Angriff auf WLAN-Treiber mit einfachsten Mitteln
Die Art des Angriffs an sich ist nicht neu, durch ein neues Programm namens "LORCON" (Loss of Radio Connectivity) ist sie aber besonders einfach geworden. Wie das US-Magazin Infoworld berichtet(öffnet im neuen Fenster) , lassen sich mit Lorcon alle WLAN-Module in Reichweite automatisch mit präparierten Datenpaketen beschießen. Bei manchen WLAN-Treibern lässt sich so Schadcode einschleusen, zum Teil soll es sogar möglich sein, die Rechner völlig unter Kontrolle zu bringen.
Ausführliche Experimente mit Lorcon hatten David Maynor von Internet Security Systems (ISS) und Jon Ellch von der U.S. Naval Postgraduate School angestellt. ISS stellt Security-Software her und bietet Beratung zu IT-Sicherheit. Die beiden Sicherheitsexperten wollen ihre Ergebnisse erst am 2. August auf der Blackhat-Konferenz in Las Vegas ausführlich vorstellen.
Sie gaben aber schon vorab bekannt, dass für den Angriff ein Rechner nicht einmal in einem WLAN eingebucht sein muss, es genügt, wenn er nach Netzen sucht. Damit scheint es sich nicht um einen Einbruchsversuch in ein Netz zu handeln, vielmehr sind die einzelnen Clients jetzt gefährdet. Ein Angreifer müsste sich dazu nur an einen öffentlichen Ort setzen, Lorcon starten und warten, bis er ein gefährdetes System findet, sagte David Maynor gegenüber der Infoworld: "Lorcon hat die massenhafte Paket-Einschleusung per WLAN für die Script-Kiddies eröffnet. Das ist jetzt an einem Punkt angelangt, wo es so ziemlich jeder tun kann."
Die Situation ähnelt damit der Kompromittierung der ersten WLAN-Verschlüsselung WEP vor rund drei Jahren. Konnte die Industrie damals schlicht auf das noch immer als sicher geltende WPA ausweichen, so ist nun wohl an zahllosen Treibern Nacharbeit gefordert – da sich die Attacke gegen einzelne Treiber und nicht gegen WLAN-Protokolle oder Lücken in verbreiteten Betriebssystemen richtet, ist eine generelle Abhilfe vermutlich nicht zu schaffen.
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