Windows Vista kommt mit eigenem Benchmark
ATIs Chef der Treiberentwicklung, Terry Makedon, stellte den "Windows Experience Index" (WEI) anstelle von Microsoft vor – der Software-Riese hält sich mit der Angaben der Leistung von Vista-Maschinen derzeit noch arg zurück. Hinter dem WEI steckt das "Windows Assessment Tool" (WinSAT). Bei einem neu installierten Vista, so Makedon, wird der WinSAT beim ersten Systemstart automatisch ausgeführt. Das Benchmark-Tool soll bereits nach etwa dreißig Sekunden durchlaufen sein und misst fünf Eckdaten der Hardware-Leistung.
Um den WEI aktuell zu halten, will Microsoft laut Terry Makedon die einzelnen Messwerte, die den WEI bilden, jedes Jahr nach oben schrauben. Wer sich also beim Erscheinen von Vista einen PC mit einem WEI von 3 kauft, muss nach einem Jahr beispielsweise Prozessor oder Grafikkarte aufrüsten, um diesen Wert halten zu können.
Nach bisher unbestätigten Informationen will Microsoft für die Marketing-Kampagne zu Windows Vista 500 Millionen US-Dollar ausgeben – und, so Makedons Vermutung, als zentrales Element der Werbung den WEI in die Köpfe der Käufer zementieren. Der Hintergrund: Für seinen größten optischen Reiz, die neue 3D-Oberfläche "Aero", braucht Vista einen potenten 3D-Beschleuniger, der mindestens tauglich für DirectX 9 ist. Und 3D-Leistung ist zumindest bei Anwendern, die nicht häufig anspruchsvolle Spiele benutzen, bisher kein Thema.
Auch wenn der WEI zunächst bei den Herstellern von anderen Benchmarks für Kopfzerbrechen sorgen dürfte, hat die Grafiklastigkeit der Microsoft-Tests zumindest für den deutschen Markt auch ein Gutes: Vermeintliche Schnäppchen-PCs von Lebensmittel-Discountern und Elektronik-Märkten sind sehr häufig wegen schwacher Grafiklösungen nicht für aktuelle Spiele geeignet.



