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HD-DVD- und Blu-ray-Filme per Screenshot kopieren?

Fachmagazin c't entdeckt Kopierschutzlücke. Aus Sorge der Filmstudios vor digitalen Kopien sollen die DVD-Nachfolger Blu-ray Disc und HD DVD auf ihnen gespeicherte hochauflösende Filme mit komplexem Kopierschutz (AACS) und verschlüsselter Übertragung (HDCP) zum Monitor, Fernseher oder Projektor schützen. Die c't hat nun beim Test der ersten PCs und Notebooks mit Blu-ray- und HD-DVD-Laufwerken festgestellt, dass die Sicherheitskette ein Loch aufweist – unter Windows XP ließen sich per Wiedergabe-Software Screenshots in voller Auflösung anfertigen.
/ Christian Klaß
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Die hochauflösenden Screenshots konnten mit einer OEM-Version von Intervideo WinDVD per Knopfdruck erstellt werden. Dies könnte automatisiert und die Blu-ray- und HD-DVD-Filme – vermutlich recht zeitaufwendig – als Einzelbildfolge extrahiert und später leicht wieder zu einem kompletten Film verbunden werden. Allerdings muss dabei der Ton separat abgegriffen und nachgefügt werden.

Das Fachmagazin fand die Kopierschutzlücke sowohl mit Sonys Blu-ray-PC Vaio VGC-RC 204, als auch bei Toshibas HD-DVD-Notebook Qosmio G30. Toshiba soll bereits Updates für WinDVD und ebenfalls überarbeitete Grafiktreiber in Aussicht gestellt haben, mit denen die Screenshotfunktion unterbunden werden soll.

Dennoch würde laut Toshiba die von der c't getestete WinDVD-Version nicht gegen die Sicherheitsrichtlinien der AACS LA verstoßen; ein Austausch der AACS-Sicherheitsschlüssel zwecks Sperrung der ersten Blu-ray- und HD-DVD-fähigen WinDVD-Version und ein damit nötiges Zwangsupdate seien deshalb nicht zu erwarten.

Die Funktionsweise und mögliche Auswirkungen der Sicherheitslücke wird die c't in ihrer ab den 10. Juli 2006 im Handel erhältlichen Ausgabe (c't 15/06) auf Seite 60 im Artikel "Bilderklau durchs Fenster, Kopierschutzlücke für Blu-ray- und HD-DVD-Filme unter Windows XP" beschreiben.


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