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World of Warcraft - Burning Crusade könnte später kommen

Erste kostenpflichte Erweiterung noch immer in der Designphase. Blizzard-Mitgründer Frank Pearce hat zusammen mit Shane Dabiri, dem Produzenten von World of Warcraft, der deutschen Presse den aktuellen Stand zur ersten kostenpflichtigen Spiel-Erweiterung des erfolgreichen Online-Rollenspiels präsentiert. "The Burning Crusade" hat jedoch noch immer nicht ein Beta-fähiges Stadium erreicht, so dass sich die Spielgemeinde möglicherweise noch eine Weile länger gedulden muss.
/ Andreas Sebayang
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World of Warcraft ist mit mittlerweile 6,5 Millionen Abonnenten das weiterhin erfolgreichste Online-Rollenspiel und hat bisher alle Erwartungen gesprengt. So gingen erste Schätzungen für Europa von maximal 250.000 Kunden für World of Warcraft aus, erreicht wurde mittlerweile gut das Fünffache davon.

Um der Kundschaft neue Abenteuer und Erfahrungen zu bieten, entwickelt Blizzard schon länger an der Erweiterung "The Burning Crusade" und versorgt die Spieler nur Stück für Stück mit neuen Informationen – vor wenigen Tagen etwa durch die Vorstellung der neuen Klassen für die neuen Rassen. So werden Horde-Spieler mit den Blutelfen die bisher für die Allianz exklusiven Paladine steuern können und umgekehrt werden die Draenei in die Shamanen-Klasse schlüpfen können. Die Mana-affinen Blutelfen können zudem als Schurken, Jäger, Priester, Magier und Hexenmeister spielen, während die Draenei auch als Krieger, Magier, Paladin, Priester und Jäger spielen können. Von den Forenteilnehmern von World of Warcraft gab es zu der Entscheidung, Paladine auf der Hordenseite und Schamanen auf der Allianzseite einzuführen, teils harsche Kritik. Vor allem, da so die Spielbalance für Blizzard einfacher in der Handhabung werde, wie einige Spieler bemängeln.

Gegenüber den ersten Eindrücken auf der E3 2006 wurde vor allem an Details gearbeitet und der vorgeführten Preview von The Burning Crusade sah man den frühen Entwicklungsstand noch immer an: Während das Startgebiet der Blutelfen mit seinem recht beeindruckend wirkenden vertikalen Baustil einen fertigen Eindruck machte und auch die gezeigten Teile der Outlands recht fortgeschritten waren, sah das Startgebiet der Draenei (Exodar auf Azuremyst Isle, südwestlich von Teldrassil) noch immer nicht ganz fertig aus.

Selbiges galt für zwei gezeigte Dungeons in den Outlands, die ebenfalls noch ohne Monster und zum Teil auch im Design unvollständig waren. Ebenfalls unfertig waren die Übersichtskarten für die Outlands bzw. die Startgebiete der neuen Rassen. Laut Frank Pearce sollen die Outlands in etwa mit den bestehenden Kontinenten vergleichbar sein. Die Outlands können im Übrigen erst nach dem Bestehen eines "World Events" betreten werden. Diese Events benötigen große Teile der Serverpopulation und neigen daher auf Grund der schieren Masse an Spielern zu einem eher instabilen Spielerlebnis.

Das bereits mit Naxxramas im Patch 1.11 eingeführte Dungeon-Konzept, welches die Dungeons in handhabbare Flügel einteilt, wird auch in The Burning Crusade weiter verfolgt. Die Flügel besitzen zudem unterschiedliche Schwierigkeitsgrade. So soll der Vier-Flügel-Dungeon Terokkar drei Flügel zum Hochleveln zwischen Level 60 und 70 bieten, während der letzte Flügel für 70er-Charaktere gedacht ist. Zudem kann der Schlachtzugsleiter auch den Schwierigkeitsgrad der Instanzen bestimmen und so etwa die zu erwarteten Belohnungen beinflussen.

Viele der angekündigten Neuerungen werden nicht viel Einfluss auf alte Inhalte von World of Warcraft haben ("Legacy Content"). So wird es nach derzeitigen Plänen etwa nicht möglich sein, auch bei alten Dungeons die Schwierigkeitsgrade anpassbar zu machen. Wie bereits vorher bekannt, werden Spieler ohne die Erweiterung trotzdem mit Gegenständen oder Veränderungen in Berührung kommen (Zugang zu "Portable Content"). Inwieweit diese sinnvoll genutzt werden können, muss sich noch zeigen.

Es ist jedoch geplant, insbesondere für die neuen Rassen, in den Gebieten für Level 20 bis 60 neue Brücken-Quests einzubauen, außerdem soll es neue Rezepte für das Erstellen von Gegenständen zwischen den Leveln 10 und 70 geben, wie etwa Socketable Items . Bestehende Gegenstände werden allerdings nicht die Fähigkeit bekommen, bis zu drei Sockel mit speziellen Steinen zu füllen. Für die Draenei und die Blutelfen gibt es wie erwartet komplett neue Quests für den Levelbereich 1 bis 20.

Das Blizzard-Team macht sich nur wenig Sorgen, dass die bisherigen Schlachtzugsdungeons, die vor allem für gut ausgestattete Level-60-Charaktere gedacht sind, von Spielern mit höherem Level ausgebeutet werden. Charaktere dieser Level dürften laut Pearce nicht viel Interesse daran haben, die bestehenden High-End-Dungeons nach Gegenständen zu durchsuchen, denn neue Zutaten, die für die Level 60 bis 70 interessant sind, werden sich in den alten Dungeons nicht finden lassen. Dafür dürften diese Dungeons auch von Gelegenheitspielern besucht werden können, die sich mit der Erweiterung als Nebeneffekt Inhalte öffnen können, die für sie aus Zeitmangel nicht erreichbar waren, aber mit höherem Level leichter zu handhaben sind.

Noch steht nicht fest, wie weit ein Level-70-Charakter den jetzigen gut ausgestatteten Level-60-Charakteren überlegen sein wird und wie lange ein Level- 60-Charakter benötigt, um auf das Level 70 aufzusteigen. Die Spielbalance, insbesondere bei dem angekündigten World-PvP , wird eine nicht zu unterschätzende Herausforderung werden, schlagen sich doch hier Besitzer der Erweiterung mit Spielern, die sie nicht besitzen. Ähnliches dürfte auch für die normalen PvP-Server gelten. Blizzard will mit The Burning Crusade zwar sowieso am PvP-System und insbesondere am Ränge-System arbeiten, nähere Informationen werden jedoch erst in den folgenden Wochen bekannt gegeben, Selbiges gilt für die neuen Schlachtfelder in der Erweiterung.

Spieler, die befürchten, ohne die Erweiterung nicht mehr viel vom Spiel zu haben, können sich laut Blizzard entspannen. Man sei sich der Wichtigkeit der bestehenden Abonnenten bewusst und wird auch diese weiterhin mit Inhalten versorgen.

Noch während der Präsentation kam auch das Thema zu der teils mehrfachen Lokalisierung einzelner Begriffe von World of Warcraft auf, die nicht wenige deutsche Spieler stört. Kritisch betrachtet wird vor allem der Umstand, dass erst sehr spät nach der Veröffentlichung damit angefangen wurde, liebgewonnene Begriffe in der Spielwelt einzudeutschen. Frank Pearce und Shane Dabiri zeigten sich von der Kritik recht überrascht, Lokalisierungsprobleme waren ihnen noch nicht bewusst.

Interessant ist zudem, dass sich französische Spieler weniger stark daran störten. Hier spielen vermutlich kulturelle Unterschiede eine Rolle und sicher auch der Umstand, dass nicht wenige Begriffe in der französischen Sprache früher angepasst wurden, während hier zu Lande die englischen Begriffe zunächst beibehalten wurden, um sie später dann doch – teils mehrfach – zu übersetzen. Auf Nachfrage von Golem.de, ob auch The Burning Crusade erst Patch für Patch übersetzt werde, sagte Pearce: "Wir werden sicherstellen, dass dies nicht passiert" .

The Burning Crusade soll im Herbst 2006 erscheinen. Ganz so fest scheint dieser Zeitraum allerdings nicht zu sein: Auf Nachfrage drückte Frank Pearce seine Hoffnung aus, noch vor dem Ende des Jahres mit der Erweiterung fertig zu werden. World-of-Warcraft-Spieler müssen also möglicherweise noch ein wenig länger auf den brennenden Kreuzzug warten. Zur Preisgestaltung machte Pearce keine Angaben.


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