GLScube - Semantisches Speichersystem für Linux
Das unter der GPL frei verfügbare GLS3 indexiert alle Dateien und liest Metadaten sowie andere Informationen aus. Der Anwender soll dann nicht mehr mit der hierarchischen Organisation des eigentlichen Dateisystems in Verbindung kommen, sondern seine Daten mit Schlagworten (Tags) und Abfragen organisieren können. So lassen sich virtuelle Sammlungen anlegen, die sich wie Verzeichnisse verhalten, deren Inhalte sich aber zur Laufzeit abhängig vom Zustand der Dokumente ändern. So lässt sich beispielsweise eine Sammlung "Videos" erstellen, die alle Dateien mit der Endung AVI enthält. Werden neue Filme gespeichert oder bestehende gelöscht, so aktualisiert sich der virtuelle Ordner selbstständig.
Ferner lassen sich Tags vergeben, anhand derer auch nach Dateien gesucht werden kann. Die Metadaten speichert GLS3 in einer PostgreSQL-Datenbank. Die Entwickler arbeiten aber daran, den Einsatz kleinerer Datenbank-Management-Systeme wie SQLite zu ermöglichen. Die Integration von GLS3 ist nach Angaben der Entwickler nicht an eine spezielle Desktop-Umgebung gekoppelt. Zusätzlich gibt es noch ein Pseudo-Dateisystem, das den Zugriff auf die virtuellen Ordner auch über die Kommandozeile ermöglicht. Die Effizienz von GLS3 soll vor allem daher kommen, dass die Datenbank aktualisiert wird, sobald Änderungen im Dateisystem stattfinden. Die Suche zeigt außerdem Ergebnisse an, sobald getippt wird.
Für Entwickler gibt es zusätzlich die Möglichkeit, GLS3 über Plug-Ins zu erweitern, so dass weitere Dateiformate unterstützt werden und über ein C++-API lässt sich GLS3 auch in eigene Applikationen integrieren. GLS3 soll mit Unicode umgehen können und kennt derzeit OpenOffice-Dateien sowie PDF, JPEG, WAV, MP3 und AVI. Weitere Dateiformate sollen folgen, ebenso wie eine Live-CD, um GLS3 auszuprobieren. Neben vier Videos, die die Arbeitsweise des Systems demonstrieren, steht der Quelltext der Version 0.1 unter glscube.org(öffnet im neuen Fenster) zum Download bereit.