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Spieletest: Rise & Fall - Caesar und Cleopatra hauen zu

Echtzeitstrategie meets Action-Einlagen. Ein Echtzeitstrategiespiel mit Römern, Ägyptern, Persern und Griechen - auf den ersten Blick scheint es nicht sonderlich innovativ zu sein, was der Publisher Midway unter dem Namen "Rise & Fall: Civilizations at War" kürzlich in die Läden brachte. Allerdings wartet der Titel tatsächlich mit mehr als dem typischen Verschieben und Ausbauen von Einheiten auf: Immer mal wieder darf hier in bester Shooter-Manier als Held selbst ins Geschehen eingegriffen werden.
/ Thorsten Wiesner
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Wer sich schon immer gewünscht hat, das Heft in spannenden Echtzeit-Strategiespielen selbst in die Hand zu nehmen, bekommt hier also die Möglichkeit dazu: In der Rolle von Ramses oder Cleopatara etwa stürzt sich der Spieler mit klassischer Shooter-Steuerung (Maus und Tastatur) selbst in die Kämpfe und erweist sich dabei nicht nur als nahezu unbesiegbarer Nahkämpfer, sondern kann etwa mit Pfeilen auch weiter entfernte Kontrahenten ausschalten. Angst, den eigenen Helden zu verlieren, muss man im Grunde nicht haben - er ist nahezu unbesiegbar.

Damit die Spielbalance durch diese "Heldeneinsätze" nicht aus dem Gleichgewicht kommt, darf aber nur so lange Obermotz gespielt werden, wie die Ausdauerleiste noch gefüllt ist; neigt sie sich dem Ende zu und sind weit und breit keine Amphoren zum Auffüllen der Energie auszumachen, geht es im klassischen Strategie-Modus weiter. Übrigens muss auch in der Third-Person-Perspektive nicht auf das Steuern des eigenen Heeres verzichtet werden; per simpler Tastatur-Kürzel stürzt sich die eigene Gefolgschaft ins Gefecht oder wartet weitere Kommandos ab.

So abwechslungreich der Action-Teil ausgefallen ist, so bieder spielt sich über weite Strecken der Strategie-Part: Stadtzentrum, Kasernen und ein Hafen müssen gebaut, Soldaten ausgebildet werden. Danach geht es dann ans Erobern von Wachtürmen und das Niederschlagen feindlicher Armeen. Auch die Einheiten der vier Völker wie Streitwagen, Elefanten, Galeeren und einiges mehr ist in dieser Form bereits allzu gut bekannt.

Hinzu kommt, dass leider auch einige typische Strategiespiel-Probleme in Rise & Fall aufkreuzen: Die Wegfindung der Einheiten ist manchmal ein wahres Desaster und der Schwierigkeitsgrad variiert von Mission zu Mission teils erheblich.

Natürlich spielt der Ressourcen-Abbau eine große Rolle, er ist in "Rise & Fall" nicht nur materieller Natur; neben Gold und Holz gibt es nämlich auch Ruhm durch erfolgreiches Vorgehen zu erwerben. Dieser Ruhm hebt einen dann auf neue Stufen - es lassen sich so genante "Berater" kaufen, die im Grunde einem Techtree entsprechen, mit denen sich dann die Produktivität der Holzfäller und vieles mehr steigern lässt.

Die Kampagne führt den Spieler durch diverse Schauplätze der Antike - mit Alexander dem Großen wird in Makedonien gekämpft, mit Cleopatra in Ägypten und mit Caesar in Rom. Besonderen Wert auf eine originalgetreue Wiedergabe der Weltgeschichte wurde dabei allerdings nicht gelegt - gerade die Zwischensequenzen, die vor allem hinsichtlich der Animationen leider nicht immer überzeugen, setzen mehr auf eine pompöse Inszenierung denn auf eine geschichtlich korrekte Darstellung.

Rise & Fall bietet auch einen recht umfangreichen Mehrspieler-Modus, der sich sehr abwechslungsreich spielt; den Beratern kommt hier eine größere Bedeutung zu, da jeder Spieler stärker darüber entscheiden kann, ob er eher friedliebend forscht oder gleich mit allen Ressourcen seine Truppen aufrüstet.

Rise & Fall: Civilizations at War ist bereits im Handel erhältlich und kostet etwa 50,- Euro. Das Spiel hat von der USK eine Freigabe ab 16 Jahren erhalten.

Fazit:
Über weite Strecken ist Rise & Fall ein eher typisches, aber gut inszeniertes Strategiespiel. Die Action-Einlagen, an denen im vom Programm vorgegebenen Momenten in die Third-Person-Ansicht geschaltet wird, bringen jedoch viel zusätzliches Leben in den Spielablauf - plötzlich selbst Teil der Gefechte zu sein und sich etwa einer großen Übermacht von Kriegselefanten gegenüber zu sehen, steigert die Atmosphäre doch erheblich. Wer sich einen solchen Genre-Mix schon immer reizvoll vorgestellt hat, sollte also zugreifen; Genre-Puristen hingegen sind mit anderen Titeln sicherlich besser bedient.


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