Lizenzprüfung: Nutzer wirft Microsoft Spyware-Verteilung vor
Der Kläger Brian Johnson wirft Microsoft vor, die Nutzer nicht ausreichend darüber informiert zu haben, welche Funktionen die Lizenzprüf-Software ausführt, heißt es in einem Bericht der US-Zeitung Seattle Post Intelligencer(öffnet im neuen Fenster) . So wisse der Nutzer nicht, dass die Software Kontakt zu Microsoft-Servern aufnehme.
Die Klageschrift wirft Microsoft außerdem vor, das Prüfwerkzeug selbsttätig über die Update-Funktion des Betriebssystems zu installieren, worüber eigentlich nur sicherheitsrelevante Software-Aktualisierungen verteilt werden. Vor dem Herunterladen der Prüf-Software muss der Nutzer aber zunächst die EULA bestätigen. Bei Ablehnung der EULA wird die Software weder heruntergeladen noch installiert. Der Kläger will erreichen, dass seine Klage den Status einer Sammelklage erhält.
Gegenüber dem Blatt widersprach ein Microsoft-Anwalt der Auffassung, dass es sich bei der Lizenzprüf-Software um Spyware handele und bezeichnete die Klage als "grundlos" . Microsoft behauptet, in der Prüftool-EULA alle notwendigen Informationen anzugeben und auf die Kontaktaufnahme zu Redmonds Servern hinzuweisen. Hierbei würden nur Angaben zum Computerhersteller, der verwendeten Sprache und dem Land übermittelt.
Nachdem am gestrigen 28. Juni 2006 die Testphase des Prüfwerkzeugs abgeschlossen wurde, hat Microsoft die zuvor tägliche Prüfung deaktiviert. Microsoft verspricht, eine Lizenzprüfung nun nur noch einmalig vorzunehmen und diese nur zu wiederholen, sobald das Prüfwerkzeug aktualisiert wird und der Nutzer dieses herunterlädt sowie installiert. Gegenüber dem US-Magazin BetaNews.com gab der Software-Gigant jedoch an, in jedem Fall etwa alle 90 Tage eine erneute Gültigkeitsprüfung vorzunehmen. Derzeit ist unklar, welche Angabe hiervon stimmt.