Pirate Bay: USA drohten Schweden mit Sanktionen
Die angedrohten Handelssanktionen waren der Auslöser für die in Frage gestellte Razzia. Bereits seit längerem hatte die US-Filmindustrie in Vertretung durch die Motion Picture Association of America (MPAA) darauf gedrängt, dass Schweden den BitTorrent-Tracker Pirate Bay abschaltet, allerdings wies Dan Eliasson dies mit Hinweis auf Grund ausreichender rechtlicher Grundlagen im schwedischen Gesetz als nicht verfassungskonform zurück. Schließlich drohte die US-Regierung im Rahmen der WTO mit Handelssanktionen, wie SVT(öffnet im neuen Fenster) von Eliasson bestätigt bekommen hat. Der Druck auf die schwedische Justiz war demnach höher als zuerst angenommen.
Bei der Razzia hatte die schwedische Polizei nicht nur die Pirate-Bay-Server, sondern fast alle Server beschlagnahmt und damit unbeteiligte Unternehmen in Mitleidenschaft gezogen. Wie zu erwarten war, war Pirate Bay schon kurz nach der Beschlagnahmung der Server wieder online – erst auf Ausweich-Servern in den Niederlanden, dann wieder direkt vom alten schwedischen Provider aus. Bis jetzt haben die Aktionen die Popularität von Pirate Bay nur gestärkt, die Website hat laut der Betreiber mehr Zugriffe als je zuvor. Pirate Bay bietet zwar selbst keine unerlaubten Kopien an, referenziert als Verzeichnisdienst für BitTorrent-Downloads aber auf größtenteils fragwürdige Inhalte.
Eine weitere interessante Neuigkeit gibt es von den Betreibern von Pirate Bay, die im Auftrag der schwedischen MPAA-Anwälte mehrfach von Privatdetektiven beschattet worden sein sollen. "Es haut mich irgendwie um, so viel Aufmerksamkeit von meinen lieben Freunden bei der MPAA zu bekommen und es passt wirklich zu dem Bild, dass es sich bei ihnen um völlig Irre handelt (die schwedische Antipiratenpartei ist im Vergleich dazu ruhig, rational und fair!)" , so "anakata" am 21. Juni 2006 im Pirate-Bay-eigenen Blog.
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