Zum Hauptinhalt Zur Navigation

Satelliten-Alternative: Langstreckenfunk nutzt Ionosphäre

Noch nicht anerkanntes Samsung-Patent nutzt Atmosphäre als Antenne. Eine in den USA zu Anmeldung eingereichte Patentschrift des Hightech-Konzerns Samsung beschreibt eine Technologie, die der Kommunikation über Satelliten Konkurrenz machen soll. Ein kombiniertes Funksignal aus zwei Frequenzspektren soll elektromagnetische Effekte in der Ionosphäre nutzen, um diese Schicht wie eine Antenne nutzen zu können.
/ Nico Ernst
43 Kommentare News folgen (öffnet im neuen Fenster)

Zwar verwendet Samsung in seiner Patentschrift häufig das Wort "Antenne", eigentlich dient die Ionosphäre in dem Konzept aber eher als eine Art gerichteter Reflektor. Dazu wird zunächst von der Erde ein mittels einer Parabolantenne gebündeltes Signal in die Ionosphäre geschickt. Es besteht aus einer Trägerwelle von rund 1 GHz, auf die das Nutzsignal um UHF-Band von einigen hundert Megahertz aufmoduliert wird.

Das Trägersignal soll von der Atmosphäre absorbiert werden und dabei Ströme in der Ionosphäre erzeugen, die als Reflektor dienen – ganz so wie sich die Felder eines Elektromagneten gegenseitig abstoßen können. Das reflektierte Nutzsignal wird dann zur Erde zurück geschickt und kann dort in sehr großen Entfernungen von einigen tausend Kilometern vom Einspeisungsort empfangen werden. Durch mehrere Schritte dieses Verfahrens wäre eine erdumspannende Kommunikation möglich, die keine Satelliten benötigt.

Zwar gibt es derartige Signalwege in der Ionosphäre schon, sie arbeiten jedoch wie im Amateurfunkbereich mit vergleichsweise langen Wellen, die sich nicht für große Informationsmengen eignen. Zudem wird die Ionosphäre nur als Streureflektor und nicht zielgerichtet verwendet. Bei dem von Samsung zum Patent angemeldeten Verfahren kann die Übertragung aber zwischen zwei Stationen punktgenau statt breitflächig abgewickelt werden.

Noch ist nicht klar, ob bereits entsprechende Experimente stattgefunden haben und wie sich das Verfahren auf die Atmosphäre auswirken könnte. Auch eine kommerzielle Anwendung steht noch in den Sternen: Das Patent wurde erst am 8. Juni 2006 angemeldet und auch noch nicht erteilt.


Relevante Themen