OpenDocument-Format ist GPL-kompatibel
Durch die derzeit anherrschende Unsicherheit über Softwarepatente befürchteten einige Entwickler, dass das OpenDocument-Format inkompatibel zu der populärsten Open-Source-Lizenz GPL sein könnte. Einige Kunden des Software Freedom Law Centers hatten daher um ein Rechtsgutachten gebeten, bevor sie OpenDocument in ihren Programmen unterstützen. Das SFLC sollte untersuchen, ob ODF wirklich frei von Patent-, Copyright- und Trademark-Lasten ist. Die Free Software Foundation hatte 2005 befürchtet(öffnet im neuen Fenster) , dass die Patentrichtlinien der OASIS das OpenDocument-Format mit Patenten belasten und damit inkompatibel zu freier Software machen könnte.
Auch die Open-Source-Initiative hatte sich gegen die OASIS-Patentregeln ausgesprochen . Diese erlauben es, Standards auf so genannten "Reasonable and Non-Discriminatory"-Patentlizenzen aufzusetzen. Mit diesen RAND-Lizenzen werde aber das Open Source zu Grunde liegende Geschäftsmodell diskriminiert, da sich entsprechende Standards nicht als freie Software implementieren ließen.
In der nun veröffentlichten Beurteilung(öffnet im neuen Fenster) stellt Chairman Eben Moglen allerdings klar, dass ODF vollkommen GPL-kompatibel ist und damit ein Standard ist, der in freier und proprietärer Software gleichermaßen eingesetzt werden kann. Sowohl die Richtlinien der OASIS als auch Suns Lizenzbestimmungen stünden in keinem Widerspruch zu den Vorgaben freier Lizenzen.
"Ich bin froh, dass sich das SFLC zu ODF geäußert hat. Entwickler freier Software müssen in der Lage sein, ODF einzusetzen, ohne sich über Rechtsstreitigkeiten und Lizenzgebühren zu sorgen" , sagte Googles Open-Source-Programm-Manager Chris DiBona. Google ist gerade der ODF Alliance beigetreten , um ODF so zu unterstützen.