Kartellverdacht gegen Intel, Media Markt und Saturn (Update)
Angeblich habe der Zentraleinkauf der Media-Saturn-Gruppe einem Zulieferer nach einem Modellwechsel im Frühjahr mitgeteilt, "keine elektronischen Geräte mehr von ihm einzukaufen", so die Financial Times Deutschland(öffnet im neuen Fenster). Als Grund für die Ablehnung sei angeführt worden, dass Media-Saturn prinzipiell keine Produkte mit AMD-Prozessoren kaufe, da man "eine entsprechende Vereinbarung mit Intel" habe, zitiert das Blatt.
Für die Einschränkung des eigenen Angebotsportfolios soll Media-Saturn von Intel "Ausgleichszahlungen in Millionenhöhe erhalten haben".
Bereits im Juli 2005 hatte die EU-Kommission unter anderem Geschäftsräume von Intel in München durchsuchen lassen. Laut FTD läuft die Auswertung der beschlagnahmten Dokumente noch.
Intel und Media-Saturn lehnten gegenüber der Financial Times Deutschland jeden Kommentar ab, heißt es in dem Bericht.
Nachtrag vom 3. Juli 2006, 10:50 Uhr:
Nach einem Bericht von Spiegel Online hat das Bundeskartellamt Ermittlungen gegen Intel dementiert. Es gebe bisher kein Verfahren und auch "keinerlei Dokumente, die einen ausreichenden Anfangsverdacht begründen würden", wird eine Sprecherin der Bonner Behörde zitiert.
Gegenüber Golem.de erklärte Intel, es gebe keinen entsprechenden Exklusivvertrag mit Media-Saturn. Dabei verweist Intel auf eine Stellungnahme(öffnet im neuen Fenster) zu entsprechenden Anschuldigungen in dem von AMD angestrengten Kartellverfahren gegen Intel: Zwar habe Media-Saturn sich dazu entschlossen, nur PCs mit Intel-Prozessoren anzubieten und Intel unterstütze das Handelsunternehmen auch bei dessen Markterschließung, darüber hinaus gehende Vorwürfe wies Intel aber schon damals zurück.
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