Devfs fliegt aus dem Linux-Kernel

Udev übernimmt Aufgaben im Userspace

Das schon lange als veraltet markierte Devfs-Dateisystem wurde nun endgültig aus der aktuellen Entwicklungsversion des Linux-Kernels entfernt. Damit übernimmt der im Userspace laufende Nachfolger Udev nun auch ganz offiziell die Aufgaben von Devfs, wenngleich dieses System ohnehin schon aus einigen Teilen des Kernels entfernt worden war und aktuelle Distributionen Udev einsetzen.

Artikel veröffentlicht am , Julius Stiebert

Das schon in der Kernel-Serie 2.4 eingeführte Devfs ist ein spezielles Dateisystem zur Verwaltung des Gerätedateisystems /dev. Der Vorteil gegenüber einem statischen /dev-System liegt vor allem darin, dass nur tatsächlich verfügbare Geräte angezeigt werden und der Inhalt des Verzeichnisses damit übersichtlicher bleibt. Allerdings hagelt es schon lange Kritik an der Devfs-Implementierung, da die Benennung der Geräte nicht beständig ist, wenn diese in unterschiedlicher Reihenfolge angeschlossen werden. In Programmen, die auf bestimmte Geräte zugreifen, muss der Device-Name somit unter Umständen öfter umgestellt werden. Ferner entspricht die Benennung nicht den Vorgaben der Linux Standard Base (LSB). Problematischer ist allerdings noch, dass Devfs im Kernelspace arbeitet und damit den nicht-auslagerbaren Speicher des Kernels beansprucht. Sind viele Geräte vorhanden, bleibt so weniger Kernel-Speicher für andere Programme übrig, die diesen ebenfalls brauchen.

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Die Entwickler kennzeichneten Devfs in Kernel 2.6 daher als "veraltet" und setzten auf Udev - eine Lösung von Greg Kroah-Hartman, die das /dev-Dateisystem im Userspace verwaltet und 2003 auf dem Linux-Symposium in Ottawa vorgestellt wurde. Udev reagiert auf Hotplug-Ereignisse und legt entsprechend neue Gerätedateien an, Details über die Geräte liest es aus dem Sysfs-Dateisystem aus. Dabei greift Udev auf frei konfigurierbare Regeln zurück, so dass die Benennung der Device-Dateien immer gleich ist - egal, in welcher Reihenfolge die Geräte angeschlossen werden. Darüber hinaus arbeitet Udev auch nach den LSB-Vorgaben. Im Unterschied zu Devfs lädt Udev Treiber nicht automatisch, was allerdings auch nicht notwendig ist, da Linux ohnehin Treiber laden soll, wenn ein Gerät entdeckt und nicht wenn darauf zugegriffen wird.

Greg Kroah-Hartman sandte erstmals 2004 einen Patch an die Linux-Kernel-Mailingliste, um Devfs testweise aus dem Kernel zu entfernen. Da dieser jedoch nicht in den Kernel aufgenommen wurde, schickte Kroah-Hartman ab der Version 2.6.12 einen neuen Patch für jede neue Kernel-Version an die Entwickler-Mailingliste. Zuletzt auch für die aktuelle Version 2.6.17, in der Devfs bereits aus dem SCSI-Subsystem entfernt wurde.

Am 29. Juni 2006 zeigten Kroah-Hartmans Bemühungen nun Erfolg, sein Patch wurde akzeptiert und in die aktuelle Entwicklungsversion aufgenommen. Damit sind zumindest der Kern des Devfs-Codes ebenso wie die Header-Dateien nicht mehr länger im Kernel zu finden.

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Für die meisten Nutzer hat diese Änderung jedoch ohnehin keine Auswirkungen, da aktuelle Linux-Distributionen schon lange auf Udev setzen und Devfs im Kernel deaktiviert haben. Wer allerdings noch immer Devfs nutzt, muss also spätestens beim nächsten Kernel-Update tatsächlich auf Udev umsteigen - oder doch bei seiner Kernel-Version bleiben.

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