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Frankreich: Virgin wegen Musikpiraten verurteilt

600.000 Euro Schadensersatz wegen Verkauf des Madonna-Titels "Hung Up". Die französische Musikladen-Kette Virgin France ist wegen des illegalen Online-Vertriebs eines Madonna-Liedes zu Schadensersatz in Höhe von 600.000 Euro verurteilt worden. Das Geld fließt an den Rechteinhaber Warner Music sowie die Telekom-Unternehmen France Telecom und Orange.
/ Jens Ihlenfeld
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France Telecom und Orange hatten mit Warner Music ein Exklusivabkommen über den einwöchigen Online-Vertrieb des Titels "Hung Up" im Oktober des vergangenen Jahres abgeschlossen. Für die Exklusivrechte zahlten sie 500.000 Euro an Warner Music. Im Internet wurde der Titel für 1,- Euro und via Mobiltelefon für 1,50 Euro angeboten.

Virgin-Mitarbeiter luden den Song herunter, kurz nachdem er online verfügbar war, entfernten den DRM-Schutz und boten den Titel anschließend über den eigenen Online-Shop zum Kauf an. Um den DRM-Schutz zu entfernen, wurde der Titel analog abgespielt und wieder digitalisiert.

Virgin-Chef Jean-Noël Reinhardt erklärte im Oktober 2005, dass das Unternehmen gegen exklusive Vertriebsabkommen sei. Auf dieser Linie verteidigte sich Virgin auch vor Gericht. Man habe ausschließlich im Interesse der Konsumenten gehandelt, so das Unternehmen.

Hervé Payan von France Telecom mochte dieser Argumentation nicht folgen. Gegenüber der International Herald Tribune(öffnet im neuen Fenster) erklärte er: "Dies ist ein erstaunlicher Fall von Piraterie durch ein respektiertes Unternehmen. Virgin verhielt sich einfach surreal."

Den Telekom-Unternehmen wurden vom Gericht jeweils 250.000 Euro, Warner Music 100.000 Euro Schadensersatz zugesprochen. Warner Music zeigte sich mit der Gerichtsentscheidung zufrieden – die eigenen Rechte und die der Künstler seien verteidigt worden. [von Robert A. Gehring]


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