ein "Multicomputer-Gehäuse" Abhilfe schaffen, in das mehrere CABs gesteckt und über PCI-Express verbunden werden.
Während der Cell-Prozessor unter einem angepassten Linux läuft, kann der Host-PC wahlweise unter Linux oder Windows XP arbeiten – entsprechende Software zur Kommunikation mit der Steckkarte liegt bei. Wie bei Mercurys anderen Cell-BE-Systemen setzt dabei auch das CAB auf Yellow Dog Linux BSP (Board Support Package) von Terra Soft Solutions. Programmbibliotheken für verschiedene Einsatzbereiche kann Mercury zur Verfügung stellen. Allerdings stellt sich dann die Frage, ob nicht eine reine Cell-Blade sinnvoller wäre.
Noch ist das Mercury CAB nicht regulär verfügbar, das soll sich erst im ersten Quartal 2007 ändern. Es existieren allerdings bereits einige Prototypen-Boards, von denen derzeit auch welche auf der Siggraph 2006 gezeigt werden. Die Stückpreise liegen bei 8.000,- US-Dollar. Ein komplettes "Cell Workstation Development System" beinhaltet ein unter Linux und Windows laufendes Dual-Prozessor-Opteron-System mit Steckkarte für einen nicht genannten Preis.



