Ext4: Nachfolger für Linux-Dateisystem Ext3 geplant
Da Ext3 nur ein um Journaling erweitertes Ext2-Dateisystem ist, gibt es auch bei Ext3 einige Kritikpunkte. Dazu zählen die fehlende dynamische Zuordnung von Inodes und variable Blockgrößen. Dennoch war das 1993 entwickelte Ext2 lange Zeit das Linux-Standard-Dateisystem und gehört mit Ext3 auch heute noch zu den verbreitetsten Dateisystemen, besonders unter den Kernel-Entwicklern. Als kürzlich eine Erweiterung für Ext3 vorgestellt wurde, mit der das Dateisystem Daten mit bis zu 1 EByte umgehen kann, führte dies auch zu einer langen Diskussion(öffnet im neuen Fenster) , ob solche Änderungen in Ext3 aufgenommen werden oder ein neues Dateisystem Ext4 geschaffen werden sollte.
Der bei IBM angestellte und besonders für seine Mitarbeit an Dateisystemen bekannte Theodore Ts'o hatte sich ebenfalls an der Diskussion beteiligt und schlug nun einen Plan(öffnet im neuen Fenster) auf der Linux-Kernel-Mailingliste für die zukünftige Entwicklung von Ext2 und Ext3 vor. Gerade durch die weite Verbreitung der beiden Dateisysteme müssen sie seiner Ansicht nach besonderen Qualitätsansprüchen genügen.
Vor allem müsse die Stabilität sichergestellt werden, neue Funktionen könnten auch neue Fehler mitbringen und damit Arbeit zunichte machen. Dies sei besonders bedenklich, da der Linux-Kernel 2.6 eine stabile Serie ist und die Ext2-Entwickler laut Ts'o selbst bei Entwicklerserien immer sehr vorsichtig gewesen seien. Auch die Kompatibilität zu alten Dateisystemversionen müsse sichergestellt werden und die Komplexität des Quelltextes überschaubar bleiben.
Die Dateisystem-Entwickler wollen daher eine neue Codebasis im 2.6er-Kernel namens Ext4 integrieren, die sich anfänglich als "ext3dev"-Dateisystem melden soll. Im Kernel soll Ext4 als experimentell gekennzeichnet werden und ein Entwicklungs-Fork des Ext3-Dateisystems sein. Eine ähnliche Aufteilung soll für die Journaling-Block-Device-Schicht geschehen, die das Journal verwaltet, um so 64-Bit-Jbd zu unterstützen, wie Ext4 und zukünftige Versionen des Oracle Cluster File Systems 2 sie nutzen. Fehlerkorrekturen sollen in Ext3 gelangen, neue Funktionen aber ausschließlich in den Ext4-Zweig. Bei neuen Funktionen, die ein geringes Risiko bergen, wollen die Entwickler darüber entscheiden, ob diese nicht doch direkt in den Ext3-Code gelangen. Ext4 soll aber auf jeden Fall weiterhin Ext3-Dateisysteme mounten können und beim Einzug neuer Funktionen soll die Rückwärtskompatibilität gesichert werden.
Wenn die Entwickler mit dem Zustand des neuen Dateisystems zufrieden und von seiner Stabilität überzeugt sind, soll ein Patch dazu führen, dass sich das System selbst als Ext4 meldet. Dies könnte laut Ts'o in sechs bis neun Monaten der Fall sein. Dann möchten sie weiter am Code arbeiten, bevor der Ext3-Quelltext entfernt und das neue Ext4 im Kernel als Ext3-kompatibles Dateisystem gekennzeichnet wird. Laut Ts'o könnte dies in etwa ein bis eineinhalb Jahren passieren. Somit kann Ext3 zwar um neue, wichtige Funktionen erweitert werden, die Stabilität des Dateisystems wird durch Änderungen aber nicht beeinflusst.
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