Zum Hauptinhalt Zur Navigation

CinemaNow: Film-Downloads für herkömmliche DVD-Player

US-Anbieter setzt auf deutsche Technik "fluxDVD". Besonders erfolgreich sind kommerzielle Download-Dienste für Spielfilme und Fernsehserien bisher nicht, vor allem weil rigide Kopierschutzsysteme das Abspielen in der Regel auf den PC beschränken. Das soll sich aber bald ändern: Neben Movielink will nun auch CinemaNow seinen US-Kunden Filme zum Download anbieten, die auf DVD gebrannt im normalen DVD-Player wiedergegeben werden können.
/ Christian Klaß
29 Kommentare News folgen (öffnet im neuen Fenster)

CinemaNow ist dabei seinem Konkurrenten MovieLink etwas voraus: Während MovieLink erst eine Partnerschaft mit Sonic ankündigte, hat CinemaNow nun einen Beta-Test gestartet und nannte bereits Filmstudios, deren Titel als Download-DVD angeboten werden. Der als "Burn to DVD" bezeichnete Dienst lädt eine vollständige DVD inklusive Menüs, Extras, verschiedenen Sprach- und Kommentar-Audiospuren sowie 5.1-Kanal-Ton herunter.

Ein Anschauen während des Herunterladens ist damit nicht möglich, anders als es etwa bei den verschlüsselten AVIs der Fall ist. Kunden können den kopiergeschützten Film einerseits auf dem PC anschauen, mit dem er in Form einer einzelnen verschlüsselten Datei heruntergeladen wurde. Andererseits können sie ihn auch - so es der Anbieter erlaubt - einmalig auf eine herkömmliche DVD-R oder DVD+R brennen und im DVD-Player abspielen.

Der übertragene Spielfilm liegt allerdings noch im MPEG-4-AVC-Format (H.264) in "voller Auflösung" vor, die Konvertierung in das MPEG-2-Format der Video-DVD und das Schreiben auf einen Rohling brauchen allerdings seine Zeit. Die DVD selbst wird bei CinemaNow kopiergeschützt. Die fluxDVD(öffnet im neuen Fenster) getaufte Softwaretechnik für das Download-DVD-Angebot stammt vom Dortmunder Unternehmen ACE. CinemaNow spricht davon, dass die DVD in "so gut wie jedem" DVD-Player abgespielt werden kann.

Die während der Beta-Phase über den Burn-to-DVD-Service erhältlichen über 100 Filme stammen von Buena Vista Home Entertainment, Lionsgate, MGM Worldwide Digital Media, Sony Pictures Home Entertainment, Universal Studios Home Entertainment, EagleVision und dem Sundance Channel. Unter den Filmen sind ältere Titel wie "Charlie's Angels: Full Throttle", "Scent of a Woman" und "Barbershop." Das Angebot soll in den kommenden Monaten um ältere und neuere Filme erweitert werden.

Preise für die Download-DVDs starten bei knapp 9 US-Dollar, was umgerechnet 7 Euro zzgl. Steuer beträgt. Dazu kommen die Kosten, die der Kunde für den Ausdruck der "mitgelieferten" DVD-Hülle und den Rohling selbst hat. Berücksichtigt werden muss dabei jedoch, dass in den USA die Preise für Spielfilm-DVDs mitunter über denen in Deutschland liegen.

CinemaNow-CEO Curt Marvis sieht seinen Film-Download-Dienst durch das neue Angebot deutlich verbessert und bezeichnet den Start der Beta-Phase als historischen Moment, da man nun eine treibende Kraft im Bereich der digitalen Videodistribution sei. CinemaNow wurde 1999 gegründet, zu den Investoren zählen u.a. Microsoft, Lionsgate, Cisco Systems und Blockbuster.

Auf Nachfrage von Golem.de hieß es seitens des deutschen Anbieters in2movies, dass die Möglichkeit, Filme auf DVD zu brennen und auf handelsüblichen DVD-Playern abspielen zu können, äußerst wichtig sei. Noch hat in2movies Derartiges allerdings nicht für seinen eigenen Dienst angekündigt. In2movies-Geschäftsführerin Dr. Kathrin Brunner dazu: "Beim Brennen der Filme auf DVD ist zu bedenken, dass die Filme jeweils in das DVD-Format umgewandelt werden müssen, was Qualitätseinbußen mit sich bringt. Wenn sich jedoch ein Industriestandard etabliert, der diese Qualitätsaspekte berücksichtigt, ist in2movies sehr aufgeschlossen, diese Möglichkeit ebenfalls anzubieten."

Allerdings sind die von in2movies selbst zum Download angebotenen Filme von ihrer versprochenen DVD-Bildqualität zum Start des Dienstes im April 2006 noch weit entfernt gewesen. "Sollte die Einhaltung von Qualitäts- und Sicherheitsstandards gewährleistet sein, könnte dies auch für uns sehr interessant sein" , hieß es weiter seitens in2movies. Im Moment setzt das Unternehmen eher daran, seine Inhalte direkt vom PC zum Fernseher zu bekommen - etwa per Viiv-PC und WLAN-Brücke.


Relevante Themen