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Seagate-Patent: Nano-Röhrchen für 10-mal größere Festplatten

Höhere Datendichte durch höhere Temperaturen. In den USA hat Seagate ein Patent auf eine neue Technologie zur Erhöhung der Kapazität von Festplatten erhalten. Im Zentrum steht dabei die Speicherung des Gleitmittels für die Plattenoberflächen in Kohlenstoff-Röhrchen.
/ Nico Ernst
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Bei allen modernen Festplatten ist die oberste Schicht der Magnetscheibe, der so genannten Platter, aus einem speziellen Polymer. Diese meist als Polyester-Verbindungen ausgeführten Beschichtungen schützen die darunter liegende Magnetschicht vor Beschädigungen, falls ein Schreib-Lese-Kopf doch einmal auf die Platte aufschlägt. Das kann nicht nur durch Erschütterungen, sondern unter Umständen auch durch einen plötzlichen Stromausfall vorkommen.

Die Polymer-Beschichtung hat jedoch den Nachteil, dass sie temperaturanfällig ist - sie verdunstet schlicht, wenn die Platte dauerhaft zu hohen Temperaturen ausgesetzt ist. Bei den meisten modernen Festplatten ist unter anderem deshalb auch nur ein zuverlässiger Betrieb bei Temperaturen von deutlich unter 60 Grad im Gehäuse des Massenspeichers garantiert.

Andererseits lassen sich magnetische Effekte bei höheren Temperaturen leichter erzielen: Eine im Wortsinne heiße Festplatte könnte Daten dichter speichern, allerdings nur auf Kosten der Zuverlässigkeit durch die verdampfende Schutzschicht. Mit seiner patentierten neuen Technik(öffnet im neuen Fenster) will Seagate nun eine Lösung gefunden haben. Das Polymer lagert dabei nicht mehr fest auf der Platte, sondern wird in einem Vorrat an wenige Nanometer dicken Kohlenstoffröhrchen im Gehäuse der Platte gespeichert.

Wenn sich die Platte erwärmt, bildet sich ein Nebel aus dem Polymer, der sich an der kühleren Platter niederschlägt - die Schutzschicht ist wieder vorhanden. Laut des Patents sollen die Nanoröhrchen genügend Polymer für die gesamte Lebensdauer der Festplatte enthalten - wie lange das bei dieser Technik tatsächlich ist, geht aus dem Papier noch nicht hervor. Seagate verspricht sich jedoch von den höheren Temperaturen in Festplatten eine Steigerung der Datendichte um den Faktor 10. Mit den eben erst erschienenen Festplatten mit Perpendicular Recording sind schon heute einzelne Laufwerke mit 750 GByte möglich - wenn Seagates Erfindung in einigen Jahren serienreif wird, könnten es 7,5 Terabyte sein.


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