Fortsetzung des ungewöhnlichen Spielkonzeptes für PlayStation 2. Anfang 2004 unternahm Sony mit dem Spiel Forbidden Siren den Versuch, düsteren Gruselspielen wie Silent Hill Konkurrenz zu machen, was trotz einiger innovativer Einfälle allerdings auf Grund mangelnder spielerischer Abwechslung nicht wirklich gelang. Gut zwei Jahre später probiert man es erneut – und die Fortsetzung kann tatsächlich deutlich mehr überzeugen.
Forbidden Siren 2 spielt auf der mysteriösen Insel Yamijima, die eine dunkle Vergangenheit besitzt – vor 29 Jahren verschwanden alle ihre Bewohner auf ungeklärte Art und Weise während eines Stromausfalls. Seitdem wird das Eiland nur noch von Zombies, Nachtschatten und anderen unangenehmen Kreaturen bewohnt; nicht gerade eine perfekte Ausgangslage für eine Gruppe von Ausflüglern, die ihre Neugierde befriedigen wollen und Yamijima ansteuern. Und es kommt noch schlimmer: Das Boot der Reisenden gerät in einen Sturm, kentert – und kurz danach finden sich die Abenteuertouristen verängstigt und nur knapp dem Tod entkommen an der Küste der Insel angespült.
Die Story wird fortan in kleinen, kurzen Episoden erzählt, wobei der Spieler beständig einen anderen Charakter der über die Insel verstreuten Reisegruppe steuert; mit der Zeit ergeben sich aber immer mehr inhaltliche Parallelen, so dass sich die einzelnen Episoden nach und nach zu einer zusammenhängenden Geschichte ergänzen. Zunächst einmal geht es allerdings darum, für jede Person das Überleben zu sichern – und das ist natürlich alles andere als einfach.
Forbidden Siren 2 spielt sich nicht wie ein typischer Survival-Horror-Titel – was vor allem daran liegt, dass hier meist subtiles Vorgehen gefordert ist. Schusswaffen gibt es nur selten, und dann auch nur mit begrenzter Munition, eine Taschenlampe oder eine Eisenstange, um den Zombies eins überzubraten, steht ebenfalls nicht immer zur Verfügung. Während der Missionen, in denen es meist darum geht, unbeschadet von Punkt A nach Punkt B zu gelangen, ist also vorsichtiges Vorgehen gefragt – und ein intelligentes Einsetzen der so genannten "Sightjacking"-Fähigkeit.
Wie schon im Vorgänger ist es nämlich auch diesmal wieder möglich, in den Körper einer anderen Person zu schlüpfen und so knifflige Positionen zu überleben. Wer unbeachtet gleich an einer Horde von Zombie-Wachen vorbeikommen will, peilt einen nach dem anderen an, schaut durch ihre Augen – und lässt den eigenen Charakter genau dann loslaufen, wenn man sich selbst davon überzeugt hat, dass der böse Untote gerade in eine andere Richtung schaut. Ein sehbehinderter alter Mann hingegen, der ebenfalls zu den spielbaren Personen zählt, kann etwa nur dann sicher über die Insel geführt werden, wenn man in den Körper seines Hundes schlüpft und mit dessen Augen schaut; an anderer Stelle werden die Körper von Zombies betreten, um etwa mit ihren Augen zu sehen, wenn sie ein Zahlenschloss knacken – so merkt man sich den Code und kann ihn dann später selbst benutzen.
Vor allem auf Grund der in diesen Situationen indirekten Steuerung benötigt man etwas Eingewöhnungszeit, um mit Forbidden Siren 2 zurechtzukommen – durch die Augen eines Zombies schauen und im Hintergrund mit der eigenen Figur wegzurennen, will erstmal gelernt sein. Dafür wird man aber auch mit viel Spannung, düsterer Atmosphäre und einigen wirklich gut platzierten Schockmomenten belohnt. Die Technik ist hingegen nur guter Durchschnitt: Die teils grobkörnige Grafik im Videokamera-Stil mag für die Stimmung gut sein, sonderlich viel aus der Technik der PS2 herausholen tut sie nicht.
Forbidden Siren 2 ist bereits im Handel erhältlich und kostet etwa 60,- Euro. Das Spiel hat eine USK-Freigabe ab 16 Jahren erhalten.
Fazit: Deutlich besser als dem Vorgänger gelingt es Forbidden Siren 2, den Spieler in seinen Bann zu ziehen – die Geschichte ist spannend erzählt, die Schockmomente gut platziert und dank sehr unterschiedlicher Charaktere (alter Mann, Soldat, etc.) ist diesmal auch für mehr spielerische Abwechslung gesorgt. An die Atmosphäre der Silent Hill-Reihe reicht das Ganze zwar immer noch nicht ganz heran – wer Horrortitel mag und sich nicht daran stört, dass es bei Forbiden Siren 2 eher ruhig und alles andere als actionlastig zugeht, wird trotzdem seinen Spaß haben.