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Gefahren von BlackBerrys Push-E-Mail

Berufs- und Privatleben kann unter ständiger Erreichbarkeit leiden. Nützliche Errungenschaften weisen oft ihre Schattenseiten auf. Dies gilt auch für die mobile E-Mail-Maschine BlackBerry von Research In Motion (RIM). Die ständige Erreichbarkeit per E-Mail setze Mitarbeiter in Firmen stark unter Druck, so das Wirtschaftsmagazin CIO. Doch nicht nur im Job, auch im Privatleben können Push-E-Mails nachhaltig stören.
/ Ingo Pakalski
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Viele deutsche Unternehmen setzen verstärkt auf BlackBerry-Geräte, nachdem sich die Plattform in den USA schon wesentlich früher etablieren konnte. Das BlackBerry-System sendet eingehende E-Mails auf den mobilen Begleiter, der auf das Lesen und Beantworten elektronischer Post zugeschnitten ist. Mit Hilfe der Mini-Tastatur lassen sich auch längere Nachrichten auf dem BlackBerry recht bequem schreiben.

Die IT-Wirtschaftszeitschrift "CIO" berichtet in ihrer kommenden Ausgabe 07-08/2006 über die Risiken, die damit verbunden sind. Darin erläutert Alexander Fischer, Leiter IT-Infrastruktur bei Papierhersteller August Koehler AG, die Nebenwirkungen dieser Technik: "Das Hauptproblem mit den BlackBerrys und anderen Push-fähigen Geräten sehe ich darin, dass der Anwender zum Sklaven des E-Mail-Systems wird."

Im Selbstversuch habe Fischer erlebt, wie er den ganzen Tag mit eingehenden E-Mails beschäftigt war und sich dabei nicht mehr auf seine Arbeit konzentrieren konnte. Damit beschreibt Fischer jedoch keineswegs eine BlackBerry-Besonderheit.

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Die Gefahr, sich zum E-Mail-Sklaven zu machen, geht allgemein mit einer unkoordinierten E-Mail-Kommunikation im Arbeitsalltag einher und gilt somit schon lange für den normalen Büroalltag. Dennoch sah der IT-Manager, dass er sich wie ein Pawlowscher Hund vorgekommen sei, der den ganzen Tag nur noch auf die Signale des BlackBerry reagierte.

Psychischem Druck sah sich Fischer auch dadurch ausgesetzt, dass der BlackBerry dem Kommunikationspartner eine ständige Erreichbarkeit suggeriere. Dies erzeuge einen Erwartungsdruck, weil ein Absender einer E-Mail nach Fischers Ansicht annimmt, dass der Empfänger in jeder Situation E-Mails empfangen und auch beantworten könne. Die Zeitschrift CIO empfiehlt Firmen daher, Richtlinien zum Umgang mit Push-E-Mail-Diensten zu erarbeiten.

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Ganz neu sind diese Beobachtungen nicht. In den USA konnte sich RIMs BlackBerry bereits früher als in Deutschland recht stark verbreiten, so dass dort bereits ähnliche Beobachtungen gemacht wurden. Als Anspielung auf den Suchtfaktor der mobilen E-Mail-Maschine entsprang dem Volksmund in den USA bald der Begriff "CrackBerry", um darauf hinzuweisen, wie leicht der mobile Begleiter das gesamte Leben dominiert. Die auf Kokain basierende Droge Crack(öffnet im neuen Fenster) zählt zu den Drogen mit dem höchsten Abhängigkeitspotenzial.

Unerwähnt blieb in den Ergebnissen des Wirtschaftsmagazins die Gefahr, dass der zumeist beruflich genutzte BlackBerry leicht auch das Privatleben stark dominiert. Der BlackBerry-Nutzer wird dazu verleitet, außerhalb der Arbeitszeit seine Neugierde zu befriedigen und ständig nach neu eingetroffenen E-Mails zu sehen.

Dies erhöht beim Kommunikationspartner zusätzlich den Eindruck, man sei überall und immer per E-Mail erreichbar. Wie beim Handy oder Smartphone gilt auch beim BlackBerry: Der mobile Begleiter hat einen Ausschaltknopf und davon sollte der Anwender Gebrauch machen, will er sich nicht zum Sklaven der Technik machen.


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