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Microsoft-Forscher: 6 Monitore pro Arbeitsplatz sind ideal

Mehr Monitore = effizientere Informations-Arbeiter. Microsofts Forscherteam vom "Center for Information Work" (CIW) widmet sich unter anderem der Effizienzsteigerung von Computer-Arbeitsplätzen mit Hilfe von größeren bzw. mehreren Monitoren. Den CIW-Mitarbeitern zufolge bietet der perfekte Arbeitsplatz zwei übereinander stehende Reihen von drei Monitoren.
/ Christian Klaß
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Gegenüber dem Wall Street Journal(öffnet im neuen Fenster) gab die CIW-Projektleiterin Mary Czerwinski(öffnet im neuen Fenster) an, dass in Tests mit drei größeren Monitoren eine Leistungssteigerung um 9 Prozent im Vergleich zu einem Arbeitsplatz mit 15-Zoll-Monitor erzielt wurde. Bei dem Versuchsaufbau mussten die Probanden nach Informationen suchen, mit Schlüsselwörtern für die Suche aufwarten und Inhalte bewerten. Gleichzeitig musste eine siebenstellige Telefonnummer gemerkt werden.

Neben der von Czerwinskis Team als signifikant eingestuften Leistungssteigerung um 9 Prozent wurde auch festgestellt, dass die Nutzer sich positiv über die größere Bildschirmzahl äußerten, da sie dank der zusätzlichen Bildschirmfläche besser mit den nicht mehr ständig zu minimierenden Anwendungen arbeiten könnten. Allerdings scheinen drei Monitore auch noch nicht das Optimale zu sein.

"Unsere Gruppe denkt, dass zwei Reihen aus drei Monitoren in jeder Reihe das perfekte Setup ist, wenn man es sich leisten kann. Es ist besser, weil alle Arten von Informationen einer komplexen Aufgabe auf einmal dargestellt werden können. Aus diesem Grund haben Day Trader so viele Monitore, weil sie diese Informationen sehen müssen" , so Mary Czerwinski.

Wer mit Informationen arbeite, hätte meist komplexe Aufgaben zu bewältigen - im Schnitt würde mit mehr als vier Dokumenten gleichzeitig gearbeitet. Wer alle gleichzeitig auf dem Bildschirm haben will und gleichzeitig eingehende E-Mails und den Kalender im Blick behalten wolle, brauche viele Bildschirme.

Wer sich jedoch sechs Monitore nicht leisten könne, der soll den Forschern zufolge nur eine Reihe aus drei Monitoren einsetzen. Anders als bei zwei Monitoren, bei denen eine Lücke zwischen den Monitoren im Gesichtsfeld stört, soll bei drei Monitoren durch den zentralen Monitor das Arbeiten angenehmer sein. In einem CIW-Dokument ist zudem zu lesen, dass in Studien auf einem nahtlosen Breitbilddisplay ("DSharp") ein auch mit drei Monitoren erzielbares 100-Grad-Blickfeld als ideal ermittelt wurde. In diesem Fall mussten sich die Probanden in einer 3D-Welt zurechtfinden.

Wenn es nur ein Bildschirm sein soll, dann empfiehlt Czerwinski gleich eine 30-Zoll-Bilddiagonale, da so zwei Anwendungsfenster einfach nebeneinander passen. Auch 3D-Welten sollen damit besser erfasst werden können als auf einem kleineren Monitor.

Große und viele Monitore können aber laut eines CIW-Berichts(öffnet im neuen Fenster) vom April 2006 auch ihre Probleme mit sich bringen: Je größer etwa der Bildschirm oder die Zahl der Monitore, umso leichter kann der Mauszeiger "verloren" gehen und der Abstand zwischen Fenstern, Icons und dem Windows-Startmenü wächst, so dass Mausbewegungen ihre Zeit brauchen. Zudem gibt es unter Windows das Problem, dass Dialog-Felder auf großen oder mehreren Bildschirmen an unerwarteten Orten auftauchen und so leicht übersehen werden können.

Die Fensterverwaltung wird zudem komplexer, wenn die Zahl der Fenster steigt und zudem Fenster nicht über mehrere Monitore ausgebreitet werden sollen, da sonst die Zwischenräume zwischen den einzelnen Monitoren stören können. Dies erfordere ein besseres Task-Management, eine einfachere Konfiguration mehrerer Bildschirme - unter Windows ist sie dem CIW-Team zufolge zu kompliziert. Dies dürfte wohl so mancher Windows-Nutzer mit Mehrschirm-Arbeitsplatz nachvollziehen können.

Aus diesem Grund bieten die Grafikchip- und Grafikkartenhersteller auch Fensterverwaltungs-Tools. Video-Overlays können aber auch mit diesen noch ein Problem darstellen. Laut CIW müssen die entdeckten Probleme erst beseitigt werden, um vollen Nutzen aus größeren Monitoren und mehreren Monitoren ziehen zu können.


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